#173: Es ist wieder soweit

der Opernball steht wieder vor der Türe und heuer bin ich fast so aufgeregt, wie beim allerersten Mal. Vielleicht liegt es daran, dass wir gerade frühlingshafte Temperaturen haben und die Sonne scheint, oder aber auch daran, dass 2014 sich bisher so anlässt, dass sich Knoten auflösen, die man so mit sich mitschleppt, oder aber auch daran, dass es einfach jedes Jahr irgendwie anders ist.

Gestartet in den Tag mit meiner J. und einem gutem Frühstück, auf das Lernen komplett verzichtet. Sport und weiter zum Friseurtermin beim hiesigen Damenfriseur (darüber muss ich noch gesondert berichten, vor allem vom Zwirn und den Augenbrauen). Die Kinder sind bei Oma und Opa, und die Erdäpfeln für den Wiener Erdäpfelsalat gekocht, da das Schnitzerl geliefert wird. Jetzt fehlt nur mehr das Hinein in die Panade und sich freuen, dass es bald los geht. Und damit mir nicht fad wird, unterhält mich die großartige P. am Telefon, um sich mit mir auf den Opernball seelisch vorzubereiten und sei es nur, dass wir virtuell ein Glaserl Prosecco miteinander trinken.

#172: Langlaufen

In der Handelsakademie anno letztes Jahrhundert durften wir im Turnunterricht ein paar Mal Langlaufen am Sportplatz draussen, dass heißt meine Vorstellung von Langlaufen war schon lange verblast, als ich letzten Sonntag das Langlaufen für mich entdeckte. Bis jetzt hatte ich ja ehrlich gesagt eher die Vorstellung, dass es sich dabei um einen Senioren-, Birkenstockträger-, Langweilersport handelte. Ich gebe es zu, dass ich vollkommen voreingenommen war! Ich mein‘ schifahren ist spritzig, snowboarden cool und dann auch noch so locker flockig die Piste runter, was will man mehr. Nur, dass es bei mir eben nie locker flockig war und spritzig fahre ich auch nicht. Dann immer diese Schischuhe anziehen, ich bin schon waschelnass, da bin ich noch nicht mal in der Nähe eines Liftes.
Deswegen war es so ein Aha Erlebnis, als ich die Schuhe (warme Lederschuhe, leicht) anzog, die Langlaufskier leicht tragbar in den Händen trug und vor allem gerade mal 6 € für die Karte zahlte.
Am Steyersberger Schwaig sind die Loipen auch alles andere als eben und wenn man hinaufläuft, dann muss man auch wieder herunterkommen. Tja und das war dann auch einer der größten Herausforderungen, wie werde ich langsamer, wie kann ich bremsen, warum habe ich mich nicht besser vorbereitet. Mein Bruder hat es clever gemacht, zur Not einfach Popsch-bremsen, die effektivste Art und Weise und auch die definitiv Lustigste.

Natürlich gab es die Poncho-tragenden Langläufer, oder aus dem gleichen Stoff irgendwelche Überziehsachen, die manche Damen und Herren trugen, diese passten auch bestens zum natürlich gewachsenen Haar, aber dazwischen fanden sich die Jungsportler ausgestattet mit Skinfit oder Holister Jacken, die Senioren wie auch Damen mit Moncler Jackerln und eben uns.

Was aber eigentlich die Faszination für mich ausmacht, war die Möglichkeit die Natur zu geniessen. Ich konnte im Schnee tatsächlich Hasenspuren dekodieren! Eine Weite zu geniessen ohne zu viele Menschen um einen herum zu haben. Also kann ich es nur empfehlen und ich hoffe auf noch ein paar Möglichkeiten um auf die Loipe zu gehen.

#171: so wenig Zeit für so viele Dinge zu tun

Ich bewundere Menschen, die um 6 Uhr aufstehen können, um dann laufen zu gehen oder Yoga zu machen. Ich wäre gerne ein Morgenmensch mit meinem Abendpensum, dann … ja weil dann kann ich einfach die Dinge machen, die ich auch noch gerne machen möchte.

Aber es ist natürlich vollkommen unrealistisch und wenn ich meine Woche so ansehe, dann gehe ich sehenden Auges in mein persönliches Dilemma. Aber wie sagt man so schön der Berater ist beratungsresistent.

#170: Schuleinschreibung – der nächste große Schritt

Heute habe ich unzählige Formulare für das Gymnasium ausgefüllt. Datenblätter, schulärztliche Unterlagen, Freizeitaktivitätenliste und was noch so herumlag. Und morgen ist es dann soweit wir gehen zum Direktor. Die Entscheidung der Volksschule war schon ein großer Schritt damals, weil es den Grundstein dafür legt, ob ein Kind gerne zur Schule geht oder eben nicht. Die Wahl des Gymnasium stellte mich vor die gleiche Herausforderung. Ich dachte, dass es viel einfacher ist, nachdem ich ja weiß, was ich bzw. die Prinzessin von einer Schule wollen, und trotzdem man verlässt sich wieder auf Gehörtes und Gesagtes von anderen, und wird unsicherer.

Ich weiß noch, wie ich damals beim Tag der offenen Türe in die jetzige VS meiner Prinzessin mich sofort wohlfühlte und wußte, dass das ein Ort sein könnte, der auch ihr gefallen könnte. Und dann als sie im Jahr darauf in das Schulgebäude zum nächsten Tag der offenen Türe hineinspazierte, stand sie mitten in der Aula und meinte, dass ist die Schule, wo ich hingehen will und werde. Es gab gar keine Diskussion darüber.

Und jetzt ist es ähnlich, nach ihrem Gespräch mit dem Direktor, lag die Schule unter den Top 2 von 3n. Beim Orientierungsgespräch für die englische Klasse kam sie anschliessend heraus und sagte mir wieder mit leuchtenden Augen, hierher will ich gehen. Ohne sich eine andere Schule ansehen zu wollen oder überhaupt zu wissen, ob sie einen Platz bekommen wird.

Auch wenn ich unsicher bin, so weiß ich, dass uns dieses Bauchgefühl gut über die letzten 4 Jahre gebracht hat, also warum nicht jetzt auch.

#169: welcome back in meiner Kindheit

Apropos Fernsehprogramm, wenn man krank ist, hat man Zeit sich durch das tägliche Fernsehprogramm durchzuzappen und das, was man da heute sehen kann, ist schlichtweg eine Zumutung. Nicht einmal mehr eine Talkshow findet sich im Programm, anstelle dessen Gerichtsshows, Detektivshows, Ich-verklag-dich-Shows usw. usf. Ok, die Karlich, aber als ich sah, dass es um „ich arbeite in der Rente“ ging, da wußte ich, dass ich so krank nicht sein wollte und konnte. Und um diese Uhrzeit gibt es dann doch auch elterliche Pflichten, einmal kurz abklären, ob sich die Kinder eh nicht die Köpfe einschlagen. Wobei es schon entzückend ist, wenn ein 4jähriger vor einem steht und fragt: „Mama schläfst du wirklich?“, oder „Mama, dass auf deiner Lippe ist grauslich, darf ich es angreifen?“.

Aber das ist ja nicht das eigentliche Thema, sondern das grottenschlechte Fernsehprogramm. Was bleibt sind Serien anno dazumal. Shannen Doherty mir sowohl bei „Unsere kleinen Farm“, wie auch bei „Beverly Hills 90210“ über den Weg lief und wenn ich daran denke, dass sie eigentlich auch bei „Charmed“ (ok zur Zeit ist sie auf Kabel1 schon gestorben) mitgespielt hat, dann kann man hier von einer unnatürlichen Anhäufung sprechen. Aber auch Michael Landon ist mir in den letzten Tagen zumindest 2 mal in der Kiste über den Schirm geflimmert, neben der Farm agiert er auch noch hilfsbereiter Engel. Das sind alles Kindheitserinnerungen von mir, fehlt nur noch Bonanza für den Ausgleich.

Ein Lichtblick in der ganzen Misere ist Herr Kretschmer mit seinen Kommentaren und die Tatsache, dass die Antibiotika gut wirken.

#168: medikamentöse Schwergewichte

Nach einer Woche fremdbestimmt sein durch das Kranksein des Nachwuchs, einem Schlafdefizit, dass aus mir einen ferngesteuerten Zombie machte, folgt ein Kranksein von mir selbst, die Immunisierung durch gesunde Säfte hält lange genug an und das Mutter-sein-Nicht-krank-sein-dürfen Gen tritt erfolgreich in Kraft nachdem alle wieder gesund sind.

Das Furchtbare ist diese Müdigkeit gekoppelt mit dem schlechten Gewissen. Ich liege im Bett oder auf der Couch und sehe das Chaos rund um mich herum und kann nichts machen. Selbst wenn ich wollte, sobald ich die Augen nur aufmache, fallen sie von selbst wieder zu – gut, dass ich eine wunderbare Handelsakademie besuchen durfte, um das 10-Finger-Blind Tippen lernen zu dürfen.

Aber dafür benötige ich für den Text den halben Tag, weil mein Gehirn so langsam arbeitet und ich wahrscheinlich dazwischen immer wieder einnicke. So kann man auch den Tag verbringen, nur eben wird das Chaos eben nicht weniger, nicht die Aufgaben, Projekte, Arbeiten, und schon gar nicht das schlechte Fernsehprogramm.