Archiv der Kategorie: Kinder

Reisebericht: Mönichkirchen im August

Einen der besten Schweinsbraten gibt es in Mönichkirchen im Berggasthof Schwaig, wobei es jetzt nicht nur um das Fleisch selbst geht, sondern vielmehr um den Saft. Mir war schon schlecht, und ich konnte nicht aufhören den Saft mit dem Brot aufzutunken. Unser Vorteil war, dass wir 2 Tage auf der Hütte, die das Schwaig vermietet, waren und somit zur Verdauung jederzeit in den Wald konnten.

In diesen 2 Tagen haben wir unsere Pilzkenntnisse vertieft, nicht nur, dass wir ein paar Eierschwammerl gefunden haben, wir waren im Steinpilz und Herrenpilz-Himmel angekommen, wobei wir lange nicht so viel gefunden haben, wie andere, die ständig mit vollen Säcken um uns herumliefen. Aber das war uns gleich, wir (meine Freundin P und ich) sind mit 3 Kindern durch den Wald gewandert, haben die Burschen mobile Klos bauen lassen, Stecken für alle möglichen Waffen und Angeln angesammelt, am Hochstand so getan, als ob wir ganz viele Tiere sehen würden und Yogaübungen gemacht, nachdem der M. mal kurz blaue Lippen bekam.

Große Fans waren wir auch der Roller und Go-Kart Bergstrecke, die wir uns zumindest 2 x im „gesenkten-Sau-Modus“ runterfahren trauten, beim dritten Mal und einem Kart-Überschlag von M. (wieder er leider), aber glücklicherweise ohne M. im Kart, waren wir dann dankbarer für die Helme und fuhren gesitteter den Hang hinunter, dafür gab es anschliessend eine Stärkung für uns alle. Natürlich nur mit dem besten Schweinsbratensaft mit Knödeln und ganz viel Brot …

#206: eine Illusion weniger

Ich dachte wirklich das Tragen einer Schuluniform entbindet mich von der Diskussion über das Anziehen. Meine Prinzessin hatte schon immer das Händchen sich in ihrem eigenem Stil anzuziehen. Schon während des Kindergartens hatten wir entspannte Morgenstunden, da sie sich weigerte etwas anderes als ihren nicht mehr passenden Lieblingspyjama (war ein Niki-Kuh-Ganzkörper-Anzug mit Schwänzchen hinten) anzuziehen. Somit gingen wir damals mit offenen Schlafanzug (getragen, wie einen Blazer) und Kleidung in den Kindergarten. In der Volksschule waren es dann andere eigenwillige Kreationen, aber vor allem ihre Addidas Trainingsjacke (rot), die sie am liebsten täglich trug (es war das Emblem der Schule oben und die Schulsportjacke, die wir jährlich neu bekamen). Diese Jacke hatte die positive Eigenschaft, dass sie ab dem Monat 3 von alleine stand, sicher bedingt durch die Fusseln und die statische Aufladen des ständigen Tragens.
Und jetzt sind wir endlich bei einer Schuluniform angelangt (definitiv ungeplant) und ich hegte die Illusion, dass ab jetzt alles besser werden würde. Keine morgendlichen Diskussionen mehr, die sich in der Sekunde in Schreiduelle verwandeln können, kein „Davon“Gestampfe, kein „Oj Mama, du verstehst das nicht …“, aber dann kam dieser heutige Morgen und ich merkte, dass das alles nur ein Wunschtraum – eine Illusion – von mir persönlich ist, weil selbst jetzt kann meine Prinzessin noch mit mir streiten, da sie Pullover hasst und keinen anziehen will. Muss sie auch nicht, wie sie mir streitend erklärt, während ich aber darauf bestehe (Es ist kalt in der Früh, sie zieht auch keine Jacken an, wenn es nicht gerade schneit.). Somit wieder Gestampfe, laut sein, Diskussionen …

Wenigstens ist der Spielraum der zu diskutierenden Kleidungsstücke begrenzt, aber ob das was hilft?

#205: Willst du meine Freundin sein?

Eine der schönsten und bewegendsten Reden eines Trauzeugen hielt mein Bruder bei der Hochzeit seines besten Freundes Simon. Um seine Frau darauf vorzubereiten, was es heißt zu Simon zu sagen: „Ja, ich will!“ erzählte er ihr von seinem ersten Schultag mit 10 Jahren in der Mittelschule. Damals kam Simon auf ihn zu und der erste an ihn gerichtete Satz war: „Willst du mein Freund sein?“ Und 19 Jahre später ist er der Trauzeuge und ist ihn nie wirklich „los“ geworden.

Und heute erzählt mir meine Prinzessin überglücklich, dass sie an ihrem ersten Schultag schon eine Freundin gefunden hat. Sie sitzt nämlich neben der Valentina und die hat ihre Stifte vergessen, also half sie ihr aus. In der Kirche während des Schulgottesdienstes haben sie sich dann beide gleichzeitig (!) die wichtige Frage gestellt: „Willst du meine Freundin sein?“

Ich finde es schön, wenn das noch so ungezwungen geht. Wie würden unsere Arbeitskollegen oder Nachbarinnen schauen, wenn man so nach ein paar Sätzen fragt: „Willst du meine Freundin sein?“ Wir vertrauen viel weniger auf uns, warten ab, weil wer weiß, vielleicht ist die eh nicht so nett … Und Freundschaft bedeutet ja auch etwas, Zeit, Interesse und Freude zu teilen. Es ist ein Versprechen, dass man sich gibt.

Im Falle meines Bruders eines, dass schon 20 Jahre anhält.

#203: next steps

Ich bin wirklich aufgeregt, morgen ist der erste Tag der Prinzessin im Gymnasium.

Gestern habe ich mich dem ersten Wahnsinn des Schulmaterialieneinkaufs hingegeben. Natürlich hätte ich auch schon vor Wochen diese Liste abarbeiten können, aber da ich keinerlei Erfahrungswerte (die Volksschule war ein Lercherlschas – wie wir Wiener so schön sagen) hatte, was Mengen von Einbänden, Farben, Ordnern usw. hatte, bin ich ziemlich blind in diese Welt eingetaucht. Es war furchtbar, zu viele Einbände, Menschen und Geld in einer gefühlten Ewigkeit. Die größte Challenge war Einlagen (kariert) mit 2 (!) Löchern für Ringmappen zu finden. Ich bin daran gescheitert und so gibt es nur 4löchrige Blätter für meine Tochter.

Meine Prinzessin verwandelt sich leider, wenn sie rund um Stifte, Malkästen, Radierer und Spitzer ist, in ein mir unbekanntes Wesen. Ich würde es ja am liebsten verbieten, dass jedes Drum hunderttausend Mal in die Hand genommen wird, weil das ja die anderen Kinder genauso tun und somit exponentiell die Bakterien sich vermehren können, und nein ich bin kein Phobiker. Sie kennt auch jeden Stift und den Vorteil und Nachteil von diesem. Ich will hingegen einfach nur die Liste entsprechend abarbeiten, schnell draussen sein – was sowieso eine Illusion ist – und mich daran erinnern, dass ich das nächstes Jahr ganz anders machen werde. Aber wahrscheinlich ist auch das eine Illusion.

Faszinierend ist, dass es aber Mütter gibt, die diese Einkaufstour geniessen mit den Kindern vor Malkästen stehen, um mit ihr zu beraten, welche Farbe jetzt schöner ist, ob das Design auch zum Werkkoffer passt und einen Freudenschrei ausstößt, wenn der Glitzerstift mit Federn dann endlich gefunden wurde.
Leider erinnere ich mich nicht mehr daran (vielleicht will ich das auch nicht), ob ich als Kind auch in einem „Stifte“-Wahn gelebt habe (dunkle Zeiten erinnern mich an Duftstifte und Tauschgeschäfte). Aber ich erinnere mich daran, dass ich an meinem ersten Schultag Bauchweh hatte und so fühle ich mich auch gerade, also manche Dinge ändern sich doch nicht.

#198: Ignore me NOT

Heute habe ich einen Artikel gelesen, dass eine Mutter eine App programmierte, entwickelte oder nur die Idee dazu hatte, die ihren Sohn dazu zwingt sich auf ihre Anrufe zu melden, weil er das eben wenig bis gar nicht tat. Die App ermöglicht dem Elternteil bei einem Nicht-Rückruf des Kindes, das Handy zu sperren, Spiele zu blockieren und nur Nummern freizuschalten, die die Eltern auswählen können.

Ich werde diese App nicht installieren. Und nein, meine Tochter meldet sich auch nicht immer. Sie hatte schon 8 Anrufe von mir hintereinander und trotzdem fand ihr Finger nicht die Rückwahltaste. Akku leer, nicht gehört, zu leise, habe es eh versucht und bin bei dir nicht durchgekommen, zu Hause, in der Schule, in der Tasche liegen lassen … Hingegen WhatsApp Mitteilungen mit ihren Freundinnen findet in dauerschleifen-schreiben statt, liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass bis auf Hi, Hihi, hahaha, hohoho, wmd, bb, gn, … sich wenig wirklich inhaltlich Wichtiges sich da wiederfindet.

Ok es könnte wirklich ganz wichtig sein, dass ich mein Kind erreichen will, was dann? Wirklich schlimme Sachen, erfahren Kinder sowieso leider immer zu früh, und alles andere kann warten, hat es doch auch schliesslich bei uns. Ich bin mit meinem Klapprad schon in der Volksschule verbotenerweise durch den Bezirk gefahren, und habe mich in Hauseinfahrten versteckt, wenn ich dachte mein Vater könnte jetzt in der Strassenbahn sein (er war Strassenbahnfahrer). Habe mit meiner Freundin nach Leichen in versumpften Wäldern gesucht, ja, Aktenzeichen XY hat seine Auswirkungen auf uns gehabt. Und es hat auch passieren können, dass ich irgendwann heim kam, weil ich es übersehen, vergessen, nicht nachgedacht … habe, immer haben meine Eltern zu Hause auf mich gewartet, sind mir entgegen gekommen und haben mir eine entsprechende Standpauke gehalten. Es war ein Wechselspiel aus Vertrauen geben, schenken und sich bemühen, dem gerecht zu werden, nämlich zu lernen, wann es wichtig ist sich an Regeln zu halten und wann ich wußte, wo ich sie mal ausdehnen konnte.

Schon Spinoza sagt ja, dass wir Menschen nur glauben frei zu sein, weil wir uns zwar unseren Handlungen bewusst sind, aber nicht immer den Ursachen, von welchen sie bestimmt werden.

#196: in den Genen

Es ist schon erstaunlich zu beobachten, wie typische männliche und weibliche Verhaltensweisen schon bei Kindern auftauchen, ohne gelernt werden zu müssen. Erbanlagen und Sozialisation im Wechselrausch, wer kann sich mehr durchsetzen.

Da die Prinzessin 6 Jahre vor ihrem Bruder auf die Welt kam, dominierten Puppen, Barbies, Pastelltöne unser Leben. Dem kleinen Bruder war das wirklich wurscht, jedoch kamen Autos ins Spiel, Züge, Piraten (vornehmlich mit Waffen) dann kam Leidenschaft ins Spiel von Zusammenkrachen über Schmeissen, Kämpfen war auf einmal alles drinnen. Der Buggy von seiner älteren Schwester wurde zum Fortbewegen, Schmeissen und Kämpfen verwendet. Zum Schmeissen und Kämpfen wurde sowieso alles zweckentfremdet, jedes Papier, jede leere Klopapierrolle, Barbiearme einfach alles …

Gut mag so sein. Aber am Montag, während die Prinzessin sich im Klettergarten mit markerschütternden Schreien vom Flying Fox herunterschwang (jedes Mal!), spielten Little Rambo und ich Fussball. Er schwenkt ja zwischen Neymar und Neuer (Maniel), wer er sein will. Da kam eine Familie mit einem Mädchen, süß, braune Haare und einem entzückenden rot-weiß gepunkteten Haarreifen und setzten sich von dem Tormann, der bis dahin einfach sich immer lässig in die Erde schmiss um den Ball zu halten. Die Eltern beobachteten die Kletterer und das Mädchen aß ihr Eis und sah in die entgegengesetzte Richtung zu IHM.
Was bis zu diesem Punkt ein Spiel zwischen Mama und IHM war, veränderte sich zu einem Spiel zwischen IHM und dem Mädchen (das immer wieder verschämt zu Boden blickte! – da können wir noch was lernen). Ich war nur mehr Statistin, die bitte den Ball schiessen durfte, damit ER sich künstlerisch aufplustern (ich schwöre es, wie ein Gockel mit geschwelter Brust) konnte, tänzelte um den Ball, und passte auf, ob sie eh immer wieder hersah. Ich konnte es nicht glauben. Er riss einen Kasperl herunter und ich erkannte mein Kind gar nicht wieder.

Er ist 4 Jahre (ok bald 5) und flirtet mit einer Hingabe, die mir mein Kind in einem vollkommen neuen Licht erscheinen lässt. Irgendwie frage ich mich schon, wie das dann noch irgendwann mal wird, so mit 14/15 oder 16.

#194: Lieder

Eines der Lieblingslieder meiner Kinder ist von Adel Tawil Lieder. Mein 4jähriger kann den Text frei mitsingen und wenn er könnte, wie er wollte, dann würde dieses Lied neben Motorboot von KGB und dieser Tag fährt Strassenbahn (und leider auch Stern des Südens – dies liegt leider nicht in meinem Einflussbereich) in Dauerschleife durchlaufen. Das Faszinierende an diesem Lied ist aber nicht nur, dass es meine Kinder lieben, sondern auch das, was es in mir persönlich auslöst.

Zu Beginn ging es mir vor allem darum, was ich alles darin erkenne an Liedern (eh alle), aber dann folgt unweigerlich die Auseinandersetzung mit den Lieder, den Interpreten und den Erinnerungen daran. Für mich geht es hier weniger um die Bedeutung der einzelnen Lieder, sondern um diese Zeit in der diese Lieder so wichtig waren. Nirvana, David Bowie, U2 aber auch Whitney Houston oder Michael Jackson. Aber in Wirklichkeit gab es da noch vieles mehr. Ich weiß noch, wie viele meiner Schulfreundinnen Poster über Poster von NKTOB gesammelt haben. Die Bravo, die uns nicht nur aufgeklärt hat, sondern auch in die Un-tiefen der Stars einführte. Die Foto Love-storys, die in Text und Bild mehr als einfach und trotzdem „romantisch“ waren.

Die Briefchen zwischen uns Freundinnen und dem Schwarm, der mit einem gehen wollte. Angekreuzt wurde ja zumeist der Platz zwischen Ja und Nein. Das erste Mal weggehen, um vor dem P1 zu stehen und sich nicht sicher zu sein, ob man hinein kommt, weil man eben noch nicht ganz 16 ist. All‘ diese Momente und noch viele mehr liegen für mich in diesem Lied und lassen mich diese Zeit wieder erinnern, mit Ich singe diese Lieder, tanz mit Tränen in den Augen …

#192: 4 Jahre Bildungssystem – genügend, danke setzen

Ferien. Seit Freitag haben wir erfolgreich 4 Jahre Volksschule hinter uns gebracht. Ich behaupte ja immer, dass ich mich noch an vieles aus meiner Volksschulzeit und Schulzeit erinnern kann. Meine Volksschullehrerin Fr. Eberhart habe ich vergöttert. Sie war einfach großartig, hat uns gefördert und gefordert. Meine Prinzessin hatte auch eine Volksschullehrerin, die sie wahnsinnig gern hat (was schon wichtig und gut ist). Und doch sind die Herausforderungen für Kinder und Lehrer, wie auch Eltern heute sehr unterschiedlich zu meiner Zeit.

Abseits jeglicher digitaler Veränderung, mit der wir heute konfrontiert sind, dem gesellschaftlichen Wandel der Schnelllebigkeit in der unsere Kinder größer und erwachsener werden, ist es auch der Druck mit den wir als Eltern täglich konfrontiert werden. Und das geht jetzt weiter mit uns beiden. Ich habe jetzt einmal reinschnuppern können, gesehen wogegen man nicht ankämpfen kann, soll und will. Auch was ich als Mutter anders sehe als meine Prinzessin.

Unser Bildungssystem gehört auf jeden Fall reformiert und ich habe ja noch einen jungen Prinzen mit dem ich diesen Start in das Schulsystem wagen muss. Worauf ich jedoch hoffe, ist, dass auch er gerne in die Schule gehen wird, weil das einfach der Grundstein für alles weitere Lernen ist.

Die Lehrer sind motiviert und engagiert, wenn man sie lässt und dabei ist nicht nur die Schuldirektion und Schulinspektion ausschlaggebend, sondern auch Eltern, die ihren Teil dazu beitragen müssen, nämlich Erziehungsaufgaben nicht auslagern. Und natürlich gibt es auch rigide Lehrer, die glauben, ihren Frust an Kindern ausleben zu müssen. Auch hier muss es Möglichkeiten für Eltern und Direktion geben.

Eltern dürfen keine Angst haben, dass eine Note „Gut“ zu einem Abstieg führt. Kinder müssen nach ihren Talenten und ihren Fähigkeiten gefördert werden und nicht nach einem System, dass sich seit Jahrzehnten nicht mehr geändert hat. Aber jetzt kommt einmal das Gymnasium dran, dann wiederum ein Volksschuleinstieg und dann werden wir schon sehen, weil eines weiß ich, verlassen kann ich mich nicht auf das System, aber auf das, was ich als Mutter machen kann.

Wir haben das Glück gehabt, dass beide Lehrer engagiert waren, natürlich mit Höhen und Tiefen, natürlich mit Aufgaben, die leider dazu geführt haben, dass Kinder „durch“ den Rost gefallen sind, aber wenn Eltern wegschauen bei Aggressivität, unsozialen Verhalten, dann müssen wir auch froh sein, dass Lehrer hinschauen. Wir haben auch das Glück gehabt, dass die Schule im Prater liegt, und die Kinder wirklich bei jeder Gelegenheit im Grünen waren. Einfach Luft schnappen und auslüften. Wir haben nicht das Glück gehabt unser Schulprojekt „Hund in der Klasse“ umzusetzen, weil die Schulinspektor sich geweigert hat (der Hund kann ja jemanden anfallen und zerfleischen). Wir haben nicht das Glück gehabt eine tatsächliche Klassen- und Elterngemeinschaft zu werden (lag wohl am unsozialen Verhalten der Eltern, woher sollten das Kinder sonst auch haben). Wir haben aber das Glück gehabt, dass sich trotzdem Kinder finden, die Freunde werden, für einander da sind und Spaß miteinander haben.

Aber das Wichtigste ist, dass wenn ich meine Prinzessin fragen würde, ob sie in den 4 Jahren Volksschule glücklich war, sie „JA“ sagen würde.

#190: kindliches Gemüt

Die, die mich kennen, wissen um mein kindliches Gemüt, welches sich vor allem in scheinbar unsinnigen Alltäglichkeiten manifestiert. Wahrscheinlich kann ich deswegen auch ganz gut mit Kindern. Was schon dazu geführt hat, dass ich Kinder bei vor allem unpassendster Gelegenheit auf ganz blöde Ideen gebracht habe (Besteck als Katapulte, Strohhalme müssen nicht nur Schiessgeschosse sein, …). Ich gebe aber zu, dass ich mich durchaus zurückhalten und äußerst seriös wirken kann.

Und gestern Abend fand ich es aber unwahrscheinlich cool so auf einer gedanklichen Ebene zu sein, als ich lümmelnd mit meinem Sohn „Wissen macht Ah!“ ansah, wo es sich vornehmlich um den Darm, Würstel, und Äpfel (Pferde) drehte. Also ich weiß jetzt, dass Würstel einfach krumm sein müssen, und ich weiß auch warum. Falls das andere schon vorher wussten, gut für Euch, ich bis dato eben nicht. Und gerade Würstel eigentlich in quasi „Kunstdarm“ gepackt sind. Und auch wie das mit den Pferden so funktioniert im Darm und wie der aussieht (richtig groß und grausig).

Ich glaube, ich war ja mehr beeindruckt als mein Sohn.

#187: … des Zumpfis Problem

Eigentlich wollte ich mich nicht über das Lifeball-Plakat äußern, aber nachdem ich jetzt schon mehrfach darauf angesprochen wurde, auf sozialen Medien sich die geteilten Posts inklusive Kommentaren in ihrer Emotionalität überbieten, Klagen angedroht werden, vermeintlich intelligente Menschen populistisch agieren, muss ich mich echt fragen, was diese Pseudomoralität und Pseudoprüderie soll.
Das Argument der schadennehmenden Kinder ist ja sowieso Bullshit ohne Ende. 1. Wenn, dann ist es eh schon zu spät und unsere Zukunft sind jetzt verkommene Kinder, die im besten Fall nur mehr durch aufrechte und wahrhaftige Glaubenssätze korrigiert werden. 2. Kinder haben eine andere Wahrnehmung. Sie erfahren die Welt durch Selbstbildung und Imitation. Das heißt je intoleranter die Eltern, desto eher werden sie diese Erfahrung als Wissensbild mitnehmen.
Weder meine bald 11jährige Tochter noch mein 4jähriger Sohn haben bisher das Bedürfnis gehabt, schockiert, entsetzt, verteufelnd noch ängstlich dieses Bild zu hinterfragen. Mein Sohn hat mich in seinem letzten Bild, dass mich abgebildet hat, mit viereckigen Oberkörper gezeichnet, 2 strichen als beinen und armen und nur drei Fingern.

Was aber viel witziger ist, ist, dass wir über primäre Geschlechtsmerkmale sprechen. Ich meine, wann haben wir jemals das Wort primäre Geschlechtsmerkmale in unseren alltäglichen Sprachgebrauch aufgenommen. Da gehörte doch eher Zumpferl, Spatzi, Schniedelwutz, Glied, Schniedel, Pipimatz (habe ich auch schon mal gehört) und in aufgeschlossenen Kreisen der Penis zu den benutzten Begriffen. Und warum regt sich niemand über diese perfekt geformten Brüste, Titten, Tuttln … oder intellektuell gesagt sekundäre Geschlechtsmerkmale auf. Ist das nicht diskriminierend?

Aber sagt Qualtinger nicht, dass die Wirklichkeit die Sense der Ideale ist. Und somit sind wir wohl in der Wirklichkeit angekommen nach dem Gewinn der vermeintlichen Toleranz.