#3: Muskelkater

Ich habe einen Muskelkater und der kommt nicht vom Sport, die einzige Bewegung, die mein Bauchmuskel die letzten 2 Tage intensiv betrieben hat, war der des Lachens. Das Besondere daran, dass es so intensiv war, dass ich mich am Boden herumgekuggelt habe, mir meinen Bauch halten musste und sogar die Tränen geflossen sind oder ich vor Luft schnappend mich rücklings geschmissen habe und nicht mehr wusste, wie ich aufhören kann. Und das war einfach phänomenal, nicht nur, weil ich Zeit mit mir liebsten und besten FreundInnen verbracht habe, sondern, weil es eben gerade eben passiert ist, wo die Lebensumstände es nicht einfach machen, an das Gute zu glauben, an Recht und Gerechtigkeit. Freunde zu haben, die nicht nur unterstützen, beraten und da sind, sondern vor allem um mit Ihnen zu lachen über Nichtigkeiten, Wichtigkeiten, das Leben und über uns selbst, ist so phänomenal wie dieser Muskelkater.

#2: Beratungsresistenz

So schnell kann es gehen, gerade noch hat man einen Job und schon … Nein nicht mir ist das passiert, und eigentlich kenne ich sie auch gar nicht so gut, aber wie man seinen Job verlieren kann, war dann doch sehr … Ich suche noch nach dem passenden Wort, aber außer spannend und schockierend fällt mir nichts ein und in dieser Spannbreite lief das Ganze aber ab. Ich sollte mal kurz aushelfen und beraten, wie man mit einer Mitarbeiterin umgehen soll. Weil eigentlich ist sie ziemlich aufsässig und unfreundlich und sowieso inkompetent, so zumindest nach der weiblichen Geschäftsführerin, der zweite männliche Geschäftsführer war zwar nicht ganz bei seiner Kollegin, aber eigentlich hat sie schon Recht und der dritte männliche Geschäftsführer sah es nicht so. Aber trotzdem Frau hat gesprochen und mag auch nicht mehr mit ihr zusammenarbeiten und außerdem, wenn es nach ihr ginge gehöre sie sofort entlassen, weil sie sich sicher war und ist, dass entsprechende Person das Arbeitsinspektorat gerufen hat. Meine Frage darauf, die um Erklärung bat, warum den das Arbeitsinspektorat gekommen ist, wurde dann entsprechend beantwortet. Das Arbeitsinspektorat ist gerufen worden, weil sie als Geschäftsführerin nicht den Mutterschutz einhalte, einen Säugling mit in die Firma nehme. Dieser Säugling wird dann am gemeinsamen Küchentisch gewickelt, mit Fläschchen im Büro gefüttert und die Mitarbeiter fühlen sich wegen der Laborsituation und den darin befindlichen Materialien nicht sehr wohl.

Mein Einwand, dass es natürlich verständlich sei, dass sich die Mitarbeiter in dieser Rolle nicht sehr wohl fühlen können, da die Machtausübung unverhältnismässig ausgeübt wird und der Versuch einer Lösung – bleib entweder mit dem Kind zu Hause, oder kümmere dich entsprechend um die Versorgung des Kindes – war jetzt nicht Priorität, sondern vielmehr, wie kann ich es erreichen, dass sie, die es mit Sicherheit war (natürlich ohne Beweise und auch sehr unwahrscheinlich), gleich mit morgen entfernt ist. Da blieb mir nichts anderes über, als mich zurückzuziehen und meine Unterstützung leider nicht anbieten zu können.

Gegangen ist sie übrigens dann trotzdem, zwar nicht am nächsten Tag, aber sehr schnell, mit Freistellung. In Wirklichkeit hat ihr nichts Besseres passieren können.

#1: Filmfiguren

Ich kenne Personen und Menschen, die könnten Filmfiguren sein. In ihren Charakterzügen, Lebenseinstellungen und Handlungen passen sie von einem Hollywood-Blockbuster bis hin zu einem schlechten B-Movie überall hinein. So auch das Ehepaar „akademisches Horrorkabinett“ – er ein mit Komplexen beladener kleiner Mann und sie die emotional-frustrierte Intellektuelle. Was dieses Paar so besonders macht? Sie sind wie dieses Paar in den Filmen, die du siehst und weißt, das sind jetzt nicht die Guten. Sie sehen noch nicht mal besonders gut aus, und trotzdem oder vielleicht gerade deswegen versucht der Mann mit allen Mitteln Frauen näher zu treten. So habe ich es miterlebt, wie er dem Babysitter geifernd nachsieht oder aber auch anderen Frauen körperlich näher kommt, als es diese wollen. So erzählte mir A, dass er schon wieder so unangenehm ihre Nähe sucht, aber eigentlich tut er ja nichts und er versucht ja auch immer so nett zu sein – er redet ein bißchen zu viel und zu „gescheit“ – und somit fehlt der Angriffspunkt und A zieht sich einfach zurück. Und seine Frau? In einem Film würde Sie wegsehen und zu einem Glas oder mehr greifen.

In einem Film reden Sie herablassend über Freunde, Nachbarn und Familien und versuchen einen Keil in Beziehungen zu treiben. „Ich möchte ja nichts sagen, aber ich bin mir sicher, dass ich den Mann von M mit seiner Assistentin gesehen habe …“ so oder anders kommen immer wieder Versuche um zu Zerstören, weil das eigene Glück so weit weg ist. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben, dem Partner und den Kindern rückt in den Schatten von Neid und Eifersucht den anderen gegenüber, die wesentlich glücklicher scheinen oder sind. Nicht einmal die engsten Freunde oder die Familie werden dann ausgespart. „Hat H nicht ein Alkoholproblem? Weil ich würde ja nicht mehr mit dem Auto aufs Land fahren!“ „H kann es sich eigentlich gar nicht leisten soviele Kinder in die Welt zu setzen, und schau dir nur an, wie sie leben und was sie darstellen.“ „Unsere Nichte J ist ja eine so süße, aber dieses Herumgetue mit dem Sekretär … vor allem nachdem wir sein Email Konto überprüft haben und diese verbal erotischen Nachrichten mit noch anderen Mitarbeitern gesehen haben …“ Ständig würde es Nebelgranaten hageln in der Hoffnung jemanden zu treffen und sei es nur ein Streifschuß und schon fühlt man sich besser.

Kann ich mir vorstellen, das solche oder so ähnliche Personen auch im realen Leben so funktionieren und handeln? Ja das kann ich, leider. Aber wie auch im Film sind es die Guten, die Freunde, die Familie, die einen vor solchen Filmfiguren schützen. Und dann belächelt man diesen Neid, die Eifersucht und die geifernden Blicke. Und wenn all das nicht hilft, dann kommt Tom Cruise und rettet die Welt.

Short Stories und Memories

Schon lange plane ich meine Geschichten und Erinnerungen niederzuschreiben. In den von mir publizierten short stories und memories gibt es Überzeichnung von Handlungen und Personen und manches wiederum ist gänzlich wahr. Es bleibt beim Leser was er oder sie für sich mitnimmt und glaubt.