Archiv der Kategorie: Kinder

#126: Sammelwahn

Letztens haben wir wieder getauscht, und zwar Disney Karten und uns haben noch 7 Stück gefehlt. Der Vater der sammelnden Prinzessin, es ist das erste Buch dieser Art, war noch motiviert und hatte alles feinsäuberlich sortiert und ins Buch gepackt, dass war zumindest der erste Gedanke, bis er bemerkte, dass seine Tochter und Frau schon wieder Karten herausgenommen hatten, um sich diese anzusehen. Beim erneuten Einsortieren und für uns die Doppelten durchschauen, merkte man schon eine gewisse Unruhe und dezente Fluchaussagen.

Auf meinen Hinweis, dass er ab dem dritten Sammelband dann alle Lebensmittelketten, wie Billig, Sparefroh und Markttag hassen wird, hat er noch nicht ganz ernst genommen, aber beim ersten Mal Sammeln ist ja noch alles süß und frisch. Ich bin ein leidgeprüftes Konsumterror-Opfer, dass sich auch noch so halbfreiwillig dem ganzen Wahnsinn aussetzt, weil wenn nicht ich sammle, sammeln auf einmal alle Omas und Opas für den Nachwuchs mit, und deswegen haben wir auch 2 Plüschbananen

#121: Allheilmittel

Mein Sohn hat am Wochenende die Möglichkeit bekommen sich die Verletzungen und Narben seines Onkels anzusehen, der bei einem Autounfall schwer verletzt wurde. Immer wieder musste er das T-shirt hochziehen und ihm die Narben zeigen, rauf/runter, rauf/runter und immer wieder die Frage, zeig es meiner Mama. Ich habe die Verletzung nicht gesehen, da es ihm einfach unangenehm ist und ich das gut verstehen kann. Es geht hier um einschneidende Erlebnisse, die zu teilen nicht einfach sind.

Trotzdem wollte mein Jr nicht aufgeben, da es ihm wichtig war, und er sich wie es schien alles ganz genau ansah. Also kam das ultimative Argument, komm zeig es mir nochmals und dann Mama, die gibt dir dann ein Bussi.

Ist es nicht wunderbar, wie wichtig und all-heilend noch Bussis und Küsse sind. Warum vergessen wir Erwachsenen nur dieses Zaubermittel, dass uns als Kinder noch jeden Schmerz und jede Trauer verschwinden hat lassen? Und was passiert, wenn es uns nicht gut geht, wir anstellen uns selbst zu bemitleiden, uns ein Bussi von unseren Liebsten (und das kann doch auch Freunde miteinschliessen) zu holen.

#120: ausplaudern

Stimmt es, dass wir als Eltern Sachen über unsere Kinder erzählen, die so nicht stimmen? Meine Prinzessin beschwert sich darüber, dass ich erzähle, dass sie unter Jet lag leidet, und zwar so massiv, dass ich ich mich mehr als einmal über ihren Ton und Ausdrucksweise alteriere. Ich solle aufhören so einen Blödsinn zu erzählen, wobei ich das ja nur erzähle, weil sie nächtens meine Bettseite blockieren will und herumwandert (es ist zusätzlich noch heiß). Somit hat das meiner Meinung nach durchaus seine Berechtigung. Aber eben nicht für sie! Hat sie ein anderes Empfinden, Wahrnehmung, Verständnis davon was Jet lag ist? Oder ist das uncool und hat man nicht. Ich muss auch dazu sagen, dass sie in fast 10 Jahren noch nie (!!!!!) freiwillig müde war.

Ich weiß nur, dass ich früher (wie ich jung war), mich über meine mama geärgert habe, weil sie peinliche Sachen bzw unangenehme Geschichten erzählt hat. Im Boden hätte ich versinken können. Das tu ich ja eh nicht, oder sehe ich jetzt diese Dinge anders?

Reisebericht: New York und Kinder

Im Flieger nach Hause fragte mich ein Amerikaner, ob es gut funktioniert mit einem 3 jährigen so lange Strecken zu fliegen, da seine Tochter gerade einmal ein paar Monate alt ist und er unsicher ist. Die Prinzessin flog zum ersten Mal mit 6 Monaten und das nach Hamburg, um weiter auf die Insel Föhr verschifft zu werden. Heute ist sie fast 10 Jahre und hat mehr Flugmeilen gemacht, als ich in diesem Alter – nämlich 0, da ich das erste Mal erst mit 19 Jahren geflogen bin. Bisher hat sie gesehen Teile Nordamerikas, Deutschland (div. Städte), Barcelona, Cran Canaria, Ägypten, Amsterdam, mehrfach London, mehrfach Rom, … und wahrscheinlich habe ich noch etwas vergessen. Rambo Junior begann ähnlich früh und hat bereits 2 Transantlantik-Flüge und einige innereuropäische Flüge hinter sich gebracht.

Natürlich ist es anstrengend mit Kindern zu fliegen und vor allem sich Städte anzusehen. Aber es ist auch zu Hause mal anstrengend. New York ist eine riesige Stadt und alleine diese Größe ist beeindruckend auch für Kinder. Alleine sich auf der Straße fortzubewegen kann für Kinder eine Tour voller beeindruckender Sehenswürdigkeiten sein, wir dürfen nicht vergessen, dass das was wir als „langweilig“ und „normal“ sehen, für Kinder ganz anders sind. Feuerwehren, Rettungsfahrzeuge und Polizeifahrzeuge, die anders aussehen und sich anhören – wir hatten das Glück, dass gleich die Straße hinunter eine Feuerwache war.

Der Centralpark, eine grüne Oase, wo Baseball gespielt wurde, seitdem musste jeden Abend im Fernsehen geschaut werden, ob die New York Yankees gerade spielen. Die Schildkröten im Centralpark, die lustig ihre Köpfe aus dem Wasser gehalten haben, die Eichkätzchen, die kreuz und quer gelaufen sind, auf der Suche nach Futter. Der Schmetterling, der sich frech auf das Kleid draufsetzt und nicht mehr wegfliegt. Das sind lauter kleine Abenteuer.

Eine der Höhepunkte war natürlich das American Museum for natural history (bekannt aus Nachts im Museum), und alleine der dicke Kuss, den unser Junior der Steinfigur von den Osterinseln gegeben hat, hat mir gezeigt, dass das Glück für Kinder vielleicht manchmal groß aber nicht teuer sein muss.

#111: Omazeit

Meine Prinzessin ist für eine ganze Woche „ausgezogen“ – zur Oma und Opa, um in Ihre Ferien zu starten. Ich kann mich noch erinnern, wie ich in meinen Sommerferien für eine Woche oder ein paar Tage zu meiner Oma nach Kaisermühlen kommen durfte. Ich habe es geliebt, weil ich bei ihr all‘ das durfte, was zu Hause verboten war (was nicht stimmte, aber es hat sich so angefühlt). Spät abends bin ich bei ihr im Bett gelegen und während meine Oma einen Arztroman las, wechselte ich zwischen Rätselkrone und Fürstenromanen. Zum Würstelstand ging es mit der weihnachtlichen Keksdose, damit ich meine geliebten Pommes Frites bekam.

Es war einfach wundervoll und egal wie oft ich mich zu Hause gelangweilt habe, diese Langeweile wäre bei meiner Oma nie aufgekommen.

#106: Rugby

Ich bin ein begnadeter Sport-ereignis-Zuseher. Ich kann mich für fast alles begeistern und gerade Sportarten, die abseits des Mainstreams sind, gehört mein Herz, meine Stimme und mein Einsatz. Neben Eishockey, Rudern, American Football und Handball, habe ich heute einen ersten Versuch mit Rugby gewagt. Dazu muss ich sagen, dass es das Bundesliga Finalspiel war (Donau gegen Stade) und ich von dem Spiel zwar namentlich schon viel gehört hatte, jedoch von Regeln, Ablauf und Aufbau nichts und zwar absolut nichts wußte.

Vor Ort habe ich schnell im Internet die wichtigsten Regeln mir angesehen, Tanja hingegen war so professionell vorbereitet, dass sie sich sogar Videos auf Youtube ansah, was aber genauso wenig geholfen hat. Es ist aber nicht so schlimm nichts zu verstehen, wenn man merkt, dass die umliegenden Personen auch nicht mehr wissen. Peinlich wird es dann nur, wenn man klatscht und anfeuert und dabei hat das gegnerische Team einen Vorteil. Gekonnt mit viel Charme und witzigen Kommentaren umschifft man dann solche Momente.

Diese Sportart ist herrlich erdig. Ein Kontaktsport, wo ich aber trotzdem das Gefühl hatte, dass es nicht um reine Brutalität geht, sondern gezielter Krafteinsatz mit ganz viel Laufbereitschaft und Koordinationsgefühl. In den 2 Halbzeiten (und ich habe keine Ahnung wie lange eine dauert) hat man ausser Krämpfen keine schweren Verletzungen gesehen, kein Haxerlstellen (wie im Fussball).

Aber das Beste ist, dass dies ein Sport sein könnte, der für meinen Sohn der RICHTIGE ist … Draufhaun und „Raufen“ auf Erlaubnis. Das Rugby Ei haben wir schon (DANKE an Max), die Stoppeln auf den Schuhen wünscht er sich und das grüne Dress der Donau Union soll seine Ausstattung sein …

#104: Spannung

Eigentlich wollte ich heute über etwas ganz anderes und banales schreiben, aber die Situation mit meinem Sohn am Morgen war sehr anstrengend, dass ich bis jetzt brauchte, die Spannung in mir langsam abzubauen. Anstrengende Situationen gibt es im Leben mit Kindern immer wieder und manchmal bewältigt man sie mit links und manchmal gar nicht. Und ich hatte heute das Gefühl, dass ich nichts erreichen konnte, weder ihm noch mir zu helfen aus der Situation herauszukommen. Während ich direkt fühlen kann, wie er eine innere Spannung in sich aufbaut, bin ich damit beschäftigt meine innere Spannung nicht explodieren zu lassen. Also ist es eine Loose-Loose Situation und diese Erkenntnis macht es für mich in dem Moment nur schlimmer.

Natürlich ist es so, dass es nur eine Momentaufnahme ist und ich meine Kinder liebe, versuche das Beste für beide zu tun, abgestimmt auf ihre Bedürfnisse – und alleine das ist schon eine Aufgabe, weil eben jeder/jede etwas anderes braucht – , aber es funktioniert halt nicht immer so, und das frustriert, macht wütend und traurig und zeigt, dass ich nicht perfekt bin, Fehler mache, aber daraus lerne. Oder besser gesagt, es versuche.

#103: Elternvertreter im Kindergarten

Seit heuer hat der Kindergarten meines Sohnes Elternvertreter, die das Sprachrohr der Eltern zu den Pädagogen sein sollen und vice versa. Ich bin Elternvertreter, da ich darum gebeten wurde und das System ist leider nicht mit dem der Schule vergleichbar.

Der Grund warum diese Elternvertreter eingeführt wurde, lag darin, dass Kindergärten keine Geldbeträge/Spenden mehr entgegen nehmen dürfen. Das beginnt bei der Abwicklung des Fotographens und endet bei den Kinder-Eltern-Festen, wo Buffets (da gibt es jedoch noch zusätzliche Herausforderungen) organisiert werden sollen. Dazwischen gibt es Kundergartenabhängig noch weitere Themen wie hauseigene Foto-CDs, Federpenale, Ausflüge, Anschaffungen …

Womit wir als Elternvertreter konfrontiert sind, dass es keine einheitliche und abgestimmte Information gibt, Rechte und Pflichten betreffend oder gesetzliche Rahmenbedingungen (die vor allem die Verköstigung bei Festen betreffen). Wo liegt der Unterschied, dass in einer Schule bei einem Schulfest Kuchen und Torten gebracht werden dürfen, und die Verantwortung anscheinend nicht bei der Schule liegt, jedoch im Kindergarten wir vor Problemen stehen, dass nicht einmal eine gekaufte Torte mit Rechnung und MHD bereitgestellt werden darf, da die Kühlkette nicht nachvollzogen werden kann?

Damit werde ich mich im Sommer beschäftigen und auf Ursachensuche und Lösungsumsetzung gehen. Habe ja sonst nichts zu tun ;).

#87: Muttertag oder so

Meine Mama hat absolut recht, wenn sie sagt, dass jeden Tag Muttertag sein sollte. Genauso auch wie der Vatertag, den einen Tag herauszupicken, wo man einer bestimmten Person gedenkt, sie hochleben lässt, ein paar Blumerln vorbeibringt, bringt nur dem schlechten Gewissen und der Industrie etwas.

Mein 3jähriger Sohn hat am Mittwoch Abend schon seinen Blumentopf ganz beschämt mir auf den Tisch gestellt, weil dieser für mich ist, heute morgen musste ich mir das gelernte Lied dann selbst vorsingen, als er mir die selbstgebastelte Karte in die Hand drückte. Und meine Tochter mit 9 fragt mich seit Mittwoch, ob ich eh Kerzen und Blumen mag, sowie die Farben rot und lila …. Dazwischen hab ich Gezicke, Wutanfälle und auch Schmuseeinheiten zu meistern. Also alles beim Alten und etwas Schnick-Schnack dazu, lieber ist mir da ein ehrliches – ich habe dich lieb, mag dich jetzt nicht, halte mich fest, geh weg,

#84: kein Freizeitstreß

Gestern konnte ich meinen eigenen Kindheitstraum erleben oder besser gesagt miterleben. Meine Tochter hatte ihr erste Longe-Stunde! Reiten war schon seitdem sie 3 ist ein Thema aber dazwischen hatte sie die Möglichkeit die unterschiedlichsten Sport-, Bewegungs- und Interessensgebiete zu erkunden und auszuprobieren. Vor allem, weil Reiten körperliche Stabilität und Entwicklung benötigt.

Ich konnte als Kind und Jugendlich auch alles ausprobieren, was mich interessiert hat. Bei mir waren es vornehmlich Instrumente und musische Kurse, wobei ich nach einem Jahr oder noch viel öfters früher nicht mehr wollte. Alleine das Singen im Chor, alleine, in der Gruppe oder das Theaterspielen waren eine Konstante von Volksschule bis zur Matura. Nur Reiten das war finanziell bei meinen Eltern nicht drinnen, es ist damals wie heute ein kostenintensives Hobby. Vielleicht weil ich alles ausprobieren konnte und sehr frei in meinen Entscheidungen war, versuche ich diese Möglichkeiten meinen Kindern so weiterzugeben. Der große Unterschied ist, dass meine Tochter wesentlich zäher ist und länger bei den meisten Sachen durchhält als ich. Was aber auch dazu führt, dass ihre Woche gut befüllt ist, mit Ballett (seit 6 Jahren), mit Fussball (seit 3 Jahren) und abwechselnd hat sie schon gemacht bzw. macht es noch Judo, Singen, Vital Training, Voltigieren und eben jetzt Reiten. Auf die Frage einer Freundin an meine Tochter, wann sie denn dann mich sieht, wenn sie fast täglich etwas machen will, kam: „Wieso ich schlaf eh zu Hause und Wochenende gibt es auch noch …“.

Ich denke, machne Anlagen hat sie dann doch wohl von mir :)!