#15: Ich will auch

Heute war ich mit meiner Tochter beim Kinderarzt natürlich rundherum Kranke Kinder, vor allem im Kleinkindalter, die entweder sich sich gar nicht bewegten oder brav am Tisch spielten und dann auch noch entzückende Laute von sich gaben. Dann kam auch noch ein knapp 2jähriger Bursche hinein, der sich einen Sessel schnappte um sich zu dem Mädchen zu setzen, dass Steine stapelte. Nicht nur, dass er ihr zusah und mitgluckste, nein der gab ihr auch noch Steine und half … In dem Moment tauschte ich vor meinem geistigen Auge dieses Kind mit meinem Sohn aus und sah schon die Steine fliegen, in seiner unverwechselbaren Art sich zu platzieren um zu sehen, ob und wer sich im entgegenstellt. Ich würde Schweißperlen auf der Stirn haben und versuchen zu verhindern, dass er in seiner charmanten Art alles an sich reißt und wenn er es nicht haben kann auch notwendigerweise zerstört. …
Beim Aufrufen unseres Namens, denke ich nur:“Scheisse, ich will auch …“

#14: Was ist Weihnachten?

Heute haben wir für nur eine gute halbe Stunde uns zusammengesetzt und mit den Kleinsten die erste Kerze am Adventkranz angezunden. Wir lasen eine Geschichte darüber was Weihnachten ist, da ein Kind dem Christkind einen Brief eben mit dieser Frage schickte. Schön war, dass die kleinen Burschen die Geschichte mitkommentiert hatten, was eben so zu Weihnachten gehört, der Brief, die Kekse, die Kerzen, der Duft und das Singen als auch der Schnee. Mit drei sind die Geschenke noch nebensächlich, es geht um die Aufregung, das Freuen über jeden Tag, dass was wir viel zu oft vergessen.

#13: die ruhigste Zeit

Ich habe schon eine Christbaum auf der Terrasse stehen, und da ich mich weigere Plastik – vielleicht auch noch mit Duftbaumgeruch – als Alternative zum Klassiker aufzustellen, habe ich einen Christbaum bei meiner hiesigen Gärtnerei organisiert.
Was sich einfach anhört, stellt mich trotzdem vor die Herausforderung, wann und wie der richtige Zeitpunkt zum Aufstellen ist.
Schreibt das Christkind einen Brief? Bringt es den Baum aufgeputzt oder nicht? Über Nacht, an welchem Tag?
Jetzt liegt er immer noch verschlossen auf der Terrasse und eigentlich sollte er am ersten Adventsonntag stehen. Aber ich denke, es wird alles wie fast immer bei mir sehr spontan entschieden werden.

#12: Die Natur

Ich höre sehr gerne die Beiträge auf Ö1 und vorgestern brachten Sie einen Bericht über Naturbestattungen. Heute ist es möglich nicht nur auf einem Friedhof klassisch bestattet zu werden, sondern auch am Fuße des Unterbergs oder auf einer Alm. Hintergrund ist für viele, dass sie ihren Nachkommen die Pflege und Kosten des Grabes ersparen wollen. Irgendwie scheint dieses Thema zur Art des Sterbens eines zu sein, dass mir des Öfteren in letzter Zeit über den Weg läuft. Zwei Bekannte von mir, eine enger der andere weniger, machen eine Palliativ Ausbildung, Karl sogar in Zusammenhang mit Kindern. Regina ist begeistert, weil sie jetzt genau weiß, was sie vor dem Sterben will, etwas was in ihrer Ausbildung Pflicht ist, sich mit dem eigenen Ende zu beschäftigen. Und nachdem ich sogar ein Profil zu Hause liegen habe, wo schon das Cover nach Sterbehilfe schreit, frage ich mich, ob und wie man/ich mich beschäftigen soll und will.
Natürlich wäre es sinnvoll, am besten schon jetzt jährlich einen Brief an meine Kinder zu schreiben, damit sie wissen, welch guten Ratschläge, wieviel Liebe und Sinnlosigkeiten (wobei das könnte das wichtigste sein) ich Ihnen mitgeben will. Das selbige gilt für Feinde und Nichtwohlgesinnte, denen man all das sagen könnte, was man nicht im Leben mitteilen wollte, wie verkommen sie sind, und was man ihnen nicht alles so an den Hals wünscht. Einen Nachlass für Familie und Freunde mit lauter Kleinigkeiten, um Ihnen zu zeigen, wie wichtig jeder einzelne ist.

Trotzdem weiß ich, dass ich es nicht tun werde, um nicht hinsehen zu müssen auf das Wie, Wann und Warum. Was ich aber weiß, ist, dass ich bei meinem Begräbnis eine Party will mit Musikstücken, die mir immer wichtig waren, die die Situation auch vielleicht etwas karikieren – it’s all over now Baby Blue (Falco), Dancing Queen (ABBA), she’s a Rainbow (Stones) – und bitte niemand soll in schwarz kommen, nur weil man das so macht. Und eines noch, ich hätte gerne einen Briefkasten, damit jede/r sich mitteilen kann. Und ja ich weiß auch selbst, dass das etwas exaltiert ist, aber wenn schon komisch im Leben, dann auch bitte zum Ende. Ende

#11: die SMS

Was soll man davon halten, wenn eine Frau einem erzählt, dass der eigene Mann via SMS gebettelt hat, um wieder ins eheliche Bett kommen zu dürfen. Er versteht sogar, dass sie zur Zeit unleidlich ist, aber trotzdem würde er darum bitten, wieder in den ersten Stock ziehen zu dürfen.
Frau ist in dieser Beziehung das Alphaweibchen und er eben der Waschlappen, aber Mann versucht es mit unterwürfigen Gehabe und Dauergrinsen sich durch die privaten und beruflichen Beziehungen mit seiner Frau durchzulavieren. Was für Bekannte, Familie und Kollegen und Mitarbeiter eher ein ermüdendes Lächeln hervorruft.
Ob sie ihn noch liebt? Nachdem er immer noch schoßhündchenhaft ihr hinterher dackelt, zweifle ich daran, aber wer weiß, vielleicht darf er eh irgendwann wieder rauf in den ersten Stock.

#10: Adventkränze

Heute war ein großartiger Tag, für mich startete heute die Weihnachtszeit. Adventkranzbinden, ersten Weihnachtslieder, chaotisches Treiben im Haushalt Biegenzahn, und Lachen ohne Ende mit Familie und Freunden.
Ich gebe es auch gerne zu, ich liebe die Weihnachtszeit. Und natürlich kann und muss man die Kommerzialisierung hinterfragen, und aufpassen, dass man keinem Kaufrausch, Kaugummi-Plastik-Weihnachtsmarkt und dem chemisch-raffinierten Punsch erliegt, aber so falsch machen wir das die letzten Jahre nicht.

Konzentration auf Freunde, Zeit mit der Familie, zu überlegen, was den anderen glücklich macht, ein innerliches zur Ruhe kommen. Das Gegenargument, dass wir doch das ganze Jahr uns entsprechend verhalten sollten, ist richtig und ich denke, dass ich es so versuche zu leben, jedoch in dieser Zeit mache ich es einfach noch bewusster. Es geht auch um Vermittlung von Werten und Einstellungen, von Möglichkeiten und Wünschen.

Und ja es macht mich glücklich, dass erste Mal „Last Christmas“ von Wham im Radio zu hören. Dann heißt es, laut aufdrehen und mitsingen mit aller Inbrunst und aller Falschheit.

Schöne Weihnachtszeit!

#9: Bandbreite an Gefühlen

Letztens habe ich mit meiner Freundin J diskutiert, ob man hassen darf oder nicht. Wie gut ist es für einen selbst, negative Gegühle zu haben? Welches Vorbild ist man? Und ist nicht aber notwendig Gefühle in seiner vollen Bandbreite zu zeigen und zu fühlen? Immer wieder kehre ich gedanklich zu ihrer Aussage zurück, dass ich nicht hassen soll, weil es nicht gut wäre für mich. Aber was ist mit verachten und verabscheuen? Sind das Ausprägungen von Hass? Eine Frage führt zur anderen und ich habe keine Antwort darauf.
Was ich weiß, bzw. fühle, ist dass ich Menschen verachte und verabscheue. In meiner Diskussion mit J bin ich soweit gegangen zu sagen, dass ich sie hasse. Und für mich persönlich gibt es auch valide Gründe, begonnen damit wie sie Menschen herablassend behandeln, über Familienmitglieder schlecht reden (spielsüchtiger, verzogener Stiefsohn, verklemmter Neffe, …), Kollegen diskreditieren (der ist Alkoholiker, der betrügt seine Frau, …), und die Liste wäre noch ausbaubar. Mich betrifft/betraf es, weil sie mein Vertrauen benutzt haben, meine Familie bedrohten und skrupellos agierten.
Also habe ich doch das Anrecht auf diese Gefühle? Und dann sehe ich meine Freunde und meine Familie, die da sind, zuhören, verstehen und mich zum Lachen bringen. Und dann denke ich, J hat schon irgendwie ein bisl recht. Diese Menschen sind es gar nicht wert!

#8: Typologien

Mea Culpa – ich bin heute ganz böse von einer Freundin auf das Mütterbild angesprochen worden, weil sie sagt, dass sie sich durchaus auch in der bio-ichbinganzmama-Typologie wiederfindet, zumindest ab und an, und eigentlich ist sie ja auch cool, oder nicht?!? Muttersein und aber auch noch Frau, coole Freundin, … ist nicht immer einfach im realen Leben unterzubringen. Ich denke, dass wir aber zu oft vergessen an uns zu denken, an die Person, die wir sind und nicht, daran was Gesellschaftsschichten (Bobos, Bios, Dinks, Emus, … ) von uns erwarten zu sein. Und ich kenne die Mütter, die alles um sich herum vergessen und nur mehr Ihre Kinder im Zentrum des Geschehens wahrnehmen, und diesen Müttern diametral gegenüber stehen dann Mütter, die ihre Kinder als Notwendigkeit sehen, wenig Zuneigung schenken, sie drillen, weil das Kind doch bitte ihrem Niveau (?) entsprechen sollte. So kenne ich einen damals 4 jährigen, der zwar alle lateinischen Begriffe von Fischen kannte, aber eine Umarmung nur vom Zusehen aus der Ferne. Es sind die Extremen, die immer polarisieren, und natürlich mag ich meine coole bio-caring-Mama immer noch sehr.

#7: Kinderturnen

9 Jahre Muttersein hat es gebraucht, bis ich auch bei einem Kinderturnen vorstellig werden durfte. Und ganz ehrlich, ich weiß jetzt auch warum es mich so gesträubt hat. Und ja ich scheine diese Mutter zu sein, die an einem sozialen Austausch recht wenig interessiert ist. Wobei ganz so ist es nicht, meine Tochter geht seit Jahren in Ballett – und ich Kaffeetrinken oder einkaufen. Unsere Treffen mit zuerst Kleinkindern begann mit einem herrlichen Frühstück mit Prosecco und endete im Kinderalter mit Olivenbrot, Antipasti, Kuchen und Prosecco.

Aber auf das hier hat mich keiner vorbereitet, Mütter und Väter, die ausschließlich über Bio-Kindernahrung, dem Talent ihrer Kinder sich unterhalten und wie Familienunfreundlich unsere Gesellschaft ist, weil beim Kinderturnen, die Eltern mit Nachwuchsbegleitung nicht im Turnsaal sich befinden dürfen. Natürlich wird mein ernster Ton gegebüber meinem Sohn sträflichst mit strengen Blick bestraft, nachdem ich ihm sage, dass es ein Kinderturnen für Kinder ist, und ich einen Teufel tue, um hineinzugehen.

Jetzt dauert es noch 15 Minuten, mein Sohn ist seitdem beim Klettern, Schaukeln und Toben und indem ich hier tippe und tippe ignoriere ich fragende Blicke, um meine Meinung zu diesen und ähnlichen Themen abzugeben. Aber Gott sei es gedankt, haben diese Eltern Zuspruch, nicht zuletzt durch die eigenen Kinder, die alle gefühlten 5 Minuten kommen, um zu trinken, Pipi zu gehen und was weiß ich noch …