Heute war ich mit meiner Tochter beim Kinderarzt natürlich rundherum Kranke Kinder, vor allem im Kleinkindalter, die entweder sich sich gar nicht bewegten oder brav am Tisch spielten und dann auch noch entzückende Laute von sich gaben. Dann kam auch noch ein knapp 2jähriger Bursche hinein, der sich einen Sessel schnappte um sich zu dem Mädchen zu setzen, dass Steine stapelte. Nicht nur, dass er ihr zusah und mitgluckste, nein der gab ihr auch noch Steine und half … In dem Moment tauschte ich vor meinem geistigen Auge dieses Kind mit meinem Sohn aus und sah schon die Steine fliegen, in seiner unverwechselbaren Art sich zu platzieren um zu sehen, ob und wer sich im entgegenstellt. Ich würde Schweißperlen auf der Stirn haben und versuchen zu verhindern, dass er in seiner charmanten Art alles an sich reißt und wenn er es nicht haben kann auch notwendigerweise zerstört. …
Beim Aufrufen unseres Namens, denke ich nur:“Scheisse, ich will auch …“
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#14: Was ist Weihnachten?
Heute haben wir für nur eine gute halbe Stunde uns zusammengesetzt und mit den Kleinsten die erste Kerze am Adventkranz angezunden. Wir lasen eine Geschichte darüber was Weihnachten ist, da ein Kind dem Christkind einen Brief eben mit dieser Frage schickte. Schön war, dass die kleinen Burschen die Geschichte mitkommentiert hatten, was eben so zu Weihnachten gehört, der Brief, die Kekse, die Kerzen, der Duft und das Singen als auch der Schnee. Mit drei sind die Geschenke noch nebensächlich, es geht um die Aufregung, das Freuen über jeden Tag, dass was wir viel zu oft vergessen.
#8: Typologien
Mea Culpa – ich bin heute ganz böse von einer Freundin auf das Mütterbild angesprochen worden, weil sie sagt, dass sie sich durchaus auch in der bio-ichbinganzmama-Typologie wiederfindet, zumindest ab und an, und eigentlich ist sie ja auch cool, oder nicht?!? Muttersein und aber auch noch Frau, coole Freundin, … ist nicht immer einfach im realen Leben unterzubringen. Ich denke, dass wir aber zu oft vergessen an uns zu denken, an die Person, die wir sind und nicht, daran was Gesellschaftsschichten (Bobos, Bios, Dinks, Emus, … ) von uns erwarten zu sein. Und ich kenne die Mütter, die alles um sich herum vergessen und nur mehr Ihre Kinder im Zentrum des Geschehens wahrnehmen, und diesen Müttern diametral gegenüber stehen dann Mütter, die ihre Kinder als Notwendigkeit sehen, wenig Zuneigung schenken, sie drillen, weil das Kind doch bitte ihrem Niveau (?) entsprechen sollte. So kenne ich einen damals 4 jährigen, der zwar alle lateinischen Begriffe von Fischen kannte, aber eine Umarmung nur vom Zusehen aus der Ferne. Es sind die Extremen, die immer polarisieren, und natürlich mag ich meine coole bio-caring-Mama immer noch sehr.
#7: Kinderturnen
9 Jahre Muttersein hat es gebraucht, bis ich auch bei einem Kinderturnen vorstellig werden durfte. Und ganz ehrlich, ich weiß jetzt auch warum es mich so gesträubt hat. Und ja ich scheine diese Mutter zu sein, die an einem sozialen Austausch recht wenig interessiert ist. Wobei ganz so ist es nicht, meine Tochter geht seit Jahren in Ballett – und ich Kaffeetrinken oder einkaufen. Unsere Treffen mit zuerst Kleinkindern begann mit einem herrlichen Frühstück mit Prosecco und endete im Kinderalter mit Olivenbrot, Antipasti, Kuchen und Prosecco.
Aber auf das hier hat mich keiner vorbereitet, Mütter und Väter, die ausschließlich über Bio-Kindernahrung, dem Talent ihrer Kinder sich unterhalten und wie Familienunfreundlich unsere Gesellschaft ist, weil beim Kinderturnen, die Eltern mit Nachwuchsbegleitung nicht im Turnsaal sich befinden dürfen. Natürlich wird mein ernster Ton gegebüber meinem Sohn sträflichst mit strengen Blick bestraft, nachdem ich ihm sage, dass es ein Kinderturnen für Kinder ist, und ich einen Teufel tue, um hineinzugehen.
Jetzt dauert es noch 15 Minuten, mein Sohn ist seitdem beim Klettern, Schaukeln und Toben und indem ich hier tippe und tippe ignoriere ich fragende Blicke, um meine Meinung zu diesen und ähnlichen Themen abzugeben. Aber Gott sei es gedankt, haben diese Eltern Zuspruch, nicht zuletzt durch die eigenen Kinder, die alle gefühlten 5 Minuten kommen, um zu trinken, Pipi zu gehen und was weiß ich noch …
#4:Kinder und deren heile Welt
Eltern beeinflussen ihre Kinder, das ist auch ganz natürlich und verständlich. Wo mein Verständnis endet ist, wenn Kinder in Themen hineingezogen werden, die nicht ihre sind. Dann kann gar nichts anderes passieren, als dass sich die Kinder auf die Seite der eigenen Eltern schlagen müssen, vollkommen unreflektiert und in einer oft unangemessenen Weise. Was unangemessen ist? Wenn ein Mädchen zu seiner Mutter läuft und vollkommen verstört erklärt, dass der T sie umbringen möchte, weil sie einen Vater hat, der böse ist. Einen Vater, der eigentlich von Ts Vater umgebracht werden könnte, … Wie erklärt man dann diesem Mädchen, dass es sich keine Sorgen machen soll, dass dieser Konflikt einer der Erwachsenen ist, dass es auch der T nicht richtig versteht, weil eben der Erwachsene es nicht schafft seine Unzulänglichkeiten und wirren Gedanken bei sich zu behalten. Es ist ein Versuch die Welt des Kindes zu retten und nicht zu früh erwachsen werden zu lassen. Es ist schwierig, weil Kinder sensibilisiert sind und Augen und Ohren dann umso wachsamer werden. Aber es ist die Umwelt und das Umfeld der Kinder, die dann genau das Richtige tun können. Zuhören, Ablenken, Erklären und einfach da sein, und nur dann ist die Welt ein bisschen heiler, als sie vor ein paar Minuten noch war.
