#192: 4 Jahre Bildungssystem – genügend, danke setzen

Ferien. Seit Freitag haben wir erfolgreich 4 Jahre Volksschule hinter uns gebracht. Ich behaupte ja immer, dass ich mich noch an vieles aus meiner Volksschulzeit und Schulzeit erinnern kann. Meine Volksschullehrerin Fr. Eberhart habe ich vergöttert. Sie war einfach großartig, hat uns gefördert und gefordert. Meine Prinzessin hatte auch eine Volksschullehrerin, die sie wahnsinnig gern hat (was schon wichtig und gut ist). Und doch sind die Herausforderungen für Kinder und Lehrer, wie auch Eltern heute sehr unterschiedlich zu meiner Zeit.

Abseits jeglicher digitaler Veränderung, mit der wir heute konfrontiert sind, dem gesellschaftlichen Wandel der Schnelllebigkeit in der unsere Kinder größer und erwachsener werden, ist es auch der Druck mit den wir als Eltern täglich konfrontiert werden. Und das geht jetzt weiter mit uns beiden. Ich habe jetzt einmal reinschnuppern können, gesehen wogegen man nicht ankämpfen kann, soll und will. Auch was ich als Mutter anders sehe als meine Prinzessin.

Unser Bildungssystem gehört auf jeden Fall reformiert und ich habe ja noch einen jungen Prinzen mit dem ich diesen Start in das Schulsystem wagen muss. Worauf ich jedoch hoffe, ist, dass auch er gerne in die Schule gehen wird, weil das einfach der Grundstein für alles weitere Lernen ist.

Die Lehrer sind motiviert und engagiert, wenn man sie lässt und dabei ist nicht nur die Schuldirektion und Schulinspektion ausschlaggebend, sondern auch Eltern, die ihren Teil dazu beitragen müssen, nämlich Erziehungsaufgaben nicht auslagern. Und natürlich gibt es auch rigide Lehrer, die glauben, ihren Frust an Kindern ausleben zu müssen. Auch hier muss es Möglichkeiten für Eltern und Direktion geben.

Eltern dürfen keine Angst haben, dass eine Note „Gut“ zu einem Abstieg führt. Kinder müssen nach ihren Talenten und ihren Fähigkeiten gefördert werden und nicht nach einem System, dass sich seit Jahrzehnten nicht mehr geändert hat. Aber jetzt kommt einmal das Gymnasium dran, dann wiederum ein Volksschuleinstieg und dann werden wir schon sehen, weil eines weiß ich, verlassen kann ich mich nicht auf das System, aber auf das, was ich als Mutter machen kann.

Wir haben das Glück gehabt, dass beide Lehrer engagiert waren, natürlich mit Höhen und Tiefen, natürlich mit Aufgaben, die leider dazu geführt haben, dass Kinder „durch“ den Rost gefallen sind, aber wenn Eltern wegschauen bei Aggressivität, unsozialen Verhalten, dann müssen wir auch froh sein, dass Lehrer hinschauen. Wir haben auch das Glück gehabt, dass die Schule im Prater liegt, und die Kinder wirklich bei jeder Gelegenheit im Grünen waren. Einfach Luft schnappen und auslüften. Wir haben nicht das Glück gehabt unser Schulprojekt „Hund in der Klasse“ umzusetzen, weil die Schulinspektor sich geweigert hat (der Hund kann ja jemanden anfallen und zerfleischen). Wir haben nicht das Glück gehabt eine tatsächliche Klassen- und Elterngemeinschaft zu werden (lag wohl am unsozialen Verhalten der Eltern, woher sollten das Kinder sonst auch haben). Wir haben aber das Glück gehabt, dass sich trotzdem Kinder finden, die Freunde werden, für einander da sind und Spaß miteinander haben.

Aber das Wichtigste ist, dass wenn ich meine Prinzessin fragen würde, ob sie in den 4 Jahren Volksschule glücklich war, sie „JA“ sagen würde.

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