#105: haarige Probleme

Blogs leben ja auch von den Selbsterfahrungsmitteilungen der jeweiligen Autoren, einen Art Seelen-Striptease der vor allem Unzulänglichkeiten entblößen soll. Und von meinen Selbstversuchen möchte ich hier berichten, es geht um das Enthaaren der Beine.

Nachdem wir bei unserer letzten Mädlsrunde uns neben dem Bügeln (keine Sorge, diese Selbstversuche sind so gut wie inexistent) auch über Waxing, Epilieren – also über das Enthaaren der Beine – gesprochen hatten. Dachte ich, könnte ich doch wieder einmal mein Kaltwachs, an dem ich schon einmal gescheitert bin, wieder hervorholen und ausprobieren.

Gleich das Ergebnis vorweg, auf dem Papier zum Abziehen waren keine Beinhaare zu finden, auf der Couch und dem Handtuch dafür klebriges Wachs. Ich habe versucht Meles Ratschlag, dass das Wachs getrocknet sein soll, umzusetzen. Jedoch obwohl ich so dünn als möglich dieses Wachs aufgetragen habe (sogar mit Spachtel), dieses Papier aufgelegt hatte (egal ob gleich oder später), das Wachs blieb klebrig, trocknete nicht mit und ohne Papier und das Abziehen hat zwar wehgetan, aber nicht den Beinhaaren sondern nur der Haut.

Aber auch Experimente wie die Nutzung von Enthaarungscremen sind nur Angriffe auf meine Nasenschleimhäute. Und als Werbejunkie habe ich auch alle Aloevera, Pfirsichdüfte und exotische Öle probiert, nach meistens 8 Minuten (länger darf man sie nicht oben lassen), juckt die Haut und fallen vielleicht ein paar Beinhaarerln, dafür stinkt die gesamt Wohnung (sogar die untere Ebene) nach verfaulten Eiern (so viel zum Pfirsichduft).

Aber ich gebe nicht auf eine längere Wirkung als ein/zwei Tage zu erzielen und werde mich jetzt Mischas Vorschlag des Epilieren nähern.

#97: Cappy-Malibu

Heute habe ich ein Kommentar erhalten und alleine der Schlusssatz hat mich so Schmunzeln lassen, da so viele Erinnerungen – vor allem viele Schöne – in mir aufgekommen sind. Vor nicht langer Zeit hat Erika mich nachmittags auf einen Malibu Orange eingeladen. Ich habe – glaube ich – meinen letzten Malibu Ende der 1990er Jahre getrunken. Damals war dieser schwer beliebt bei uns jungen Damen, am besten mit Cappy gespritzt. Daneben gab es Ribiselwein, saurer Apfel und Pfirsichspritzer.

Das sensationelle ist, dass ich zu Hause auch einen Malibu habe, da wir Mädels einmal eine Retro-party mit all‘ diesen Getränken und dem legendären Partyigel, den Fleischlaberln und den Schnitzerln gemacht haben. Natürlich mit Musik der 80er und 90er. Damals habe ich nur den Ribiselwein probiert und war eigentlich sehr enttäuscht, picksüß und nicht trinkbar, jedoch der Malibu war so, wie ich ihn in Erinnerung hatte.

Somit gibt es Erinnerungen und Geschmäcker, die sich auszahlen wiederentdeckt zu werden und andere sollte man positiv in seinem Schächtelchen hinten links lassen, aber ohne es auszuprobieren, weiß man es auch nicht.

#96: vom Nutzen

Ich weiß noch, wie ich in der Entwicklungspsychologie zum Thema Liebe und Beziehung eine Vorlesung hatte, dabei ist mir vor allem in Erinnerung geblieben, dass wenn man in einer Beziehung eine Bilanz beginnt zu erstellen, dass diese Beziehungen nicht lange von Dauer sind, weil es Zeiten gibt, wo man zwangsläufig ins Minus oder Plus rutscht, weil Lebensumstände nicht in einer Geraden verlaufen. Das erschien mir damals wie heute logisch, eine Beziehung und Partnerschaft, die ständig berechnet, was ich wann, wie und wo für jemanden getan habe, ist anstrengend und vor allem nicht wertschätzend.

In meinem kleinen persönlichen Universum funktioniere ich auch gegenüber Freunden, oftmals Bekannten und meiner Familie nach dem Prinzip „geben“ und ich erhalte auch ohne sofortigen Begleichen und Aufrechnen mehr als genug zurück. Es ist mir nur wieder dieses Thema bewusst geworden, weil eine Mama eines Freundes meines Sohnes meinte, dass sie sich so schnell nicht revanchieren kann mit einem Gegenbesuch, und ich nur dachte: „Ist doch gleich!“ Oder nicht? Auch eine Freundin von mir, deren Tochter mit meiner in Ballet geht, meinte, jetzt kommt ihr wieder zu mir, weil wir eh in letzter Zeit so oft bei Euch waren … Ich weiß schon, keiner will jemanden etwas schuldig bleiben, jemanden ausnutzen, nur nehmen, … Aber ich gehe nicht davon aus, weil ich denke, dass wir es heute nicht mehr notwendig haben, jemanden auszunutzen, weil wir froh sind, dass wir Freunde und Menschen um uns haben, die da sind, wenn es eben notwendig ist.

Und natürlich wurde ich auch schon ausgenutzt, aber diese Menschen sind eben nur kurzweilige Begleiter, weil sie sich aus Freundschaften und deren Möglichkeiten selbst herausnehmen.

#94: Haus im See

In den letzten 2 Tagen haben wir – die Mädlsrunde und ich – gefühlte 100 Mal gesagt, dass es uns nie schlechter gehen soll, als jetzt. Dazu muss man sagen, dass wir zu 7t im Haus im See waren, nur Frauen, mit dem Alltag zu Hause dafür mit Prosecco und Schwedenbomben im Handgebäck. Das Haus im See liegt im ungarischen Teil vom Neusiedler See und ist wirklich idyllisch, nur die Zimmer im Nebenhaus sind sehr hellhörig, was weniger für uns ein Problem war, als für die anderen Gäste, die uns im ganzen Haus gehört haben. Dafür sind wir auch um kurz vor halb 6 morgens von der Sonne geweckt worden sowie einem undefinierbaren Gesang (wir nehmen das ja mit Humor).

Großartig war dieser Ausflug jetzt nicht, weil es eine nette Lokation ist, oder das Essen uns so verzaubert hat, sondern weil eine Gruppe von unterschiedlichen Frauen zusammen ist und unkompliziert und unprätentiös den anderen sein läßt, keine Erwartungen etwas verkompliziert und wir gerne viel miteinander lachen und vor allem einander zuhören.

#63: Friseusen

Frauen sind Meister im Rollen spielen. Und ich kenne Frauen, die sensationell das Weibchen spielen können. Meine Favoriten sind eindeutig die Friseurin (eigentlich im wahren Leben Geschäftsführerin) und Chantal (variiert ihre Jobs zwischen Verkäuferin, Hofer-Kassiererin und Feinkostspezialistin). Chantal ist in Wirklichkeit Journalistin und spielt auf der Klaviatur von Männern den Bolero.

Und Männer? Sie stehen einfach darauf, natürlich kann man das nicht pauschalieren, aber die Angst einer starken und intelligenten Frau gegenüber und seinen Mann stehen zu müssen, ist ein Flirtbremser. Und somit bestätigt sich auch der Verdacht, dass Männer in der Frauensuche kaum nach oben schielen oder gar auf einer Ebene suchen, die Ebenen darunter der weiblichen Versuchung sind mehr als interessant. Und warum auch nicht?

Ich kenne einige Frauen, die Single sind und darüber sich beklagen, keinen passenden Mann zu finden. Beim gestiefelten Kater ist es doch auch der Müllerssohn, der die Prinzessin ehelicht. Aber das ist wiederum ein anderes Thema.

#51: Aufbrezeln

Das Lustigste an so einem Ball – wie den Opernball – ist eigentlich die Prozedur davor. Das Aufbrezeln, Zurechtmachen und Aufhübschen und wenn man dann noch Freunde im Haus hat, dann ist der Abend schon gewonnen.

Wir haben auch das Glück, dass wir unseren Haus- und Hof-Figaro haben, der zu uns kommt, mit uns lacht und ißt. Dann Öffnen wir eine Flasche trinken gemütlich und essen unser Schnitzerl. Am Besten ein großes Hemd oder eine Bluse anziehen, somit kann man sich schon schminken und auch die Frisur wird nicht zerstört beim anschliessenden Umziehen.

Wir posten die Fotos, telefonieren mit unseren Freunden – DANKE PIA, dass du froh bist, dass ich keine Cellulite auf den Oberarmen habe – und freuen uns auf den vor uns liegenden Abend. Wenn wir dann alle unsere 7 Sachen beisammen haben, was durchaus dauern kann, da ich immer irgendwo etwas liegen lassen und mich danach nicht mehr erinnern kann, wo das war. So wie meinen goldenen Schuh … Aber das sind Kleinigkeiten, die uns nicht aus der Fassung bringen. Letztes Jahr habe ich noch spontan in der letzten halben Stunde bevor wir gegangen sind mal non-chalant das Kleid gewechselt … sehr zum Amüsement der anwesenden Gäste.

Ich bin dankbar für die Freunde, die ich habe, um solche Abende vorab und auch währenddessen beschwingt zu durchleben.

#50: Opernball

Heute ist es wieder soweit, ich gehe auf den Opernball. Mittlerweile zum vierten Mal! Ich kann mich noch gut an meinen ersten Besuch erinnern. Ich war schon aufgeregt, der Opernball als Institution und das Highlight der Ballsaison. Kaum einer, der nicht darüber spricht und lästert und sei es nur, wer der Gast vom Richard Lugner sei. Vor 4 Jahren war ich sogar in der dritten Reihe im Ballsall und dachte, dass ich die Eröffnung sehen würde – heute stehen wir lieber bei der Bar und sehen es uns auf den Bildschirmen vor Ort an. Das Spannende waren und sind die Ballbesucher, wie die Frau des Hausmeisters, die jedes Jahr auf den Opernball geht und das seit über 20 Jahren, um eben die Schauspieler und Schauspielerinnen zu sehen. Zwei Mal sind wir auch schon der Volksschullehrerin unserer Tochter über den Weg gelaufen, dass erste Mal, war es ihr und uns noch „peinlich“, heute bin ich gespannt, ob sie wieder da ist.

Die Künstler und Künstlerinnen der alten und neuen Generation sind es, die diesen Ball so bemerkenswert machen, oder eben auch die B-C-D und A-Promis.

Wie Bunga-Bunga am Opernball war, waren wir unglücklicherweise im gleichen Stockwerk unterwegs, wie auch der Baulöwe und die Journalistenmeute mit ihren Kameras. Aber rasch ein paar Stiegen hinauf oder hinunter und man kann diesem Gerangel ganz leicht umgehen.

Am liebsten sitze ich auf den kleinen Sofas in den Gängen und beobachte die Damen und Herren der feinen und nicht so feinen Gesellschaft. Und wenn man lange genug bleibt, darf man auch den Blumenschmuck mitnehmen, so habe ich im ersten Jahr eine wunderschöne seltene und riesige Orchidee abgestaubt.

#10: Adventkränze

Heute war ein großartiger Tag, für mich startete heute die Weihnachtszeit. Adventkranzbinden, ersten Weihnachtslieder, chaotisches Treiben im Haushalt Biegenzahn, und Lachen ohne Ende mit Familie und Freunden.
Ich gebe es auch gerne zu, ich liebe die Weihnachtszeit. Und natürlich kann und muss man die Kommerzialisierung hinterfragen, und aufpassen, dass man keinem Kaufrausch, Kaugummi-Plastik-Weihnachtsmarkt und dem chemisch-raffinierten Punsch erliegt, aber so falsch machen wir das die letzten Jahre nicht.

Konzentration auf Freunde, Zeit mit der Familie, zu überlegen, was den anderen glücklich macht, ein innerliches zur Ruhe kommen. Das Gegenargument, dass wir doch das ganze Jahr uns entsprechend verhalten sollten, ist richtig und ich denke, dass ich es so versuche zu leben, jedoch in dieser Zeit mache ich es einfach noch bewusster. Es geht auch um Vermittlung von Werten und Einstellungen, von Möglichkeiten und Wünschen.

Und ja es macht mich glücklich, dass erste Mal „Last Christmas“ von Wham im Radio zu hören. Dann heißt es, laut aufdrehen und mitsingen mit aller Inbrunst und aller Falschheit.

Schöne Weihnachtszeit!

#5: Dancing Queen

Ich bin groß geworden mit Flashdance, Dirty Dancing und Footloose. Jetzt noch reicht es, wenn auf Facebook gestated wird: „Mein Baby gehört zu mir.“ und schon trudeln unzählige Kommentare hinein, angefangen von „Ja den Film sehe ich auch gerade im Fernsehen …“ bis hin zu Songtexten und Gegenzitaten. Tanzen als Ausdruck von Gefühlen und einer Möglichkeit des Loslassens. Nicht einmal habe ich meinem Zimmer vorgetanzt, wie Jennifer Beals, oder habe mit meiner Freundin die Szene von Johnny und Baby nachgespielt, wo sie immer wieder lachen muss, weil er den Arm von ihr über seinen Kopf legt. Gebracht hat mir das ganze sehr viel, ich kann heute noch immer auf der Männerposition tanzen – meine Freundin wissen das zu schätzen ;).

Ich liebe es zu tanzen und so beginnen viele meiner Email-Aufrufe mit Dancing Queen an unsere Mädelsrunde, wenn es wieder einmal an der Zeit ist, loszulassen und loszutanzen.

#3: Muskelkater

Ich habe einen Muskelkater und der kommt nicht vom Sport, die einzige Bewegung, die mein Bauchmuskel die letzten 2 Tage intensiv betrieben hat, war der des Lachens. Das Besondere daran, dass es so intensiv war, dass ich mich am Boden herumgekuggelt habe, mir meinen Bauch halten musste und sogar die Tränen geflossen sind oder ich vor Luft schnappend mich rücklings geschmissen habe und nicht mehr wusste, wie ich aufhören kann. Und das war einfach phänomenal, nicht nur, weil ich Zeit mit mir liebsten und besten FreundInnen verbracht habe, sondern, weil es eben gerade eben passiert ist, wo die Lebensumstände es nicht einfach machen, an das Gute zu glauben, an Recht und Gerechtigkeit. Freunde zu haben, die nicht nur unterstützen, beraten und da sind, sondern vor allem um mit Ihnen zu lachen über Nichtigkeiten, Wichtigkeiten, das Leben und über uns selbst, ist so phänomenal wie dieser Muskelkater.