#143: Job, Frauen und warum wir es uns manchmal so schwer machen

In letzter Zeit häufen sich wieder die Fragen von Frauen über Frauen, und ihre eigene berufliche Situation, die sie als durchwegs schwierig beschreiben. Und das obwohl sie ihren Job mögen. Gerade im mittleren und oberen Management bemerken Frauen, dass die Zusammenarbeit mit Frauen schwieriger geworden ist. Viele führen es darauf zurück, dass der Druck erhöht worden ist, was Performance, Unterschreitung der Budgets und die Führung der Mitarbeiter betrifft. Power-Managerinnen, die „offensichtlich“ den Job höchst engagiert absolvieren, die scheinbar perfekte Mütter und „Gutmenschen“ sind, verunsichern andere weibliche Führungskräfte und wahrscheinlich – meine persönliche Hypothese – geschieht dies genauso vice versa. Nur spricht man eben nicht mehr über sich, das Miteinander geht im Zuge des immer strengeren Markt- und Arbeitsumfeldes verloren.

Diese Unsicherheit kann aber auch positiv genutzt werden, vor allem, wenn uns Frauen bewusst wird, dass eben auch unsere Mitarbeiterinnen, Kolleginnen oder Vorgesetzten den gleichen Gesetzen wie auch wir unterworfen sind. Und ganz ehrlich, perfekt ist niemand von uns und das was wir oftmals an uns bemängeln, wird von anderen vielleicht sogar als Stärke gesehen.

#142: Ressourcen

Das Ökonomieprinzip sagt, dass wir einen Einsatz (Ressourcen) haben und versuchen ein bestimmtes Ziel (Gewinnmaximierung) zu erreichen. Dazu kennen wir auch das Minimalprinzip und Maximalprinzip, entweder mit minimalen Einsatz ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder mit einem bestimmten Einsatz das maximalle Ergebnis zu erzielen. An der Universität meinte die vortragende Lektorin, dass es so ist, dass Studenten oft hoffen mit „nichts“ einen Schein zu ergattern. Dagegen muss man sich verwehren, weil „nichts“ tun hat mich noch nie zu einem Schein gebracht. Was aber sehr wohl zutrifft ist das Haushalten mit den eigenen Ressourcen, aber das betrifft nicht nur das Lernen und Absolvieren von Kursen sondern das ganze Leben. Unser Tag hat nur 24 Stunden, wir müssen schlafen, essen, Hygienestandards (egal ob hoch oder nieder) einhalten. Wir haben Jobs, Aufgaben, Kinder, Projekte, ehrenamtliche Tätigkeiten und natürlich kann ich vesuchen überall mein Maximum zu geben, aber was passiert? Irgendwann hechle ich nur noch nach und blicke vor allem nicht dorthin was ich erreicht habe, was ich tolles mache, sondern schaue zu den anderen, was die nicht alles schaffen …

Ein Einteilen von dem eigenen Einsatz ist notwendig und für mich bedeutet das eben, dass das was für mich und meine Kinder/Familie wichtig ist auch mit dem meisten Einsatz bedacht wird. Somit muss nicht jeder Kurs an der Uni gleich intensiv bearbeitet werden, aber dafür jedes Projekt/Coaching, welches ich annehme. Im Gegenzug versuche ich eben nur mehr ausgewählte Projekte zu wählen, damit eben nicht irgendwann eines auf der Strecke bleibt. Mögen andere „Wunderwuzzis“ sein und alles checken und machen, ich will es nicht mehr auf diese Art und Weise sein, weil ich selbst dann überbleibe. Aber ich kann vielleicht leicht reden, weil ich mich bewußt aus diesem Hamsterrad herausgenommen habe, und es ist schwer, weil manchmal schaut der Blick aus der Ferne so aus, als ob die anderen alle viel schneller, viel weiter und „besser“ sind, aber beim genauen Hinschauen, tja, da sieht man dann oft etwas anderes …

#141: kein Gastgeschenk

Ich werde wohl ab jetzt nie wieder eine Kerzerlparty veranstalten dürfen! Und ein Gastgeschenk gibt’s dann wohl auch nicht für mich! Ich habe nämlich Gäste, die so eine Präsentatorin in die Verzweiflung treiben können bzw. auch haben. Dabei hat alles so gut angefangen, weil erst einer meiner Gäste da war und alle anderen verspätet. Da wir gestern eine Kerzerlparty zu viert veranstaltet hatten, waren auch ausreichend Gäste da, um beginnen zu können. Und wir haben das auch nur deswegen gemacht, damit jemand, den wir mögen, ihr Gastgeschenk möglichst gratis oder günstig bekommen kann.

Für Unwissende: eine Privatperson lädt zur Präsentation von Duftkerzen, Duftlampen, Deko-Krims-Krams, und sonstigen unnötigen Dingen ein, die von einer Vertreterin mit viel Liebe zum Detail vorgestellt werden. Ich weiß nicht wieviele Düfte ich gerochen habe, dagegen ist die Kerzerlabteilung beim Ikea ein Minderheitenprogramm.

Aber dann kamen meine Gäste und Zaungäste und diese Mischung hat dann den Rest des Abends einem Improvisations-Kabarett geglichen. Am Besten war dann als der ökologisch-biologisch Teddybär um € 49,90 aus hochwertigsten biologischen Baumwoll-Materialen (so wurde er vorgestellt) umhergereicht wurde um dann in Reihe 2 das Etikett vorzulesen, wo wir erfahren durften – wir gehen jetzt mal davon aus, dass dieser wahrscheinlich mit einem solarbetriebenen Schiff von den einzigen erwachsenen Arbeitern mit westlichen Reallöhnen hergestellt – aus Shanghai (CHINA) kam, da es dort wahrscheinlich die ersten Polyesterbäume gibt, die 100 % biologisch und ökologisch bewirtschaftet werden.

Der Rest ist Geschichte und – seufz – ich werde wohl keine solcher Partys mehr veranstalten dürfen, dafür war das eine Mal so legendär, dass man es sowieso nie besser machen könnte.

Psychologie mal anders: Lernen lernen

Wenn ich über das Lernen lerne, dann lerne ich viel über theoretische Zugänge. Kann Methoden nachvollziehen, Forschungsergebnisse anerkennen, und mit großer Wahrscheinlichkeit auch feststellen, dass manche dieser abstrakten theoretischen Bezeichnungen auch in der Realität funktionieren. Beim Lernen sprechen die Psychologen von Bestrafungsreizen um eine unerwünschte Reaktion zu vermeiden. Es gibt hier die positive Bestrafung (1. Art) und negative Bestrafung (2. Art).
Und wir alle waren schon Opfer und ausführendes Organ! Du darfst nicht fernsehen, weil … Du hast Hausarrest. Dein Handy wird eingezogen. Du bekommst nichts Süßes heute … Das alles ist die negative Bestrafung, weil etwas Angenehmes genommen wird. Das ist ja sogar noch logisch!
Aber lernen wir tatsächlich daraus?

#140: Wissenschaft – abgehoben

Gestern auf der Wissenschaftsgala des Landes Niederösterreichs wurden herausragende Leistungen in der Wissenschaft prämiert und so vielfältig wie die Themen der Gewinner waren, so hörte man einen gemeinsamen Tenor der Diskutanten und Wissenschafter. Erstens in die Bildung der heutigen Kinder und zukünftigen Kinder und Jugendlichen zu investieren, weil dort kommt unser Nachwuchs für Forschung und Innovation her und zweitens, dass Wissenschaft heute Übersetzer benötigt, da die breite Öffentlichkeit nun mal nicht die Sprache der Wissenschaft spricht.

Alleine über Punkt 1 liesse sich Seiten und Beiträge füllen und es steht ausser Frage, dass das Bildungssystem meiner persönlichen Meinung revolutioniert gehört und zwar weit aus mehr als weiterentwickelt.

Aber Punkt 2 hat mich weitaus nachdenklicher gemacht, weil LH Pröll selbst meinte, dass wenn er nicht die Sprache seiner Wähler spricht, dann wird er nicht gewählt werden. Scheint das dies funktioniert, sieht man die Amtsperiode von LH Pröll an. Aber um das Politisieren geht es mir weniger, als um das Verständlich-machen von „grauer“ Theorie, von Fremdworten, die im Sprachgebrauch der Experten und Wissenschafter verwendet werden, aber eben nur dort und dass selbst sehr gescheite Leute – aus anderen Fächern – manchmal wenig, ein biserl oder eben nichts verstehen. Ich bin selbst zur Zeit damit konfrontiert, dass ich auf der Universität in der Philosophie Texte lese, die mich sehr anstrengen und herausfordern. Einerseits in der Konstruktion der Sätze als auch in den Inhalten. Und ich frage mich, ob solch‘ ein Komplizierthalten von Inhalten, Themen nicht auch dazu dient, Macht zu schaffen.
Selbst bei meinen Texten ertappe ich mich oft, dass ich einen Satz neu schreibe, da er viel zu kompliziert geschrieben ist, mit viel zu vielen Fremdworten, die sich einschleichen, die so richtig sich anhören, so elegant und wortgewandt … und vor allem gescheit. Blöd, wenn man sich selbst ertappt.

Daher möchte ich versuchen viel mehr zu übersetzen, weil schlußendlich bin ich ein Arbeiterkind, aufgewachsen mit einem „echten“ Wiener als Papa, der wenn es nicht den Qualtinger gegeben hätte, der „Qualtinger“ ist, in einer Familie, wo wir diskutieren konnten, politisiert haben aber immer alles sehr erdig und ohne Verschnörkseltes.

#139: was ganz banales

Im Vergleich zu meinen anderen literarischen Ergüssen wurde ich gebeten doch einen Leitfaden über „which closet to use“ auf der Uni zu schreiben. Dabei muss ich zweierlei feststellen:

1. Als ich das erste Mal studieren durfte in den späten 1990er Jahren, da war es nicht selbstverständlich, dass Klopapier auf den Toiletten zu finden war. So weit war es mit den Budgets der Unis gewesen, wir konnten zwar ohne Gebühren studieren, hatten volle Hörsäle aber wiederum kein Klopapier. Heute gibt es überall Klopapier, was mir jedoch fehlt sind die klugen feministischen, kommunistischen und sexistischen Stilblüten auf den Klowänden und -türen.

2. Im Englischen verwendet man eigentlich so gut wie nicht, das Wort Toilette oder WC. Ist auch nur so eine Randbemerkung, aber trotzdem. Gut beim vornehmen Briten kann ich das noch nachvollziehen, dass wir vom Ladies room, wash room und so sprechen. Da hört es sich einfach richtig an. Aber der Amerikaner? Aber dort könnte ich es mir wegen seiner Prüderie erklären, ist doch unanständig und unangenehm … Und es geht auch nicht darum, dass wir nicht andere Umschreibungen dafür hätten im österreichischen Sprachgebrauch, aber alle halt nicht sehr charmant (das Häusl, das Sch..häusl, das Klo, Pippibox …).

Aber um nicht abzuschweifen und die Frage nach den besten/schönsten WCs der Uni zu beantworten, dann geschieht dies natürlich komplett subjektiv. Aber die, die beim Audimax waren, waren nie besonders und sind es heute auch noch nicht. Auf der Hauptuni am besten in die Nebenstiegen und in den 1. Stock gehen, dort finden sich sehr schöne umgebaute und reine Toiletten. Im Nig verhält es sich ähnlich, je weiter oben desto besser! Was das wiederum zu bedeuten hat, dass diskutieren wohl besser nicht …

#138: Schnitzl vs Ethik

Seit letztem Semester verfolgt mich das Thema Vegetarismus und Veganes Essen und das in einer Ausführlichkeit und Beharrlichkeit, die mich sehr nachdenklich stimmt. In Seminaren wir Argumentation/Rhetorik und Unternehmens- und Wirtschaftsethik haben wir die Möglichkeit unserer Stimme Gehalt zu verleihen. Verdammt nocheinmal wir sind an der Philosophie, der Universität Wien, der zweitältesten Universität Europas und Studenten sprechen über das Essverhalten der modernen Zeit, anstelle über Politik, Wirtschaft, Ungerechtigkeiten und von mir aus auch über die Wahlen, den Telekom-Prozess, oder die gratis Cookies für die zwangsbeurlaubten US-Beamten.

Ich war gestern einfach sprachlos, als wir im Seminar zur Wirtschafts- und Unternehmensethik über die Abkoppelung von Recht/Moral und Ethik sprachen, und ob und inwiefern es gut ist, dass wir einen Freiheitsspielraum zur Entscheidung haben, und eben als Argument für die mangelnde Moral und die entkoppelte „Freiheit“ über die Masttierhaltung der Franzosen gesprochen wurde, die als Veganer schwer zu verdauen ist. Ich befürchte, dass ich dieses Semester nicht „viele“ Freunde finden werde und vielleicht sollte ich in die kommenden Stunden mit dem alten Pelz meiner Oma und der Schnitzelsemmel kommen, damit wir wissen, wo der „Feind“ sitzt.

#137: noch eine Erkenntnis

Ich denke, ich bin der wahrgewordene Albtraum eines jeden Mannes, schlechte Hausfrauenqualitäten (aber KOCHEN kann ich) und dann gib mir ein Zimmer mit 5 Möbelstücken und ich stelle sie dir zumindest 3 x Jahr um – aber nicht immer gleich – baue entsprechend die Möbelstücke um, weil was nicht passt, wird passend gemacht.
Somit muss man starke Nerven mit mir haben, weil jemand der mit Veränderungen eher schlecht umgehen kann, wird mit meinen Aktivitäten sicher überfordert werden. Wobei auf der anderen Seite hilft meine Unstetigkeit meinem Sohn sich auf Veränderungen einzustellen, denn wenn er könnte, wäre Monk nur eine Karikatur seiner selbst. Aber so kann er nicht, auch wenn er will, und heute hat er sogar gemeint, dass ihm der Tisch, wie er jetzt steht viel besser gefällt, nur den Kopf hat er sich an der Umrandung der Couch angeschlagen, was uns zum Überlegen bringt, ob das wohl so sinnvoll ist …

#136: Hausfrauenqualitäten

Ich sag’s gleich, meine sind endenwollend. Wobei es ja nicht mal an der Einstellung happert, sondern einfach an der Umsetzung. Bei mir dauern Dinge einfach doppelt so lange, weil ich tue‘ und dann merke, so funktioniert das dann wohl doch nicht. Wie das Aufrollen des Kabels zum Dampfreiniger, ich erledige diese Handgriffe 2 mal, weil ich feststellen muss, dass ich das Ganze viel zu fest, ungeschickt, nicht praktikabel gemacht habe. Oder mit Garantie laufe ich mit meinen Socken in den einzigen verbleibenden nassen Fleck am Boden, um meine nassen Fußabdrücke in der Wohnung zu verteilen, und nasse Füsse sind furchtbar! Ein zerknittertes Hemd? Ha kein Problem, es zwar grundsätzlich glatt, aber auf der Rückseite finden sich mindestens eine durchgängige Bügelfalte, die auch beim Nachbügeln nicht besser wird, sondern sich schön verteilt.
Ich muss auch nicht fragen, wie das Andere machen? Weil ich weiß, dass sie sich mit voller Konzentration dem Putzen widmen – nicht so wie ich – ,oder eben eine Putzfrau haben – eben so wie ich. Aber manchmal muss man dann ran, weil täglich kommt sie nicht und ich habe auch nicht die Einstellung der E., dass wenn mir was nicht passt, dass ich einfach alles wegschmeisse. Daher habe ich heute wieder ein paar Fußabdrücke in der Wohnung verteilt.

#135: platt, platter, fad – ein Kabarett

Gestern war ich in Rudi Roubineks Geschichte über die Geschichte in 90 Minuten und ich muss sagen, das Ganze war entbehrlich, wobei ich persönlich ein wirklicher Geschichtsgroupie bin, und habe sogar in Geschichte maturiert, also ging es weniger um den Rahmen, als um die inhaltiche Umsetzung und Schenkelklopfer, die ich bei einem Herrn Roubinek nicht erwartet hätte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass er sich „Wuchtl“Hilfe von Herrn Fleischhacker holte. Herr Roubinek war nervös und blühte nie wirklich auf. Die Pointen kamen zu punktgenau, dass es schon auffällig war. Hier ein Bild, hier eine Pointe, jetzt wieder ein Schenkelklopfer.

Der erste Teil des Programms war noch mit politischen Floskeln rund um Vassilakou, Strache, Spindelegger und Co befüllt, die vor allem gefühlterweise wir schon 100 x gehört haben. Der zweite Teil versuchte nachdenklicher zu werden und hinterließ bei mir nur das Gefühl, dass es bei mir nicht ankommt. Weder der Wunsch zu lachen, mit ihm, oder über etwas.