#255: Mrs. Biegenzahn drives her Ferrari-lari-fari

Am Dienstag war ein richtig schöner sonniger Tag, zwar noch etwas kühl, was mich dazu veranlasste mein feuerrotes Puch Rubin Rad herauszuholen, um damit auf die Universität zu fahren. Voller Motivation und meinem Rucksack trat ich in die Pedale, um 40 Minuten später am Oskar Morgenstern Platz anzukommen. Dazwischen kämpfte ich gegen den Wind auf der Reichsbrücke, um mir bei der Vorgartenstrasse einen selbstgepressten Saft zu holen (der Beste und Günstigste in Wien). Natürlich wurde ich von den sportlichen Radfahrern überholt, aber ich hatte zumindest subjektiv das Gefühl, dass es nicht so dramatisch war, wie die Jahre zuvor, wo mich sogar mal jemand ohne Sattel so schnell mal überholte.

Was ich immer noch nicht gelernt habe, ist cool am Fahrrad stehen zu bleiben, um mich an der Stange des Straßenschildes festzuhalten. Wobei es weniger um das Festhalten selbst geht, als um das anschliessende Weiterfahren. Aber es reicht ja schlussendlich schon, dass ich ein so wunderbares schönes Fahrrad habe, im sattesten Ferrarirot und klingender Puchklingel. Somit wenn schon nicht sportlich schnell, stylisch schick.

Abgesichert ist mein Rad mit einer Panzerkette (vielleicht bin ich deswegen auch langsamer, weil ich dieses Gewicht mitschleppe), weil stehlen lassen will ich mir mein Kleinod ja auch nicht wirklich. Also freuen wir uns auf den kommenden Frühling.

#254: Last Night a DJ …

saved my life wäre jetzt wirklich übertrieben, aber er hat zumindest für Unterhaltung gesorgt. Ich war auf einem Fussball-Ball und vor Ort erfüllten sich natürlich alle Klischees, die man sich erwartet. Sogar eine Nationalratsabgeordnete fand sich ein, die Kampfmannschaft mit ihren Spielerfrauen (wie man es sich vorstellt, viele blond und Titten raufgeschnallt), … und natürlich auch ein DJ, der neben teilweise übersteuerten Latinosongs (Shakira hat echt eine schrille Stimme) auch die komplette Palette des deutschen und italienischen Schlagers bedienen konnte. Ich habe dort Lieder gehört, die zum eigentlichen früheren Sonntagsmittagessen zu Hause (nachdem man die Mittagsglocken auf Radio Niederösterreich hören mußte) gehört haben.

Wobei das wesentlich Erschreckendere daran war und ist, dass ich die alle mitsingen konnte. Was durch anwesende Personen missinterpretiert werden konnte. Und es tut mir leid, dass ich Adriano Celentano mit Don’t play that song for me … it’s bringing back the memory… erkenne. Schuld ist nur das Elternhaus!

Aber der DJ war nicht nur eine Sensation, weil er diese Erinnerungen geweckt hat, sondern weil er einfach noch ein DJ der alten Schule ist, der dazwischen auch immer wieder ins Mikrophon sprechen muss (ob das ein Zwang ist?). Informationen auf die keiner wartet, die keiner braucht … Wobei als er uns daran erinnerte, dass es noch Lose gibt, weil es ein Dabled (bitte mit Meidlinger L) zu gewinnen gäbe, da sind wir natürlich auch gegangen, um die Pflicht des Losekaufens zu erfüllen. Aber mein persönliches Highlight war, als ich einen Musikwunsch äußerte, seine Rückmeldung: „Jetzt spiele (Meidlinger L, das sp bitte härter Betonen) ich noch ein bisl 3 langsame Nummern, daun kommt da Latino und da Jovi und daun spü I da deins, Puppe.“

Als ich das im O-ton wiedergab, wollte mir natürlich keiner glauben, aber als dann Mr DJ diesen Satz genauso ins Mikrophon sprach, da war es, als müsste es so sein.

#253: Wozu Baustellen wirklich dienen!

Selbst in Wien lerne ich noch etwas über Sizilien. Als ich letztens mit einem Fast-Italiener (angeheiratet) gesprochen habe und von meinen aufregenden Baustellenerlebnissen berichtete, fragte mich S., ob ich wissen würde, warum es so viele Baustellen auf Sizilien gibt?

Meine Antwort war eindeutig naiv und auf das bezogen, wozu man Baustellen benötigt, und zwar um etwas zu bauen. Aber weit gefehlt, laut S. (der durch die italienische Familie den Süden sehr gut kennt) gehören viele Baustellen der Mafia, die kein Interesse daran haben diese Baustellen zu schliessen, da angeblich diese sehr hilfreich sein können, wenn man eben etwas zu entsorgen hat und das kann schon einmal vorkommen.

Man lernt doch nie aus …

#252: Stolz

Ich weiß Eigenlob stinkt, aber trotzdem darf man und muss man auch auf sich selbst stolz sein. Ich habe in den letzten Monaten intensiv an 2 wissenschaftlichen Arbeiten geschrieben, die sich mit dem Thema Moral und Recht beschäftigen und dann auch noch in englischer Sprache. Es war überhaupt mein erster Versuch etwas wissenschaftliches in englischer Sprache zu schreiben und ich hatte einen Mörderrespekt davor.

Nicht nur, dass man seine Gedanken – die nun mal auf deutsch in einem Gestalt annehmen – eben nicht nur 1:1 übersetzen kann und darf, sondern eben auch diese in die richtigen Wort fassen sollte. Und beim Schreiben und vor allem viel Schreiben, ist es wie ein „Auswurf“, den ich dann mal nicht ansehen kann. Ich lasse alle meine Worte frei und möchte dann eigentlich nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Schwer, wenn es um wissenschaftliches Arbeiten geht und illusorisch, wenn es um eine Fremd-Sprache geht.

Und heute habe ich in mein Prüfungsprotokoll hineingesehen und habe für beide Arbeiten eine gute Note bekommen. Ich bin wirklich stolz auf mich. Und zwar wirklich wirklich. Und ich bin stolz auf Alle, die sich von mir quälen lassen müssen, wenn ich Sparring Partner brauche, für Englisch, für Kant, für Moral, für Recht, für’s Schimpfen, weil eh nicht alles so funktioniert in dem Moment, wie ich es will …

#251: Wieder retour?

Jetzt bin ich ein paar Tage wieder in Wien und ich bin zwar schon wieder fleissig in meinem Alltag integriert und doch bin ich noch nicht zur Gänze angekommen. Es gibt so einiges, wo ich merke, dass ich noch nicht ganz da bin. Manchmal ist mir meine Wohnung einfach zu groß, da steht so viel herum und ich laufe so viele Schritte um doch nur eine Kleinigkeit zu erledigen. Oder ich mag gar nicht in den Supermarkt einkaufen gehen, weil ich das Obst und Gemüse dort sehe und keine Lust darauf habe und leider unsere nächste Gärtnerei Ganger erst im Frühling wieder öffnet. Und ich mag den Winter auch nicht mehr.
Auch das mit dem Fernsehen ist so eine Sache, ich habe ihn bis auf heute nicht mal eingeschaltet.

Ich gehe davon aus, dass es teilweise vorübergehende Anwandlungen sind, vor allem das mit dem Fernsehen. Oder der zur großen Wohnung, weil an vieles gewöhnt man sich einfach wieder schnell. Was ich jedoch gerne beibehalten möchte, ich will frisches Obst und Gemüse, aber auch andere Lebensmittel verstärkt beim Nahversorger kaufen. Es ist ein gutes Gefühl, nicht nur wegen der Nachhaltigkeit, sondern auch, weil es mir und uns anders schmeckt. Sogar mein Obst- und Gemüseverweigernder Bub hat einmal Karotten probiert und war zumindest an den Erdbeeren interessiert.

Da es aber genug zu tun gibt, noch weitere wissenschaftliche Arbeiten schreiben, mein Semesterprogramm vorbereiten und ein Projekt evaluieren, wird mir nicht langweilig werden und alles wird wieder seinen gewohnt chaotischen Gang gehen. Und was aber das Großartigste ist, wieder die Menschen um mich zu haben, die mich lieben und schätzen, wie ich bin.