#33: Management by illusions

Ich habe schon viele Businesspläne, Unternehmenspläne und auch Strategiepläne selbst erstellt und mitgestaltet. Auch im Coaching erstellen Klienten ihre persönlichen Strategien um zukünftige Ziele und Visionen zu erreichen. Gestern bin ich aber durch Zufall über Notizen von mir gestolpert, die einen Managementplan skizzieren, der mich sehr zum Lachen bringt und zeigt, wie es nicht funktionieren kann und soll. Dabei handelt es sich nicht um einen Managementplan von einem Klienten oder Kunden sondern von einer Bekannten, die ihre Vorstellungen wie man ein gemeinsames Unternehmen und eine Ehe führt, auf einer Serviette (schon im Müll gelandet) darstellte, so genannt ihr persönlicher Managementplan, der lt. ihr sogar ausformuliert abgelegt ist.

Sie gründen ein Start-up, wo jeder viel Freiraum hat, selbständig agieren kann, und die beiden die Chefs sind. Die Potentiale der Mitarbeiter sind gefördert und das Unternehmen mit den Mitarbeitern läuft so gut, dass die beiden ihre freie Zeit im Haus am Meer verbringen. Und die Liebe erreicht neue Dimensionen. Dazwischen wird immer wieder die Wortkombination „lieb haben“ eingeflochten. Und der zeitliche Rahmen für den vielen Zeitraum und das zweite Kind und lieb haben und das Start-up Unternehmen aufbauen liegt bei 1,5 bis 5 Jahre.

Das ganze ist wie ein Fehlersuchbild. Wer findet die 5 Fehler?!

Start-up Unternehmen aufbauen und sich als Gründer Freiraum wünschen. Lieb haben tu ich viele Dinge, aber bei einem Lebenspartner, Ehepartner sollten andere Maßstäbe angesetzt werden. Einen Managementplan kann ich für ein Unternehmen machen und wer es braucht auch für sein persönliches privates Leben, aber was habe ich für ein Leben und Partnerschaft, wenn ich hier keine Differenzierung mehr habe. Mitarbeiter ihre Freiräume und Selbständigkeit zu wünschen, ist ein hehres Ziel, aber ohne Vorgaben des Managements vor allem bei einem Start-up, wo alle an einem Strang ziehen müssen, eher nicht durchführbar. Und last but not least der Zeitplan ist etwas straff angesetzt.

Und haben sie ihre Ziele erreicht, das zweite Kind ja, der Rest nein. Kein Haus am Meer, Konflikte mit den Mitarbeitern ohne Ende, jedes Jahr gehen 1 – 2 Personen, lieb haben – sie haben ja eine Katze …

Glück findet man in vielen Dingen, für mich in vielen kleinen Dingen und ich mache meine berufliche Glückseligkeit nicht vom privaten Glück abhängig. Eine Trennung ist natürlich nicht immer zu 100 % möglich, da beide Bereiche den anderen beeinflussen können. Und es gibt auch noch mehr als nur das Private und Berufliche, denken wir an Interessen und Freunde, je stabiler diese Bereich sind, desto weniger kann uns bei einem Zusammenbruch eines Einzelnen der Boden unter den Füßen weggezogen werden.

Ein Gedanke zu „#33: Management by illusions

  1. leider ist es viel zu oft so, dass es eine Diskrepanz gibt zwischen dem, wie jemand meint zu führen und wie es dann wirklich abläuft. Vor allem Menschen, die alles nur keine Manager sind, glauben dann sie sind das Allheil-Mittel von uns Mitarbeitern. Bei uns gleicht das schon mal einer Diktatur, wer was negatives sagt, ist mal schnell am Abstellgleis. Und es rumort eh schon wieder …

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