Zyklus: Helden von heute

Letztens habe ich David Enoch über Moral Deference zugehört. Deference bedeutet so viel, wie Pietät, Achtsamkeit und in dem Zusammenhang geht es um eine Instanz von Moral, die zu beachten ist.

David Enoch hat einen Text dazu geschrieben, der sehr zu empfehlen ist, wobei es ihm wichtig scheint, dass dieser nicht von zu vielen gelesen wird, weil sonst wird ihm ein Expertentum angelastet, welches er gar nicht übernehmen kann, will oder möchte. Wer will schon gerne Experte in moralischen und ethischen Fragen sein, vor allem, wenn man Israeli ist. Da kann ich Herrn Enoch durchaus verstehen.

Und doch, liest man seinen Text, der weitaus besser ist als sein Buch „Taking Morality seriously“, kann man nicht umhin, ihm zuzustimmen, dass wir heute Experten benötigen, die uns Werte und Normen mit moralischer Substanz vermitteln und erklären. Jemanden, dem man folgen kann und will.

Aber Enoch reicht es, wenn wir paar Hanseln seinen Text gelesen haben und ihn zu einem Fragen-Antworten-Spiel herausfordern. Jedoch mehr kann und will er nicht bieten. Aber vielleicht ist es auch nur ein kokettieren, um gebeten zu werden (natürlich nicht von uns, aber von den anderen Wissenden).

Und trotzdem wird man in einem ständigen Kreuzfeuer der Kritik und vor allem des Neids stehen. Weil woher maßt man sich heute an über etwas Bescheid zu wissen. Schnell ist man zur Hand und kritisiert. Enoch prangerte dies bei seinem Talk auf eine subtile Art und Weise an, alleine deswegen ist er ein Held. Auch wenn er eigentlich keiner sein mag.

#293: Weltpräsident

Gestern hat mir mein Sohn erstmals genauer geschildert, was er unter seinem Berufswunsch „Weltpräsident“ versteht. An Selbstbewusstsein und einer Portion Größenwahn mangelt es ihm definitiv nicht. Und doch sieht und hört man genauer hin, fällt es einem auf, dass um die Verwirklichung banalen Selbstverständlichkeiten geht.

So würde er seinem besten Freund M. – der soll und will Architekt werden – alle Häuser bauen lassen, die seinem Freund einfallen. Überhaupt will er für die Kinder Kindergärten und Schulen bauen, wo sie spielen können und Spaß haben, dabei dürfen natürlich elektronische Spiele nicht fehlen, wie Hüpfburgen und riesige Spielplätze. Jeder, vor allem Kinder, sollen immer, dass essen dürfen, was sie wollen. Er würde vorschlagen Kaiserschmarren, Griesskoch, Milchreis, Nudeln und Pommes.

Er will auch mehr erfinden lassen, Motorräder aus Gummi, damit es weniger Verletzungen gibt. Und zwei Dinge waren noch wichtig, einerseits würde niemand mehr flüchten müssen, weil es allen gut geht. Und allen Räubern verbietet er zu stehlen.

Als er mir seine Visionen während der Autofahrt erzählt hatte, war mein erster Gedanke „so viel falsch, habe ich doch nicht gemacht“ und der Zweite „wo biegen wir falsch ab im Leben, dass nicht einmal ein Bruchteil umgesetzt wird?“. So anders werden wir als Kinder nicht gedacht haben und auch die Elterngeneration wird ihre Wünsche und Vorstellungen gehabt haben.

Betrachtet man aber die Klimadiskussionen, Nachrichten rund um Terror und Krieg und Zukunftsprognosen, dann präsentiert sich uns ein weitaus anderes Bild. Wo verlieren wir unsere Fantasien? Ist es angebracht, dass 6jährige in der ersten Klasse ihre Schultasche auf den Tisch zur Abtrennung geben müssen, damit bei einer Ansage der Nachbar nicht abschreiben kann? Was vermitteln wir hier? Ganz abgesehen davon, dass ich Tests in der ersten Klasse sowieso hinterfragen würde. Aber es ist schon so normal, weil sonst funktionieren wir ja nicht in der Gesellschaft, wo Druck und Erfolg ein Standardprogramm darstellen.

Im Gymnasium läuft es ja nicht besser. Im Gegenteil, meine Tochter kann heute mit fast 12 Jahren fast besser mit Powerpoint Präsentationen umgehen, als ich. Fachlich sind die Kinder heute wirklich gut und besser, als wir damals, aber bitte nur nicht zu viel selbst und vielleicht noch kritisch denken. Und auch auf der Universität Wien wurde uns letztens bei einem Seminar angeraten, bitte keine kritischen Fragen – allgemeiner Natur – an den Vortragenden zu richten, der über Moral und robuste Ethik referieren würde.

Wir verlieren unsere Fantasien über all diese Geraden, die uns einen Weg vorgeben sollen und wollen. Manchmal fühle ich mich wie Don Quijote nur sehe ich die Windmühlen nicht. Aber wie sagte Thomas Mann so richtig: „Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen.“

#292: Who am I?

Wenn wir uns mit dem Dasein beschäftigen, kommen wir nicht umhin uns mit der Endlichkeit, mit dem Sein und uns selbst zu beschäftigen. Gerade die Phänomenologie, die sich mit dem Erscheinenden beschäftigt, dem was wir wahrnehmen und auch dadurch kritisiert wird, dass sie Erscheinendes, Wahrgenommenes zu sehr vergegenständlicht, versucht das Dasein und unsere Welt zu beschreiben.

So war es spannend als auf die Frage von M. Ratcliffe „who are you?“ so viele unterschiedliche Antworten kamen.
– I am my headache.
– I am my genes.
– I am me.
– I am a philosophy student, son, …
– I am nothing.
– I am the entity of my endings …
– …

Who am I? Wir sind schnell dabei uns zu klassifizieren und zu beschreiben. Flapsig, ernsthaft oder mit psychologischen Wissen immer darauf bedacht sich zu fragen, was und wieviel soll man von sich offen legen oder erst gar nicht zu wissen, was zu sagen ist.

Who am I? Ich frage mich vielmehr, wer bin ich nicht? Wer will ich nicht sein! Wer will ich einmal gewesen sein? Ist das noch relevant? Oder geht es darum, zu sein für jemanden anderen?

Who am I? So vieles.

#280: Raison

Spinoza (ein Philosoph mit Sonderstellung) sagte über die Emotionen: „… der Vernunft widerstreitend, als eitel, widersinnig und abscheulich verschreien …“ und wenn ich manche Artikel und Kommentare zu der jetzigen Flüchtlingsdiskussion lese, dann verstehe ich seine Einstellung. Da Emotionen die Handlungsweisen beeinflussen, sehe ich für ein zukünftiges Europa und ein friedliches Miteinander ziemlich schwarz.

Selbst in der Presse scheinen sich unversöhnliche Meinungen wie die von Herrn Ortner und von Frau Hamann gegenüberzustehen, ganz zu schweigen von den Postings darunter. Es wird gehetzt, gefurchten und dramatisiert.

Ja es sind viele Flüchtlinge nach Österreich gekommen, ja wir können die Auswirkungen noch nicht voraussehen. Ich weiß nicht, ob und wieviele IS Kämpfer sich unter den Flüchtlingen befinden. Und ich habe auch mit keiner Psychiaterin gesprochen oder mit jemanden der jemanden kennt, der wiederum jemanden kennt … Ich kann auch keine Patentlösung anbieten, wie mit der Flüchtlingssituation umgegangen werden soll. Sicher nicht mit noch mehr Angstmache, Gewalt und Verachtung.

Hilfreich bei meinen Überlegungen ist sicher nicht meine berufliche und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Ethik und Moral, weil über die wollen viele nur dann sprechen, wenn es keinen direkten Anlassfall dazu gibt. Oder wie wollen wir uns unserer Verantwortung stellen?

Ich versuche mich meiner Verantwortung zu stellen mit den Mitteln und Möglichkeiten, die mir möglich sind und offen stehen. Und gefühlt ist das immer noch zu wenig. Vor allem, wenn ich Menschen sehe, die mit leeren Augen vor einem sitzen aber ich dann auch Kinder, die ballspielend durch eine Bahnhofshalle toben, beobachten kann. Helfer, die nicht müde werden, obwohl der ganze Körper davon schreit. Ich will etwas tun, was jedoch nicht heißt, dass das jeder tun soll oder muss oder will oder kann. Ich kann etwas tun, und wenn es nur Kleinigkeiten sind. Ich muss etwas tun, weil ich es als meine Pflicht sehe. Ich soll etwas tun, weil ich ein Vorbild für meine Kinder sein möchte.

Was ich aber nicht kann ist eine Lösung für diese Situation zu finden. Die Verantwortung eine Lösung zu finden, liegt nicht bei mir und den Postern, Kommentatoren, Hetzern, Träumern, Lügenjournalisten, Wahrheitswissenden und rechten wie linken Fundamentalisten, sondern bei denen die von der Mehrheit legitimiert worden sind. Und die Aufgabe bestünde nach Heins auch darin, dass: „… und drittens sind die Vernünftigen legitimiert, die anderen zur Raison zu bringen.“

#272: Extreme

Ich habe immer wieder das Problem, dass man mich fragt, welche Position ich einnehme, und dann nicht entsprechend den Erwartungen antworten kann und möchte. Das geht mir nicht nur in der Philosophie so, und da gibt es tendenziell unendliche Richtungen angefangen vom Realismus, Antirealismus, Kognitivismus, Non-Kognitivismus usw. wie auch in der Politikwissenschaft. Folge ich dem Neoliberalismus, Kommunismus, Marximus, Feminismus, Keynesianismus usw. usf? Und ich denke, dass ich schon grundsätzlich verstehe, was hinter jedem dieser Labels sich an Inhalten versteckt, jedoch trotzdem verstehen noch lange nicht heißt, dass ich dahinter stehen kann, will oder möchte.

Feminismus sehe ich schon als notwendige und wichtige Errungenschaft des letzten Jahrhunderts – bedenke man(n), dass häusliche Gewalt bis zum Ende des 20. Jahrhunderts keine Straftat war! Aber darum geht es mir nicht. Es geht um diese Belehrungen der Populisten von links, rechts, Osten und Westen beziehungsweise Norden und Süden. Jeder spricht nur mehr von der Lügenpresse, gleich ob Pro oder Gegen-irgendetwas. Im Bausch und Bogen werden einfach alle einmal in einen Topf geworfen, weil die die Bösen sind, und zwar ganz gleich wer die „Bösen“ tatsächlich sind. Grexit ja oder nein, Oxi oder nicht-oxi, daraus werden Grundsatzdebatten gebastelt, die jegliches Fundament des Vertrauens erschüttern. Aus Freunden, werden komische Menschen, die divergierende Meinungen einnehmen. Und mit Schulterklopfen erkennen wir, wer wirklich auf unserer Seite steht und wehe, wehe dir, wenn nicht.

Ich weiß in vielen Themenbereichen nicht, wo ich heute stehe. Ich weiß einfach zu wenig. Und ich glaube auch niemanden anderen von denen, die sagen, ich kenne die Wahrheit über … Ich weiß aber, dass ich gegen Verhetzung bin. Ich weiß, dass ich für „Gleichheit“ bin. Ich weiß, dass ich gegen Intoleranz bin. Ich weiß, dass ich für das Wissen bin. Sir Karl Popper meinte schon „Ich erlaube mir gegen die Intoleranz intolerant zu sein.“

#270: Moral an unmoralischen Plätzen

Fr. Dr. Kallhoff will sich demnächst mit Moral an unmoralischen Plätzen beschäftigen, wobei ein Fokus ihrer Lehrveranstaltung vor allem Kriegsschauplätze und Kriege per se betrifft. Wobei wir diese Thematik auch auf manchen Wirtschaftsplätzen findet. Denken wir an Korruption und dessen Aufdeckung, oder ungebührlichen und unmoralischen Verhalten von Gesellschaftern oder Verletzungen von Mitarbeitern durch Mitarbeiter.

Unmoralische Plätze sind längst nicht nur in uns bekannten „bösen“ Umgebungen zu finden. Sie können sich im Alltag verstecken und werden oftmals erst durch das moralisch richtige Verhalten aufgedeckt. Wozu sonst sollten wir heute Wikileaks, Whistleblower Plattformen oder ähnliches erklären können.

Moral und Ethik sind längst als Diskussionsfeld in der Wirtschaft angekommen. Ob und wie sie umgesetzt werden, obliegt den handelnden Personen und das wird schwierig genug.

#269: Metaethik

In der Metaethik gibt es unterschiedliche Ansätze, die sich damit beschäftigen, ob es eine Wahrheitsbegriff für moralische Eigenschaften gibt. Da sagen die einen, dass man Wahrheitswerte nicht moralischen Eigenschaften zuschreiben kann (Non-Kognitivisten) und dann die Kognitivisten, die meinen, dass Wahrheitswerte wissenschaftlich entschieden werden können.

Eine schwierige Frage, die ich nur sehr oberflächlich ankratze, weil unter diesen zwei Positionen finden sich noch weitere Positionen, die sich von naturalistischen Thesen bis hin zur ontologischen Queerness bewegen. Diese Ansätze finden sich in unzähligen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Überlegungen diskutiert, von wesentlich klügeren Personen, als ich es bin.
Und trotzdem frage ich mich, ob es nicht wünschenswert wäre, wenn wir moralische Eigenschaften als wahr definieren könnten, um dann ethische Theorien zu betrachten. Wobei wenn ich wünschenswert sage, dann spreche ich doch schon wieder von einer intrinsischen Motivation, die doch viel zu subjektiv ist, da es mir – ehrlich gesagt – um „gute“ ethische Theorien geht, was es eben heißt, sich richtig und gut zu verhalten, und weniger um die Metaebene darüber. Wird mein Wunsch nicht davon getragen, dass ich etwas wahr machen möchte?

Peter Railton greift diese motivatorischen Wünsche auf und beschreibt sie mit dem Internalismus, der uns eben nicht zu dem Wahrheitswert führen kann. Weil auch, wenn wir oft wissen, was der richtige Schluss wäre, so oder so zu handeln, tun wir es doch oft genug nicht.

#268: ur lange her

Jetzt ist es wirklich lange her, dass ich geschrieben habe, wobei das eigentlich so nicht stimmt. Da ich mich zur Zeit mit 3 Themenbereichen sehr intensiv beschäftige und auch darüber schreibe. Aber eben eher wissenschaftlich, teilweise trocken, teilweise nur zusammenfassend aber immer in Hinblick auf Fragen, die sich aus Texten für mich ergeben.

Einerseits ist da die experimentelle Ökonomie, die mittels Experimenten (Labor und Feld) versucht Theorien zu bekräftigen, zu beschreiben und Erkenntnisse rund um den Homo Ökonomikus (der so ja vielleicht doch nicht existiert) zu gewinnen. Dann lese ich sehr viel zu Emotionen und im Speziellen zu Kollektiven Emotionen, wie wir an Hand welcher Beispiele diese phänomenologisch beschreiben und begreifen können. Gibt es ein Kollektiv überhaupt und kann ein solches in abstrakter Form zb. eines Unternehmens Emotionen haben?

Und last but not least nähere ich mich dem Themengebiet der Depressionen und psychischen Erkrankungen von philosophischer Seite. So werden heute immer wieder Philosophen (Phänomenologen) herangezogen um das Phänomen psychischer Krankheiten besser zu verstehen.

Ein Nachteil meines Studierens ist, dass ich das Gefühl habe (und eigentlich weiß ich es auch), dass ich viel zu wenig weiß und das es wohl auch nie möglich sein wird alles zu wissen.

#267: Vernunft

„Il y a deux sortes des verités, celles de Raisonnement et celles de Fait“ (Leibnitz)

Ich mag diesen Satz, weil es uns das Dilemma aufzeigt, in dessen wir Menschen uns oft befinden. Vernunft oder Glauben, wobei ich von keinem theologischen Glauben ausgehe, sondern von dem was wir glauben zu wissen. Ich wurde in meinem Studium der Philosophie immer wieder gefragt in welchem philosophischen Ansatz ich mich selbst wiederfinde oder welche Position ich vertrete. In manchen Kursen (zum Beispiel Metaethik) dürfen wir das auch über Handzeichen kundtun, um eine Tendenz zu erkennen. Ich enthalte mich meistens, außer das Angebot ist so breit und oberflächlich, dass ich grundsätzlich mitgehen kann.

Was kann uns die Vernunft an Wahrheit bringen? Eine moralische Verpflichtung, die relativ scheint. Nämlich wahr für mich, aber anscheinend noch lange nicht für den Anderen. Ist meine Vernunft eine andere als die anderer? Wir scheinen uns ziemlich sicher, wenn es um den eigenen Kulturkreis geht, was die Vernunft gebietet und was nicht. Aber schauen wir uns die Asylproblematik oder Geld- und Kreditsysteme in der europäischen Union (oder im eigenen Land) an, noch nicht einmal dort finden wir einen Konsens. Also muss dann doch der Glauben herhalten für unser System der Wahrheit.

Im Österreichischen gibt es den Ausdruck, dass jemand am „Watschnbaum“ rüttelt. Manchmal bin ich mir nicht so sicher, ob das die Vernunft oder doch der Glaube ist.

#266: zu alt

Ich habe letztens einen Blogbeitrag von Gerald Hörhahn gelesen „35 Jahre alt, und zu alt für den Arbeitsmarkt“ (http://investmentpunk.com/blog/35-jahre-alt-und-zu-alt-fuer-den-arbeitsmarkt/). Und wer jetzt noch mit über 30 einen Job hat, sollte sich lieber Superkleber auf den Sessel schmieren, da es für „uns“ wirklich schwer wird. Während die unter 30jährigen in einer digitalen Welt aufgewachsenen sind und somit nicht nur einen technologischen Vorsprung ihr eigen nennen können sondern auch einen semantischen Vorsprung des Sprachgebrauchs (lol, yolo, rofl, …)haben, haben wir die über 30jährigen nur unsere Erinnerungen, wie schön es einmal war (zig Postings und Power Point Präsentation mit lustigen Bildchen aus der Wickie, Slime und Papier Generation).

Ich stimme zu, dass die Arbeitssuche eine Schwierige ist. Jedoch nicht nur für die Generation 50 + und 35 +, sondern auch für die digitalen Natives. Der Economist schreibt, dass nur 1 % der Elite-Studenten in Jobinterviews genommen werden, da das Management nicht mit „Zuckerbergs“ besetzt werden soll. Durchschnitt und nicht Auffallen lautet das Motto, wenn man den befragten Personalberatern des Economists glauben darf (http://econ.st/1eaNXv3). Ich kenne Absolventen (mehrere) der TU (Elektrotechnik), die seit geraumer Zeit ihre beruflichen Erfahrungen in der Gastronomie machen müssen. Bei Bewerbungsgesprächen will man junge Mitarbeiter, mit den Erfahrungen des 35+ und den Gehältern des Maturanten. Genauso schwarz/weiß, wie der oben genannte Blogbeitrag.

Ich bin bestimmt kein digitaler Nerd, aber auch kein digitaler Dinosaurier. Und ich bin in der glücklichen Position von dem, was ich tue leben zu können. Aber gut zu sein, ist leider heute nicht mehr ausreichend. Das Gegenrezept jetzt mal schnell an die New Economy, Web 4.0, Story Telling, digital Literacy, …. anzudocken, wäre zu einfach und nicht ausreichend. Ulrich Brand hat hier im Zuge von Nachhaltigkeitsprozessen, politischen und Wirtschaftssystemen einen interessanten Beitrag geleistet (Brand (2014): Transition und Transformation: Sozialökologische Perspektiven), indem er zeigt, wo wir stehen und wohin der Weg gehen kann.