Zyklus: Helden von heute

Der F. heißt eigentlich Franz und ist ein wirkliches Original. Nicht nur, dass er weit über 70 ist, so kämpft er seit Jahren mit den Widrigkeiten des Krankseins. Sein Herz spielt schon lange nicht mehr mit, Bluter ist er auch, und eigentlich auch Diabetiker, nur die Zuckerkrankheit meint es gut mit ihm lässt ihn zur Zeit in Ruhe. Sein Fuß ist in einer Schiene und wirklich gehen, geht schon lange nicht mehr wirklich. Eigentlich müsste er operiert werden, aber keiner der Ärzte traut sich das mehr, da seine Überlebenschancen weit unter 25 % wären.

Und trotzdem hat er bis vor kurzem noch regelmässig für Freunde gekocht. Und wenn er gekocht hat, dann roch man das im ganzen Stiegenhaus der Stiege 1. Auch das Rauchen ist für ihn wichtig, weil das schmeckt ihm. Und anstelle Wein oder Bier gibt es halt ab und zu einen Schnaps. Am Liebsten regt er sich auf, dass seine Frau zu viel Strawanzen geht. Und wenn er anfängt zu reden, dann merkt man, dass er das mit einer leidenschaftlichen Grantlerei tut, die einem Qualtinger alle Ehre macht. F. kommt ja auch ursprünglich aus dem 10. Hieb und war Kranführer, ist leidenschaftlich im Wirtshaus gewesen, wobei wehe jemand sagt etwas böses über seine Frau.

Seit dem Frühling trinkt er auch regelmässig meine grünen Smoothies, weil es ging ihm mit seinen Blutwerten nicht so gut. Und wenns nichts schadet dann kann es ja vielleicht doch was nutzen. Das glaubt einem ja eigentlich kein Mensch. Man stelle sich vor, man hält dem Qualtinger so einen grünen Saft hin, aber der F. trinkt’s und mich freut es, wenn er keppelt und grantelt. Ein Original, ein ganz Besonderes!

#221: Freunde kann man sich aussuchen

Und Familie nicht. Ich habe es mit Beiden gut getroffen. Am Wochenende haben wir den 5ten Geburtstag von Pam-Pam gefeiert. Und zwar mit Picknick Decke, Prosecco, Schnitzerln, Himbeersaft, Roastbeef und Fleischleibchen uvm. auf der Jesuitenwiese im Prater. Es waren 11 Kinder, noch mehr Eltern und Erwachsene und sogar 2 junge Erwachsene, die der Einladung gefolgt sind. Die Sonne hat geschienen und die Kinder haben sogar in feinster Feinripp-Unterleiberl Manier Fussball gespielt. Ich kann gar nicht dankbarer sein für diesen wunderbaren Tag, weil nicht nur, dass wir herrlichstes Wetter hatten, wir haben auch fast alles aufgegessen und ausgetrunken. Um 10 Uhr als wir aus unserer Haustüre gingen, fühlte ich direkt wie meine balkanesischen Wurzeln aus jeder Kiste und Kühlbox (3 Kisten, 2 Kühlboxen) herausjubelten. Vor Ort belegt wir den besten Tisch und breiteten uns entsprechend aus.

Wir spielten Fussball. Männer verletzten sich (wie es sich gehört mit entsprechender Vorwärtsrolle und Urschrei). Kinder stritten und vertrugen sich. Eltern schliefen, tratschten und genossen die Sonne.

Ich bin dankbar für diese Freunde, deren Kinder auch die Freunde meiner zwei Kinder sind (groß und klein!). Ihr habt diesen Tag zu einem wundervollen Erlebnis gemacht.

#188: Aggressionen und Kinder

Wie soll man reagieren, wenn das Nachbarskind mit einer Fäkalsprache und Schimpfworten um sich wirft, die jeden Bauarbeiter, Mistkühler und Brantweiner erröten lässt. Der Versuch mit dem Kind direkt zu sprechen, ändert nichts, da keinerlei Einsicht vorhanden ist. Jeder Satz wird mit einem „Aber“ begonnen. Schuld ist quasi der oder die Angesprochene, weil dies oder jenes oder einfach so. Und selbst die Eltern scheinen nichts dem latent aggressiven Verhalten entgegenzusetzen, da die Beschimpfungen auch vor den Eltern ohne Konsequenzen stattfinden.

Mit knapp 10 Jahren sollte schon ein sozialer Vergleich stattfinden können. In der Entwicklungspsychologie beginnt dies mit dem Grundschulalter. Aber auch die Selbsteinschätzung wird realistischer. Wie jedoch Kinder und Jugendliche Rückmeldungen bekommen, beeinflusst, wie Erfolge und Misserfolge verinnerlicht werden.
Das Problem ist, dass aggressive Verhaltensformen, wenn sie einmal vorhanden sind, stabil sind und schwer veränderbar.

Gründe liegen oftmals im Elternhaus, es ist gekennzeichnet durch fehlendes und wenig positives Verhalten den Kindern gegenüber (Faktoren wie Wärme, Sensibilität, Akzeptanz, Einfühlungsvermögen, …). Aber auch Umweltfaktoren unterstützen und fördern aggressives Verhalten. Dazu zählen Medienverhalten, Schule und Freundeskreis. Und zu guter letzt dürfen die Dispositionen in den Kindern nicht außer Acht gelassen werden, schwieriger Charakter, hohe Aktivierung.

Selbst mein Wissen darüber hilft nicht in der entsprechenden Situation. Ich versuche mit meiner Tochter über solche Situationen zu sprechen und ihr zu erklären, dass sie keine Schuld trägt. Und auch entsprechend gegenzusteuern.

Zyklus: Helden von heute

Meine Helden von heute beschreibt nicht eine Person, sondern gleich mehrere Mütter. Mütter, die Windelevents organisieren und versuchen für sich und Ihre Kinder Vorbilder zu sein, zu zeigen, wie was richtig und falsch ist. Fehler machen dürfen und auch zu Ihnen stehen, weil wer ist schon eine perfekte Mutter.

Na und, dann bestechen wir mal die Kinder mit Gummibärchen, Seifenblasen oder einem Eis! Aber wenn Not am Planet Mama ist, dann packen sie alle fleissig zu! Kind mitnehmen vom Kindergarten – kein Thema, ein Glas Malibu zur Nervenstärkung ausschenken – eine Leichtigkeit, die Oma einspannen zur Gestaltung eines perfekten Mottonachmittags – Kür mit 10 Punkten … Großartige Frauen, die das hoffentlich auch oft genug hören!

Zyklus: Helden von heute

2011 hat viel verändert. Aber nicht nur für mich und leider nicht auf die Art und Weise, wie wir es uns manchmal wünschen. Mein Held ist durch einen Autounfall in ein neues Leben geschleudert worden.

Koma, Intensivstationen, Operationen vom Scheitel bis zur Zehe … Intensivstation und Helikoptertransport von Krems ins AKH, wo er zur gleichen Zeit in der Nähe von George Michael lag um das Leben gerettet zu bekommen.

Es sind Erinnerungen, die uns ein Leben lang begleiten werden und die uns vor Augen führen, was es heißt nochmals von vorne beginnen zu können. Wolfgang sagt selbst von sich, dass heute Peppi 3.1 hier sitzt und vieles nachholt, hinterfragt und anders machen möchte. Peppi 1.0 ist Geschichte, den mag er manchmal nicht einmal, aber er ist seine Vergangenheit und aus der schöpft er Kraft sich neu zu erfinden, neu zu erleben.

Seit dieser Woche ist er ohne Krücken unterwegs und wird, obwohl er natürlich langsamer und anders geht, als alle anderen, normal „schlecht“ von seinen Mitmenschen behandelt. Ein gutes Gefühl?!? Ich weiß es nicht, aber ich sehe in ihm soviel Leben und Freude dem Leben zu begegnen. Somit freue ich mich schon auf die weiteren Releases vom Peppi. Welcome back.

Zyklus: Helden von heute

Für mich gibt es noch so viele Helden und es ist nicht immer einfach die richtigen Worte zu finden, warum sie es sind. Da es einfach so viele Facetten und Blickwinkel gibt, die Menschen zu betrachten. Mischa ist so ein Mensch, die so viel zu bieten hat, als Mutter für ihre 2 Söhne, als Freundin oder als Lebensmensch für ihren Mann. Die, wenn es auch schwierig ist, für uns und sich Gluten-, lactose- und was auch immer -frei kocht. Die frischgepressten Apfelsaft schleppt (mehrere Liter) nur um mit mir zu plaudern. Und einem zuhören kann und genau versteht, wenn das eigene Kind eigen ist und eigen sein darf.
Ihre Liebesgschichte ist aber auch die, die einer Heldin würdig ist, im Sturm erobert, verliebt, verlobt und verheiratet! Und was ich den Beiden sowieso Wünsche: … und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage (langen) …

Zyklus: Helden von heute

Es ist gar nicht so einfach, manchmal die richtigen Worte zu treffen, den das was meine heutige Heldin gerade im letzten Jahr erlebt und durchlebt hat, zeigt mir, wie zerbrechlich das Leben ist und was Handlungen weiterer Personen für Auswirkungen ziehen können. Und trotzdem versucht S. ihr Leben täglich neu zu beginnen, und das obwohl vor einem Jahr ihr Leben vor ihren Augen eine Wende nahm, nur weil ein Mann seine Verantwortung für sein Leben nicht wahrnehmen konnte. Quälende Fragen nach dem Warum, quälende Gedanken nach der Schuld – all das prägt und lässt einem sein eigenes Leben vergessen.
Und trotzdem gibt sie nicht auf, versucht eine Konstante sich aufzubauen, versucht durchzustarten. Ich persönlich finde aber vor allem eines so bewundernswert, sie hat so viel Liebe zu geben und zu schenken und ist anderen gegenüber immer noch sehr freizügig damit.
Auch wenn sie heute noch nicht weiß, wohin was und wer sie einmal führen wird, so ist es eine Kunst an dem Geschehen nicht zu zerbrechen. Vor allem, da sie keine Schuld an dem Geschehenen trägt, dass es von ihm verantwortungslos war und er ihr Mitgefühl vielleicht verdient aber niemals ihr Verständnis.
Ich freue mich auf den Tag – und der kommt – wo sie die Liebe findet, die sie verdient, das Leben lebt, dass sie sich wünscht.

Zyklus: Helden von heute

Meine nächste Heldin und es gibt derer noch so viele, alleine gestern um den Tisch sind weitere 6 gesessen. Eine davon ist Jasmin. So viele Selbstzweifel, Ängste und Unsicherheiten treffen auf Stärke, Warmherzigkeit und Kampfgeist. Hört sich vielleicht wie ein Widerspruch an, ist aber keiner, weil sie vieles ist und kann. Nur der Glauben halt, der fehlt ihr manchmal.

Sie hat eine Willensstärke, die bewundernswert ist, sie geht nicht den einfachen Weg, sondern den für sie und ihren Sohn Richtigen. Sie ist sowieso meine Kinderflüsterin. Und erste Wegbegleiterin des Elternseins, unsere Kinder sind nämlich 3 Monate auseinander und es ist faszinierend zu sehen, dass auch wenn die Beiden sich länger nicht sehen, ist es so, als wären sie erst gestern auseinander gegangen.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass wir 2 uns gefunden haben!

Und weil sie so ist, wie sie ist,

Zyklus: Helden von heute

Ich habe eine Lisa 🙂 und ich bin glücklich diese/meine Lisa zu haben und ich wünsche mir, dass jeder (ok nicht jeder hat sie verdient) eine Lisa hat. Manchmal ist sie auch eine Elisabeth, dann wird es vielleicht etwas ernster, aber zumeist ist sie einfach Lisa. Was sie so auszeichnet? Sie ist für mich da, hört mir zu und gibt Ratschläge, die auch mal wehtun aber zumeist findet sie die richtigen Worte, wenn ich mal traurig, wütend, zornig und auch glücklich bin.

Aber mit ihr kann ich nicht nur reden – oftmals über eine Stunde am Telefon, FaceTime oder über WhatsApp den ganzen Tag – sondern wir feiern, lachen, machen Blödsinn oder sitzen nebeneinander und schauen fern. Und was ich sowieso am grossartigsten finde, ist ihre Transformation vom Tascherlhalter zur aktiv Tanzenden. Egal, ob Discofieber oder Playboy Club keine Tanzfläche ist vor ihr sicher.

Ohn Dich wäre mein Leben nur halb so spannend, halb so befüllt und befühlt. Ich liebe Dich.

Zyklus: Helden von heute

Ich möchte eine Reihe starten, der sich mit Menschen aus meinem Umfeld und Freundeskreis auseinandersetzt. Hintergrund ist, dass wir viel zu oft vergessen, vieles so als selbstverständlich sehen und uns vielmehr damit auseinandersetzen, was manche Menschen nicht sind und tun, als es umgekehrt zu sehen und einen liebe- und respektvollen Blick auf diese Menschen werfen.

Beginnen möchte ich mit Heidi. Den Schein, den sie vielleicht unbewußt vermittelt, trügt, die Ruhe und Besonnenheit kann durch sehr direkte Beobachtungen und Kommentare kurz aufgerissen werden. Meine größte Bewunderung hat sie aber vor allem darin, wie sie und natürlich auch ihr Mann mit der Herausforderung eines Frühgeborenen umgegangen sind. Ich weiß noch, wie wir die Info erhalten haben, dass bei ihrem Urlaub in Südtirol auf einmal die Wehen eingesetzt hatten und es gar keine andere Möglichkeit gab, als ihr Baby zu bekommen. 4 1/2 Monate zu früh, das Bangen und und Hoffen, das Aufgeben und Kämpfen muss einschneidend gewesen sein und für mich unvorstellbar. Natürlich was hat man als Mutter und Vater schon für Alternativen, viele wahrscheinlich, wie auch gar keine.

Für mich ist Heidi eine Mutter, die ihr kleines Wunder so herrlich normal lebt und erzieht, und nebenbei auch noch ihre Träume verwirklicht und schreibt. Sie hat sich auch nie zugunsten ihres Kindes aufgegeben. Für mich ist Heidi eine Heldin und ich denke für ihre Familie sowieso.