#219: Gewalt und Philosophie

Was hat Gewalt mit Philosophie zu tun? Gewalt kämpft immer noch damit sich in seiner Begriffsdefiniton wiederzufinden. Schon alleine das scheint gewaltig gewalttätig abzulaufen. Wo noch bis in die 1960er Jahre der Fokus auf der physischen Gewalt lag, wandelte sich mit Habermas dieser Fokus, weil schlussendlich man argumentieren könnte, dass überall ums uns herum Gewalt ist. Soziale, sprachliche, politische … Gewalt findet sich in allen Medien, in Kunst und im Eltern- und Kindsein.

Sogar Sartre gibt an, dass Gewalt nicht ohne Gegenwart existiert. Somit Schuld sind sowieso immer die anderen. Und wer kennt das nicht? Nicht nur von seinen Kindern und sich selbst scheint es immer einfacher zu sein zu relativieren. Er oder sie hat angefangen und somit sollen Handlungen gerechtfertigt werden.

Eine Definition, die mich persönlich anspricht, ist die, dass Gewalt den Anderen in seiner Andersartigkeit negiert und verletzt. Wobei Andersartigkeit nicht sichtbare Andersartigkeit notwendigerweise beschreibt, wobei natürlich kann (von den großen Ohren angefangen) aber oftmals eben etwas ist, was nicht greifbar ist, was uns unterscheidet in unserer Art und Weise von dem Anderen.

Kinder sind hier besonders betroffen, einerseits in ihrer eigenen Abgrenzung zu dem Anderen und andererseits im Verletztwerden durch Worte und Sprache und Verhalten. Sie können dadurch mindestens gleichermassen verletzt werden, wie durch physische Gewalt. Wir sehen aber leider oft nur die sichtbaren Verletzungen und nicht die anderen.

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