#265: Seite der Kinder

2012 habe ich einen Brief geschrieben, der meine Sicht auf eine Familiensituation wiedergeben sollte. Damals bat mich F., dass ich ihn unterstützen solle, da seine damalige Frau bei Gericht ihm mehr als nur „Steine“ im Scheidungsstreit in den Weg gelegt hatte. Heute habe ich mir diesen Brief wieder durchgelesen, da durch einen Todesfall in der Familie wieder alles hochgekommen ist. Und damals wie heute, stehe ich zu dem, was ich geschrieben habe. Der Vater liebt/e seine Kinder – beide – aber vor allem seine Tochter war eigentlich immer das „Papa-Mädchen“. Auch wenn also die Beziehung zwischen den Beiden zerbrochen ist, so haben doch die Kinder ein Anrecht auf ihren Vater, vor allem, wenn er an deren Leben aktiv teilnehmen möchte. Sollte das nicht immer das oberste Ziel von Mutter und Vater sein? Aber Hass ist nur darauf ausgerichtet zu zerstören, gleich wem es noch umliegend trifft.

In meinem Brief stand auch, dass der F. mit Schuld trägt am Scheitern der Ehe, ein Ignorieren und Wegschauen in einer Beziehung ist einfach zu wenig. Aber für seine Kinder wollte er da sein, will er lieben, liebt er … Heute, drei Jahre später, kommt nur der Bub zu ihm und lacht und ist glücklich. Während das Mädchen in ihm den Erzfeind sieht, geimpft durch die Mutter. Er fragt auch, ob ich glaube, dass seine S. irgendwann mal mit ihm reden wird. Und er glaubt selbst nicht daran. Aber Kinder werden erwachsen und lösen sich von den Meinungen ihrer Eltern und hinterfragen. Und das hoffe ich auch für S., weil ich mich daran erinnere, wie sie bei den Großeltern immer bei ihrem Papa saß. Weil ich mich daran erinnere, wie er ihr das Trompetenspielen näher gebracht hat. Weil ich mich daran erinnere, …

Es geht um das Wohl der Kinder und schlussendlich bin ich auf deren Seite gestanden.

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