#195: Urlaub hin und wieder retour

Und eigentlich würde ich am liebsten noch in Italien sein. 10 Tage Urlaub, weg aus dem Alltag, den Jobs, dem Lernen, sogar weg von der Kindererziehung mit all‘ ihren manchmal starren Regeln. 10 Tage sind diesmal einfach zu kurz gewesen, um sich zu entspannen, loszulassen und dann Neues zu entdecken.

Meistens reicht es schon, wenn ich nur meine Zehen in den Sand stecke, um runterzukommen, und diesmal war es jeden Tag ein Ankommen in den Urlaub und somit dauerte es einfach länger. Woran es lag? Ich weiß es nicht, einfach zu viel von Allem wahrscheinlich.
Aber nichts, was Sonne, Strand, Meer und gutes Essen nicht richten können.

Das perfekte Ankommen ermöglichte aber dann das Feuerwerk beim alljährlichen Lichterfest an der alten Donau. Erste Reihe fussfrei auf dem Steg meines Rudervereins, mit Blick auf das Gänsehäufl, von wo das Feuerwerk abgeschossen wurde. Eines der Schönsten, die ich seit Langem gesehen habe, wobei es nicht um die Quantität geht, sondern vielmehr um den Spannungsaufbau und Inszenierung des Feuerwerks.

Ich hatte in diesem Moment das Gefühl, nur die Hand ausstrecken zu müssen, um die Sterne berühren zu können. Diesen Moment mit Menschen zu teilen, die zu den Wichtigsten in meinem Leben zählen, was will man schon mehr. Noch nicht einmal ein paar Tage mehr Italien.

#194: Lieder

Eines der Lieblingslieder meiner Kinder ist von Adel Tawil Lieder. Mein 4jähriger kann den Text frei mitsingen und wenn er könnte, wie er wollte, dann würde dieses Lied neben Motorboot von KGB und dieser Tag fährt Strassenbahn (und leider auch Stern des Südens – dies liegt leider nicht in meinem Einflussbereich) in Dauerschleife durchlaufen. Das Faszinierende an diesem Lied ist aber nicht nur, dass es meine Kinder lieben, sondern auch das, was es in mir persönlich auslöst.

Zu Beginn ging es mir vor allem darum, was ich alles darin erkenne an Liedern (eh alle), aber dann folgt unweigerlich die Auseinandersetzung mit den Lieder, den Interpreten und den Erinnerungen daran. Für mich geht es hier weniger um die Bedeutung der einzelnen Lieder, sondern um diese Zeit in der diese Lieder so wichtig waren. Nirvana, David Bowie, U2 aber auch Whitney Houston oder Michael Jackson. Aber in Wirklichkeit gab es da noch vieles mehr. Ich weiß noch, wie viele meiner Schulfreundinnen Poster über Poster von NKTOB gesammelt haben. Die Bravo, die uns nicht nur aufgeklärt hat, sondern auch in die Un-tiefen der Stars einführte. Die Foto Love-storys, die in Text und Bild mehr als einfach und trotzdem „romantisch“ waren.

Die Briefchen zwischen uns Freundinnen und dem Schwarm, der mit einem gehen wollte. Angekreuzt wurde ja zumeist der Platz zwischen Ja und Nein. Das erste Mal weggehen, um vor dem P1 zu stehen und sich nicht sicher zu sein, ob man hinein kommt, weil man eben noch nicht ganz 16 ist. All‘ diese Momente und noch viele mehr liegen für mich in diesem Lied und lassen mich diese Zeit wieder erinnern, mit Ich singe diese Lieder, tanz mit Tränen in den Augen …

#193: Ich bin dann mal auf der Uni

So ähnlich habe ich mir das vor 4 Semestern vorgestellt. So wie damals, als ich begonnen habe, natürlich mit einem Eifer aber auch viel Unbedarftheit mich Dingen und Themen ganz neu nähern zu können. 1995 war das auch noch möglich bald 20 Jahre danach nicht mehr, jetzt bestimmen wöchentliche Lektüreaufgaben inklusive Hausaufgaben das Lernverhalten. Anstelle reflektiven Auseinandersetzung bestimmen mantra-mässige Wiederholungen und Wiedergabe das studentische Bild. Natürlich gibt es löbliche Ausnahmen, die nicht nur die Oberfläche ankratzen und eine Diskussion mit den Studenten wünschen, aber es bleibt einfach kaum die Zeit dafür.
In meinem Masterseminar befanden sich 2/3 Bsc Studenten, weil es kein weiteres Angebot für beide Gruppen gibt. In dem anderen Masterseminar können dafür die Bsc Absolventen keine Forschungsfragen stellen, geschweige den wissenschaftliche Methoden anreissen.

Nach diesem Semester bin ich wirklich müde, ob der Aufgaben, die wöchentlich zu bewältigen sind, den Abschlussprüfungen und den noch vor mir liegenden Arbeiten, die ich schreiben werde. Daneben sollte ich meine Kinder bespaßen, fördern und noch ein Leben haben. Aber ich liebe mein Leben an der Uni auch wenn es nicht mehr diese Freiheit bietet, die Lernen und Forschen fordert und einfach möglich macht.