Archiv der Kategorie: Kinder

#224: Schlafstörungen

Jetzt habe ich einen interessanten Beitrag zum Schlafen gehört. Wenn wir ihm Schnitt 7 Stunden schlafen, dann wachen wir 28 Mal auf! Nur, wenn wir unter 3 Minuten wach sind, dann ist es für uns nicht passiert, weil wir uns nicht mehr erinnern. Und wenn wir uns erinnern, waren wir länger als 3 Minuten wachen.

Das heißt, DURCHSCHLAFEN ist eine Illusion an die ich mich die letzten 5 Jahre umsonst geklammert hatte. Was ja eigentlich nicht schlecht ist, dass es mir gar nicht möglich ist, realistisch gesehen, durchzuschlafen. Meine Kinder wachen somit sogar öfter als 28 Mal auf, was wiederum die offenen Augen von der Prinzessin erklären, wenn sie mich manchmal angesehen hatte im Schlaf (was ein bisschen scary – viel – ausgesehen hat) und der Jr. der zumindest 1 x pro Nacht länger als 3 Minuten munter ist, um mich zu wecken – länger als 3 Minuten – damit ich ihn holen kann. Aber sonst schlafe ich eigentlich sofort immer weiter und habe auch kein wirkliches Problem mit dem Einschlafen und laut dem Beitrag leide ich somit unter KEINEN Schlafstörungen. Was wiederum erleichternd ist.

Es zeigt mir, dass diese Vorstellungen in meinem Kopf ablaufen. Ich bin aber neugierig, ob ich morgen früh wirklich fitter und mehr ausgeschlafen sein werde, jetzt wo ich die wissenschaftliche Erkenntnis von Schlafen kenne. Was ich mir überlege ist jedoch, ob ich mir so einen Wecker mit Aufwachlicht kaufen werde, weil mit einer gescheiten Produktion von Cortisol auch das Aufwachen und Muntersein besser funktionieren soll.

#223: Klimaschutz und so

In letzter Zeit habe ich mich viel mit Klimaschutz, politischer Ökologie und dem Klimawandel beschäftigt. Und eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll! Es gibt immer noch Klimaleugner, wer mehr über deren abstruse Ideen lesen will, geht einfach auf skepticalscience.com, weil durchaus haben sich die Gletscher erholt, aber die Gletscher sind nicht alles. Die Kontinente erwärmen sich wesentlich rascher als die Meere. In Österreich liegen wir bei rund + 2 Grad, während das globale Niveau bei 0,8 Grad liegt. Auch Anomalien sind heute wesentlich stärker wahrnehmbarer als sie noch früher waren. Hitzeereignisse werden nicht mehr nur alle 5 Jahre gemessen sondern jährlich.

Das Ziel auf welches sich Klimatologen, Politik, BürgerInnen und Unternehmen einigen sollten wäre eine globale Erderwärmung von + 2 Grad und zwar sollte diese Erwärmung konstant und stabil bleiben. Dann hätten wir 2050 immer noch mit massiven Veränderungen zu kämpfen, da die Küstenlinie in Europa sich verschieben würde und Niederschlagsmengen im Norden wesentlich mehr und im Süden um ein vielfaches weniger werden würde. Ich denke, wir können uns gar nicht vorstellen, was das bedeutet. Wie sich unser Leben verändern wird. 2050 bin ich zwar sehr alt, aber immer noch rein statistisch am Leben, ganz zu schweigen von meinen Zwein.

Univ. Prof. Helga Kromp-Kolb hat in einem Vortrag darauf hingewiesen, dass ihre Generation diesen Klimawandel massiv begleitet und mitverursacht hat. Jedoch ist es unsere Generation, die nichts dagegen unternimmt, als immer wieder um Prozentpunkte zu kämpfen. Und es wird den Jüngeren nahe gelegt einen Wandel einzuleiten, nur genau hier liegt das Paradoxon, wir befinden uns in einem scheinbar ausweglosen Dilemma. Einerseits müssen wir reduzieren (Emissionen) und ausbauen (Geo-engineering, Grün, …), und doch haben wir schon am 28.8 die Ressourcen des Planeten für ein Jahr aufgebraucht (Earth Planet Day). Wir dürften rein theoretisch ca. 1t/co2 pro kopf pro Jahr verbrauchen, der typische Österreicher verbraucht 10t.

Eine Reduktion schein ökonomisch unmöglich – denke man auch an das Interview des VOEST Vorstandes, der vor Abwanderung warnt. Wir beissen uns in den nicht vorhandenen Schwanz. Und unsere Kinder mittendrin.

Wir müssen stärker interdisziplinär zusammenarbeiten, um Lösungen zu erarbeiten. Und ich halte es mit Kromp-Kolb, die meinte, dass sie zwischen puren Optimismus und Horrorszenarien schwankt.

#222: Pubertät, wir kommen die Zweite

Wie soll man bitte als Elternteil ernst bleiben, wenn einem die bald 11jährige Tochter voller Innbrunst erklärt:“Ich will nur eines sagen (mit wirklich dramatischer Gestik, roten Flecken im Gesicht und hysterischem hohem C), dass ich dieses Buch hier nicht freiwillig lese!“

Hintergrund, wir haben ihr mehr oder weniger (eher weniger) freiwillig 5 Bücher zur Auswahl gegeben, die sie lesen könnte, darunter auch Wolfsblut von Jack London wissend, dass die Prinzessin Hunde und Tiergeschichten mag. Aber das sind halt alles Bücher, die nicht cool sind (1906 geschrieben) und überhaupt wem interessiert das, was wir „Alten“ gelesen haben.

Natürlich soll sie mir das sagen, was sie nicht will, was sie unfair findet, wie wir ihr Leben zur Hölle (nicht heute zumindest) machen, da müssen wir durch, weil wir eben wissen, dass dem nicht so ist, dass wir es nur gut meinen, dass eben ein Buch zu lesen Spaß machen kann und hoffentlich wird. Und ja ich bin froh, dass es nur solche Themen sind mit denen wir uns herumschlagen. Aber es ist ein gutes Training für all‘ das Kommende.

#221: Freunde kann man sich aussuchen

Und Familie nicht. Ich habe es mit Beiden gut getroffen. Am Wochenende haben wir den 5ten Geburtstag von Pam-Pam gefeiert. Und zwar mit Picknick Decke, Prosecco, Schnitzerln, Himbeersaft, Roastbeef und Fleischleibchen uvm. auf der Jesuitenwiese im Prater. Es waren 11 Kinder, noch mehr Eltern und Erwachsene und sogar 2 junge Erwachsene, die der Einladung gefolgt sind. Die Sonne hat geschienen und die Kinder haben sogar in feinster Feinripp-Unterleiberl Manier Fussball gespielt. Ich kann gar nicht dankbarer sein für diesen wunderbaren Tag, weil nicht nur, dass wir herrlichstes Wetter hatten, wir haben auch fast alles aufgegessen und ausgetrunken. Um 10 Uhr als wir aus unserer Haustüre gingen, fühlte ich direkt wie meine balkanesischen Wurzeln aus jeder Kiste und Kühlbox (3 Kisten, 2 Kühlboxen) herausjubelten. Vor Ort belegt wir den besten Tisch und breiteten uns entsprechend aus.

Wir spielten Fussball. Männer verletzten sich (wie es sich gehört mit entsprechender Vorwärtsrolle und Urschrei). Kinder stritten und vertrugen sich. Eltern schliefen, tratschten und genossen die Sonne.

Ich bin dankbar für diese Freunde, deren Kinder auch die Freunde meiner zwei Kinder sind (groß und klein!). Ihr habt diesen Tag zu einem wundervollen Erlebnis gemacht.

#220: Pubertät, wir kommen

Es ist blöd, wenn man sich selbst nicht mehr so an seine eigene Pubertät erinnert oder wann sie angefangen hat, wie lange und wie man sich gefühlt hat, nämlich tatsächlich. Das ich dachte, dass meine Eltern mich sowieso nicht verstehen, total uncool, gemein und einfach Eltern waren, daran erinnere ich mich, aber dieses tiefe innere Gefühl verblast irgendwie und relativiert sich mit den Jahrzehnten.
Und ja, ich habe sogar mit meiner Mama „gerauft“, da ich der Meinung war, dass sie den Modeschmuck meiner Oma nicht haben durfte. Und ich habe sie angeschrieen, Türen geknallt und war frech. Wie das meine Eltern ausgehalten haben, frage ich mich manchmal.
Auf ein entsprechendes Streitgespräch mit meinen Eltern habe ich ihnen vorgeworfen, dass sie selbst schuld seien, den sie hätten ja keine Kinder bekommen müssen.

Meine Prinzessin ist noch nicht ganz so weit und noch Lichtjahre von so einem Benehmen entfernt, aber die emotionalen Hochschaubahnfahrten beginnen langsam und geben mir das Gefühl, dass ich in einem Wagon sitze, der erst langsam in Fahrt kommt und mit Höhen und Tiefen immer schneller wird. Nur das mit dem Bremsen wird mir immer mehr bewusst, das funktioniert nicht.

#219: Gewalt und Philosophie

Was hat Gewalt mit Philosophie zu tun? Gewalt kämpft immer noch damit sich in seiner Begriffsdefiniton wiederzufinden. Schon alleine das scheint gewaltig gewalttätig abzulaufen. Wo noch bis in die 1960er Jahre der Fokus auf der physischen Gewalt lag, wandelte sich mit Habermas dieser Fokus, weil schlussendlich man argumentieren könnte, dass überall ums uns herum Gewalt ist. Soziale, sprachliche, politische … Gewalt findet sich in allen Medien, in Kunst und im Eltern- und Kindsein.

Sogar Sartre gibt an, dass Gewalt nicht ohne Gegenwart existiert. Somit Schuld sind sowieso immer die anderen. Und wer kennt das nicht? Nicht nur von seinen Kindern und sich selbst scheint es immer einfacher zu sein zu relativieren. Er oder sie hat angefangen und somit sollen Handlungen gerechtfertigt werden.

Eine Definition, die mich persönlich anspricht, ist die, dass Gewalt den Anderen in seiner Andersartigkeit negiert und verletzt. Wobei Andersartigkeit nicht sichtbare Andersartigkeit notwendigerweise beschreibt, wobei natürlich kann (von den großen Ohren angefangen) aber oftmals eben etwas ist, was nicht greifbar ist, was uns unterscheidet in unserer Art und Weise von dem Anderen.

Kinder sind hier besonders betroffen, einerseits in ihrer eigenen Abgrenzung zu dem Anderen und andererseits im Verletztwerden durch Worte und Sprache und Verhalten. Sie können dadurch mindestens gleichermassen verletzt werden, wie durch physische Gewalt. Wir sehen aber leider oft nur die sichtbaren Verletzungen und nicht die anderen.

#217: Lernen lernen

Im Gymnasium hatten wir Eltern mit den Kindern bereits einen Workshop zum Lernen lernen und eigentlich ist fast zu spät. Kinder müssen bereits davor lernen, wie sie richtig lernen können. Was ihre individuellen Strategien sein können, um sich Vokabel, Grammatik und Hausaufgaben-Merken zu merken.

Für das Hausaufgaben-Merken hat sich bei uns eindeutig WhatsApp etabliert, dort erfolgt der Austausch der Nummern und zeitlichen Informationen, hingegen Lösungen werden noch mit dem Vermerk „das ist ja schummeln“ nicht verteilt. Überhaupt sind wir als Eltern sehr gefordert – wöchentliche Tests in Biologie, Englisch und Deutsch (ich werde zum Abprüf-Profi) und natürlich den täglichen Hausaufgaben. Wobei ich es schon bedenklich finde, wenn in Englisch 3 Seiten Vokabeln (inkl. ganzen Sätzen) Woche für Woche gelernt werden müssen, jedoch im Buch Seiten und sogar ein Kapitel ausgelassen wurde, da Kinder sich das „alleine“ anlernen sollen. Wie soll das funktionieren?

Heute ist wieder ein „Lernen lernen Workshop“, beim Letzten bin ich fast eingeschlafen, ob des Frontalunterrichts und den „NO-na-ned-gut-gemeinten-Ratschlägen“. Ich muss diesmal nicht dabei sein, und meine Prinzessin tut mir jetzt schon leid. Dabei wäre ein didaktisch gut aufbereite Lernstunde sicher wertvoll für die Kinder wäre, da sie mit einem Mal von der „Ei-Ei“ Volksschulwelt in die „uns-bist-du-egal“ Gymnasiumswelt fallen. Auffangen werde ich die Prinzessin alle Mal, weil der Weg zum Erwachsenwerden ist noch lange genug und muss nicht innerhalb von 6 Monaten vollzogen sein.

Dialoge: ewig

Mama: Ich liebe dich unendlich.
PamPam: Das weiß ich eh schon ewig.
Mama: Ich muss es dir trotzdem sagen.
PamPam: Nein musst du mir nicht sagen.
Mama: Doch, weil ich das so fühle, und dann muss ich das so sagen.
PamPam: Wenn es sein muss …

#213: Bildungsstress

Bildung ist weitaus mehr als ein festzuschreibendes Ziel in einer Gesellschaft, es ist die wichtigste Möglichkeit und Chance um eine stabile Zukunft zu gewährleisten. Und für ein Land, eine Gesellschaft geht es um weitaus mehr als nur um wirtschaftliche Belange, sondern auch um die Sicherheit und Stabilität einer Demokratie.

Bildung sollte auch nicht das Machtelixier der Oberschicht und Eliten werden. Kinder sollen Freude und Spaß am Lernen haben, Werte vermittelt bekommen, die abseits von BIPs und perfekten Lebensläufen stehen.

Ich gehöre der niedrigen Prozentzahl an, denen man nachsagt, dass sie kaum Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss haben, als ihre Eltern. Mein Vater hat einen abgeschlossenen Lehrberuf, meine Mutter noch nicht einmal das und war Zeit ihres Lebens Hilfsarbeiterin. Bildungsfern würde ich mein Elternhaus trotzdem nicht bezeichnen. Mit meinem Vater diskutierten wir über Politik, Wirtschaft und soziale Themen und oft oder fast ständig waren sie heftig und lauft.
„Ihr seid’s noch nicht da, wo ich heute bin. Wirst schon sehen, wenn du mal in meinem Alter bist …“ Meine Mutter war das ausgleichende Ventil, versuchte die Ruhe zu bewahren oder dazwischen zu schreien, dass sie das mit uns nicht mehr aushält, jeden Sonntag das Gleiche … Sie haben uns (meinem Bruder und mir) den Raum gelassen, zu lernen, selbst zu erfahren, kritisch zu sein.
Insofern stimmt es, dass Bildung im Familienverbund beginnt und gestärkt werden muss. Aber es darf auch nicht dazu führen, dass der Druck auf Kinder so enorm ist, dass Kinder nur noch funktionieren dürfen – zu einem Abziehbild ihrer überengagierten Eltern werden.

Wie schon unzählig oft gefordert, muss das Bildungssystem verändert werden. Ein System, dass noch mit schulfreien Tagen aus dem 19 Jahrhundert brilliert (Dienstag nach Pfingsten und Ostern ist deswegen frei, weil früher Lehrer in den Kirchen Orgelspielen mussten und man ihnen somit einen freien Tag zur Verfügung stellte), ist doch mehr als hinterfragungswürdig, vor allem, wo wir im 21 Jahrhundert angekommen sind.

Nur WARUM lässt sich dieses System nicht ändern, daran scheitere ich in meiner Vorstellung, vor allem wenn ALLE (Politik, Eltern, Experten, Nicht-Experten, Lehrer, Schüler, …) es wollen.

#208: g’scheit schreiben

Seit Anfang der Woche bin ich ganz im Derrida, Deleuze und Philosophie-Fieber. Ich schreibe nämlich eine Seminararbeit über … DAS SPIELZEUG! Ja auch darüber lässt sich klugscheissen. Weil was ist Spielzeug wirklich? Wann ist was Spielzeug? Es kann sich ständig ändern, kann einmal DAS sein, dann was anderes. Das was jeder eben entscheidet. Schaut man sich Kinder an, dann sehen wir, dass aus dem Ast von Kampfwaffen (Wohl das Beliebteste, was noch urzeitmenschlich in uns verwurzelt ist.) bis hin zu Schistecken umfunktioniert werden. Unsere Legomaxerln habe keine Hände, Haare und manchmal hängt der Kopf auch nur am Fuss des anderen Maxerls. Nichts scheint so wie es ist und nichts muss so sein!

Etwas was wir Erwachsene eigentlich eh schon vergessen haben. Aber wir uns unbewusst dies durchaus noch zu Nutze machen, indem wir im Sport unsere Schuhe auf einmal zum Sündenbock des verlorenen Spiels machen, der Schläger nicht mehr der ist, der er einmal war. Oder denkt man an die Spielchen, die wir im Job oder in der Gesellschaft spielen, wo wir Kleidung und andere Machtsymbole zu unserem Spielzeug instrumentalisieren, um etwas darzustellen, wo wir uns fragen können, ob wir das überhaupt sind.

Somit beschäftige ich mit dem Zeug und versuche Parallelen zu ziehen, die uns keine Antworten geben müssen, aber einen Gedanken, der wiederum zum Nächsten führen kann.