#292: Who am I?

Wenn wir uns mit dem Dasein beschäftigen, kommen wir nicht umhin uns mit der Endlichkeit, mit dem Sein und uns selbst zu beschäftigen. Gerade die Phänomenologie, die sich mit dem Erscheinenden beschäftigt, dem was wir wahrnehmen und auch dadurch kritisiert wird, dass sie Erscheinendes, Wahrgenommenes zu sehr vergegenständlicht, versucht das Dasein und unsere Welt zu beschreiben.

So war es spannend als auf die Frage von M. Ratcliffe „who are you?“ so viele unterschiedliche Antworten kamen.
– I am my headache.
– I am my genes.
– I am me.
– I am a philosophy student, son, …
– I am nothing.
– I am the entity of my endings …
– …

Who am I? Wir sind schnell dabei uns zu klassifizieren und zu beschreiben. Flapsig, ernsthaft oder mit psychologischen Wissen immer darauf bedacht sich zu fragen, was und wieviel soll man von sich offen legen oder erst gar nicht zu wissen, was zu sagen ist.

Who am I? Ich frage mich vielmehr, wer bin ich nicht? Wer will ich nicht sein! Wer will ich einmal gewesen sein? Ist das noch relevant? Oder geht es darum, zu sein für jemanden anderen?

Who am I? So vieles.

#291: Ohne Worte beim Namen nennen

Der Gastkommentar von Lévy in der gestrigen Presse hat mich sehr nachdenklich gestimmt, da auffordert etwas zu benennen, was so ungewollt, nicht vorhanden und längst verdrängt in Europa war – der Krieg. Er hat Europa erreicht. „Krieg also. Ein neuartiger Krieg. Ein Krieg mit und ohne Grenzen, mit und ohne Staat …“ (Lévy,2015)

Er fordert dazu auf, dass Ding beim Namen zu nennen, es zu benennen. Damit es begreifbar wird in all‘ seinen widerwärtigen Dimensionen.

Aber was heißt das für mich? Wenn der Krieg keine Grenzen hat und keinen Staat betrifft, wie soll und kann Österreich neutral sein? Was bedeutet das für die Zivilgesellschaft Europas? Keiner benennt die Konsequenzen. Einschränkung der Freiheit, Einschränkung der Demokratie, Einschränkung wovon?
Es ist ein neuartiger Krieg. Krieg, das Wort verschweigt so vieles, wovor wir einfach die Augen verschliessen wollen. Deswegen trifft uns Paris mehr, als es Beirut, Kenya, Libanon oder am Sinai tat. Der Krieg ist zu uns gekommen. Je suis … contre la peur … Immer noch, mehr denn je.

David Enoch schreibt in seinem Buch „Taking Morality Seriously“: „…we need normative truths. But how is this any reason at all to believe that there are such things? Perhaps you will establish that it would be nice if there were normative truths, or that we deeply want them to exist.“ (Enoch, p.56) Ich verstehe Lévys Argumente, aber wenn wir dem Krieg hier erlauben Krieg zu sein, dann haben wir in Europa verloren.

#290: Wenn man mal einen Stau verursacht …

Gestern ist mir ein Auto aufgefahren, aber nicht nur eines, sondern eigentlich gleich Zwei, da ein drittes Auto das mittlere Auto in meines hineingeschoben hat, somit verstärkt sich die Kraft, die auf einen einwirkt. Wir haben natürlich gleich die Unfallstelle gesichert und nachdem meine zwei Kinder mit im Auto waren und die Prinzessin über Rückschmerzen klagte, habe ich die Rettung verständigt.

Natürlich ist es unangenehm, wenn man am Abend zu Stoßverkehrszeiten die Tangente blockiert und dann noch auf der linken Spur. Ich habe mir diese Situation nicht ausgesucht, auch nicht die zwei Autofahrer hinter mir, die Beide wirklich sehr freundlich und hilfsbereit waren. Was hätte es auch gebracht, wenn wir angefangen hätten zum Streiten? Wichtig war vielmehr, dass nichts gröberes passiert war. Dass der Fahrer in der Mitte nicht sein Neugeborenes im Auto mitgeführt hatte. Die Fragen der Rettung zeigten mir nämlich, dass bei Unfällen auch mit anderen Personenschäden zu rechnen sein kann: „Ist jemand bewusstlos? Ist jemand im Fahrzeug eingeklemmt? Gibt es hohen Blutverlust …“

Und natürlich sind die Schmerzen im Rücken und Nacken nicht klein zu reden, aber es wird vorbeigehen. Der Arzt und Röntgenologe im Lorenz Böhler Krankenhaus haben äußerst entzückend und nett mit meiner Prinzessin gesprochen und sie vor allem ernst genommen. Und auch der Polizist, der meinem Junior all‘ seine Dinge am Gürtel auf Augenhöhe erklärte, haben dazu beigetragen, dass dieser Unfall – wenn man so sagen kann – positiv verlaufen ist.

Deswegen ist es eigentlich umso beschämender für Autofahrer, die es notwendig haben bei uns drei stehenden Autos auf der Tangente vorbeizufahren, um aus dem Fenster uns wüstest zu beschimpfen. Das Letzte sind nämlich nicht wir drei Unfalllenker …

#289: It’s a Thank you for all mei Friends

Ein herzliches Danke! Der Tag war einfach grandios, und nein ich will nicht darüber sprechen und ja ich bin älter geworden und nein, es wird nicht im Detail besprochen und ja, es war durchaus in Ordnung. Nicht nur weil 6 jährige meinten, dass ich eh nicht so alt bin, bis auf ein Mädchen – es gibt immer jemanden, der aus der Reihe tanzen muss – dass meinte, dass ich ein bisi alt bin. Hallo?!!!! Was heißt hier ein bisschen?

Ich habe von meiner Mama einen original Kartoffelstrudel bekommen (das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen). Meine Mama hat nach dem neuen Ofen von Miele den Backofen in den letzten 15 Jahren nicht mehr benutzt. Und meine Mama hat den besten Strudel ever gemacht. Als ich das in der Früh gehört habe, standen mir wirklich Tränen in den Augen. Da merkt man einfach wie sehr einem Eltern (Mamas) wirklich lieben.

Und es haben meine Nachbarinnen mich besungen, obwohl der der Herr Invalid-Hummel jederzeit uns beflegeln könnte (ob der Lautstärke). Zusätzlich haben so viele an mich gedacht, mir geschrieben oder mit mir gesprochen. Es ist das beste, was einem einfach passieren kann, zu merken wievielen Menschen man etwas bedeutet. Was gibt es wichtigeres im Leben? Ich glaube NICHTS.