#156: Und alles erledigt für dieses Jahr?!

Jetzt ist tatsächlich Weihnachten vorbei, Geschenke verteilt, Weihnachtswunder vollbracht, Glücksgefühle und Depressionen abgehakt, … Weihnachten war heuer eigenartig, aber wunderschön.

Natürlich war es Wahnsinn von uns die Küche vor Weihnachten umbauen zu wollen, und natürlich funktioniert es dann nicht immer so, wie man es sich vorstellt. Aber trotzdem haben mein Bruder und ich sensationelles Erdäpfelpüree und Lachs gekocht und sogar meine Mama war ganz begeistert vom Umbau (was etwas heißt, weil sie sonst sehr sparsam mit Lob ist).
Und natürlich muss mein Papa eine Lungenentzündung aufreissen, und ein Telefon ersetzt halt auch nie eine Person, aber wichtiger ist, dass wir heute am 26.12. zum obligatorischen Schnitzlessen gemeinsam wieder miteinander politosophieren konnten.
Und natürlich haben wir (als FreundInnen) heuer ein Weihnachtswunder vollbracht! Einfach angepackt, gegeben, geschenkt und nachgefragt, um jemanden ein neues zu Hause zu geben. Etwas was uns wirklich stolz machen kann, worüber wir auch sprechen dürfen, weil es Inspiration sein kann und soll. Eben in einer Zeit, wo so vieles „Natürlich“ erscheint und sein soll, aber weitaus wichtiger wird es sein, diese Wunder ins kommende Jahr zu bringen und weiterleben zu lassen. Mehr hinzuschauen und hinzuhören.

Dialoge: motivierte Mütter

wohin Kinder nach der Volksschule wechseln, führt oftmals zu interessanten Gesprächen.

Mutter1: … von diesem Gymnasium habe ich nur gehört, dass das Niveau so nieder sein soll.
Mutter2: nicht, dass ich wüsste.
Mutter1: Und im Akademischen da muss sie dann extrem viel lernen, wie sollen wir da den Musikunterricht unterbringen? Jeden Tag bis spät Abends lernen ist halt schon zu viel.
Mutter2: Das ist schwierig. Aber lernen werden sie überall müssen.
Mutter1: Ja trotzdem, nur lernen und dann noch die 2 Stunden Musikunterricht.
ein Vater (schaltet sich ins Gespräch ein): Ja aber die 2 Stunden in der Woche kann man ja einplanen.
Mutter1: Nicht 2 Stunden pro Woche, sondern pro Tag.

#155: Wie gerecht ist unsere Welt heute noch?

Eine Theorie besagt, je gerechter wir unsere Welt begreifen, desto weniger sind wir bereit für Veränderungen. Dies betrifft jetzt nicht nur unser Leben, sondern auch unser Verständnis rund um Politik und Wirtschaft. Betrachten wir Wahlergebnisse und die Finanzmarkts- und Wirtschaftskrise dann scheint sich unser Weltbild gerade zu verändern. Somit auch unser Verständnis, ob unser Leben noch gerecht verläuft?!

Die Medien und die Transparenz durch die digitale Welt führen uns vor Augen wie es in Unternehmen und Parteien abläuft. Gruppenkündigungen, Abwertung von Mitarbeitern, Korruption – heute sind es die Banken, morgen Parteien, staatliche Unternehmen oder Weltkonzerne. Heute kennen wir die betroffenen Menschen persönlich, die in diesem System keinen Platz mehr haben, früher hat man meist nur von ihnen gehört.

An Beispielen mangelt es uns nicht und trotzdem wissen wir, dass es immer noch schlechter, schlimmer und ungerechter ginge. Gerade Unternehmen könnten hier eine Stabilität schaffen, indem sie neben dem Wertschöpfungsprozess auch die Wertschätzungskette einsetzen würden. Nachhaltigkeit sollte hier nicht nur als Begriff in der Ökologie verstanden sein, sondern auch als einer in unserem Wirtschafts- und politischen System.

#154: Heute hü morgen hott

Ein Unternehmen muss nicht immer zwangsläufig wachsen um erfolgreich zu sein, um die optimal Betriebsgröße, Mitarbeiteranzahl, Produktionsprozesse wird heute genauso wie zuvor in den letzten Jahren in der Betriebswirtschaft diskutiert.

Aber was es ungleich schwerer für ein Unternehmen ist, ist, wenn das Management nicht weiß, was es will, verkaufen, IPO, nicht verkaufen, vergrößern (aber woher das Geld), Investoren aber nicht Investoren, die reinreden sollen, Chef sein aber irgendwann nicht mehr, Verwirklichung vs. Reich-werden … Heute hü und morgen hott ist vor allem für die Mitarbeiter schwer zu verfolgen, weil die Ziele jeweils anders sind, ein anderes Verhalten gefordert ist und auch die Zielvorgaben sich somit ständig verschieben. Gegen Ende des Jahres wird diese Unsicherheit des Management immer am Stärksten wahrnehmbar, da ein neues Jahr anbricht, die Zahlen und Umsätze vielleicht zufrieden sind, vielleicht auch gar nicht, und im besten Fall eh viel besser als gedacht. Und somit ein schwaches Management entweder zuviel will oder gar nicht mehr will und im schlimmsten Fall nicht weiß, was das Unternehmen braucht, will und notwendig hat.

#153: Ökonomie der Zivilgesellschaft

Ökonomie, Minimalprinzip, Gewinnmaximierung und Finanzkapital sind heute Schlagworte, die wir fast unerlässlich hören. Sei es durch die Beflügelung der Wirtschaft, der Finanzkrise der letzten Jahre, den Bad-Banks oder auch durch die gesetzten Personalmaßnahmen bei den unterschiedlichsten Unternehmen. Wirtschaftsethik und deren Voraussetzungen finden sich hingegen entweder auf den Universitäten in der Auseinandersetzung zwischen mehr oder weniger gescheiten Leuten oder in den Nachhaltigkeitsberichten diverser Unternehmen über die wir Leser, Medien, Stake und Share Holder, Konsumenten … uns dann freuen.

Auch wenn man es nicht glauben mag, es gibt die Beispiele in unserer (sozialen)(markt)Wirtschaft, die versuchen sich parallel zum Ökonomieprinzip erfolgreich behaupten können. Wo es vor allem um die Nachhaltigkeit um der Nachhaltigkeit-willen geht. Als ein klassisches NGO Unternehmen, kann diese neue Form der Unternehmensführung und des Unternehmensziel, nicht geführt werden. Ein Schlagwort, dass sich hier in der Literatur dazu wiederfindet ist „Social Entrepeneur“, ein Unternehmen, dass neben der Wertschöpfungskette auch die Wertschätzungskette erfolgreich umsetzen kann. Als Beispiel kann hier Sina Trinkwalder mit manomama.de vorgestellt werden. Eine Werberin, die einfach genug von dem Spiel in ihrer Branche hatte, die einfach einen Fußabdruck in der Welt abseits von 1/1 Seiten und 30″ Spots hinterlassen wollte, und mit Langzeitarbeitslosen ein cleanclothes Projekt erfolgreich umgesetzt hat. Diese neue Art des Denkens und Handelns kann einen Kontrapunkt zu der jetzigen Ökonomie setzen, die sich mehr um Prognosen beschäftigt als mit den Ressourcen (Human und Material).
Ich würde diese neue Richtung als eine Ökonomie der Zivilgesellschaft beschreiben, da die Zivilgesellschaft als Gruppierung sich versteht, die sich um die Belange innerhalb einer Gesellschaft kümmern will (besteht aus den unterschiedlichsten Gruppen). Dies könnte eine Chance für uns sein, nämlich für uns alle, erfolgreich zu sein und trotzdem nicht getrieben von Renditen, immer höher geschraubten Zielen und dem Wunsch immer mehr-mehr und mehr haben zu wollen.