#128: die good old Kasette

Heute auf Ö1 gab es einen „Quasi“-Nachruf auf die Kasette, da sie zwar noch nicht ganz „tot“ ist, aber seinen Platz als Speichermedium und Musiktransporter längst verloren hat. Obwohl es gibt sie noch, die Menschen, die ihre Kasetten in der jetzt 7. bis 8. Generation überspielen und immer wieder „neu“ aufnehmen, um dann mit Walkman ausgerüstet anstelle eines mp3-Players durch die Strasse Wiens spazieren. Einer nannte es dystopisch mit einem Gerät Musik zu hören, das so viel Kapazität birgt, um bis zu seinem Lebensende (und eigentlich länger) Musik hören zu können. Seine letzte Kasette schickte auch der Ferry aus Meidling Anfang des 2ten Jahrtausends an Mithörer seiner selbstaufgenommenen Sendungen. Was mich daran erinnert, wie wichtig Kasetten auch einmal für mich waren, um ganze Sendungen aufnzunehmen (Kuschelecke!), Selbstaufnahmen (gesungen, gesprochen, freiwillig und unfreiwillig), Musikmixes für alle Stimmungen …

Heute stellen wir uns unsere Musiklisten zusammen, bei ganz viel Leidenschaft mit den passenden Übergängen, Kategorien und Überschriften. Voicerecorder auf Handys und Musiktracking-Software funktionieren auf Knopfdruck und digitalisieren fast alles was wir wollen. Aber ist es mit dem Lebensgefühl zu vergleichen? Wie oft hören wir uns abgelegte Files heute wirklich noch an? Wie oft haben wir jedoch eine Kasette in die Hand genommen, immer und immer wieder. Schön wars schon. Bis zu dem Moment, wo man draufkommt, dass die aufgenomme Sendung schon wieder zu spät aufgenommen wurde, das eine Lied, dass man sooooo liebt, am Ende wieder vollgequatscht wurde, die blöden Bänder sich schon wieder einmal im Recorder verfangen haben, …

#127: Angina

Alleine dieses Wort zu hören, löst bei mir Schreikrämpfe aus, die zwar schmerzhaft im Hals sich anfühlen, aber in diesem Moment geht es nicht anders. Man sagt ja, dass jeder irgendwo so eine Schwachstelle im Körper hat, den Ort, wo Viren und Bakterien zuerst besuchen, damit sie ja lange Party feiern können. Diese Schwachstelle ist bei mir der Hals. Sitzt nur jemand neben mir mit Besuchern des Krankseins, und bemerken mich, geht es schon los. Die Partybesucher teilen sich auf und sagen, he, dort ist es cool, da können wir lange feiern. Meine weißen Blutkörperchen machen anscheinend einen großen Bogen um meinen Hals oder sind der Meinung, dass zahlt sich nicht aus. Auch eine Möglichkeit mich mundtot zu machen. Wobei da kennen mich alle diese Zellchen und Krankheitserreger schlecht, meine Stimme muss schon versagen und dann flüstere ich immer noch.

Somit schlucke ich seit dieser Woche brav meine Antibiotika, verfluche mal wieder Gott und die Welt, dass ich nicht zu denen gehöre, die bei Angina mindestens 5 Kilo abnehmen (wenigstens ein positiver Effekt könnte ja das sein).

Reisebericht: immer was los

Köln ist ein Phänomen, es ist immer was los. Vielleicht liegt es wirklich daran, dass Köln schon im Mittelalter durch den Ablasshandel der katholischen Kirche eine „Touristenmetropole“ wurde. Bauern und Bürger konnten durch einen „Gang“ nach Köln und gegen finanzielle Abgeltung der Kirche gegenüber ihre Sünde tilgen. Heute ist es weniger der Dom als das kulturelle und gastronomische Leben, dass die Menschen in die Stadt treibt.

Es gibt keine Jahreszeit, wo nicht jemand draussen sitzt, zwar unter dem Heizschwammerl und den Ikea-Decken, um das Kölsch oder die Schorle zu trinken. Menschenmassen schieben sich die Ringe auch spät nachts noch hinauf und das Restaurant klappt seine Tische hoch und wird in kurzer Zeit zum Trinklokal mit Bar und schmaler Tanzfläche. Es ist auch was für jeden Geschmack etwas dabei, von 365 Tagen Karneval in der Klapsmühle über Tanz- und Housemusik in den umliegenden Lokalen. Am Abend draussen zu sitzen, die Möglichkeit durchzuatmen, ist schon etwas was in Wien fehlt und Lust auf mehr macht. Also es scheint zumindest danach, dass Köln trotz strengerem Rauchverbot (dort wird es umgesetzt), kein Problem mit der wirtschaftlichen Lage in der Gastronomie hat.

Reisebericht: Köln und Kitty

Köln und ich sind schon auf einer Du und Du Beziehung, so würde ich es zumindest sehen. Und an Köln liebe ich vor allem Kitty Chai, einerseits auf den Ringen oder am alten Markt. Das Prinzip ist, dass man hinein geht,um sich Drinks und Essen zu holen. Das Essen verspricht passend zum Namen wirklich gutes, solides und frisch gemachtes „asiatisches“ Essen – die Satay Spieße sind großartig – und um EUR 5,90 erhält man Jumpo (0,5) Cocktails – vornehmlich Caipis für mich. Der selbstgemachte Eistee ist auch sehr gut, aber vor allem die Marshmellows und Fizzers Deko machen das Ganze so liebenswert, wie so vieles hier.

Zyklus: Helden von heute

Meine Jasminka ist meine Heldin und das weiß sie auch. Weil sie so ist, wie sie ist und sich durch nichts und niemanden verbiegen lässt. Und sie hat vor allem ein RIESENgroßes Herz, wenn auch bei kleiner Statur. Etwas was nicht immer einfach für sie und andere ist, ist, dass sie ihr Herz auf der Zunge trägt und natürlich kommen dabei schon mal ungeschickte Dinge heraus, aber niemals böse gemeint, aber am Schönsten war, als sie einer Frau, die eben aus der Menge herausstach durch ihr Tanzen (sie hat mit einer Freude und Inbrunst getanzt und dabei bei „Reich und Schön“ der Boboszene Gelächter ausgelöst), sagte, dass sie es so toll findet, mit welcher Freude sie hier tanzt. Und das ist eben sie!

#126: Sammelwahn

Letztens haben wir wieder getauscht, und zwar Disney Karten und uns haben noch 7 Stück gefehlt. Der Vater der sammelnden Prinzessin, es ist das erste Buch dieser Art, war noch motiviert und hatte alles feinsäuberlich sortiert und ins Buch gepackt, dass war zumindest der erste Gedanke, bis er bemerkte, dass seine Tochter und Frau schon wieder Karten herausgenommen hatten, um sich diese anzusehen. Beim erneuten Einsortieren und für uns die Doppelten durchschauen, merkte man schon eine gewisse Unruhe und dezente Fluchaussagen.

Auf meinen Hinweis, dass er ab dem dritten Sammelband dann alle Lebensmittelketten, wie Billig, Sparefroh und Markttag hassen wird, hat er noch nicht ganz ernst genommen, aber beim ersten Mal Sammeln ist ja noch alles süß und frisch. Ich bin ein leidgeprüftes Konsumterror-Opfer, dass sich auch noch so halbfreiwillig dem ganzen Wahnsinn aussetzt, weil wenn nicht ich sammle, sammeln auf einmal alle Omas und Opas für den Nachwuchs mit, und deswegen haben wir auch 2 Plüschbananen

#125: Beratungsresistent

Wer sich so sicher ist im Job das richtige zu tun, wird nicht unsicher und über-emotional reagieren. Manieren und Höflichkeit zeigen, welche Professionalität an den Tag gelegt wird und auch wie in Unternehmen miteinander umgegangen wird. Oftmals ist es das Management, dass hier versagt und somit passt das Sprichwort mit „der Fisch beginnt am Kopf zum Stinken“. Kritisch wird es, wenn dann auch noch zur eigenen Bereicherung der Machterhalt geprobt wird.

Wie sich zeigt, sind solche Unternehmen mit ihrem Management beratungsresistent und Begleitung ist zwar gefordert aber nicht erwünscht. Das Aufwachen beginnt oftmals erst dann, wenn es schon zu spät ist.
Und es trifft nicht nur große Unternehmen und Konzerne, sondern oftmals Klein- und Mittelunternehmen, die wie eine totalitäre Diktatur funktionieren.

#124: schön, schöner am schönsten

Überall springt mich diese Werbung an, Cellulite weg, flacher Bauch in 48 Stunden, nie mehr Mittesser mit diesem Batzen im Gesicht … In der Psychologie sagt man dazu selektive Wahrnehmung. Aber das würde bedeuten, dass ich mich gerade damit (bewußt oder unterbewusst) beschäftige und daher es immer wieder wahrnehme. Ich habe unterschiedliche Hypothesen:

1. ja es stimmt schon irgendwie, jede Frau (behaupte ich) beschäftigt sich damit, wie es ihr selbst in ihrem Körper geht. Die unreine Haut … liegt das wirklich an der Schokolade. Wobei ich seltenst eine esse, bin nicht so die süße … die Orangenhaut … das Licht in den Umkleidekabinen ist echt eine Zumutung.

2. sind es auch die Medien, die ständig mit dem Thema Gesundheit, Körper, Verbesserungen uns vorgaukeln, dass wir noch lange nicht glücklich sein können und sind. Schwangere, wo bei nur jeder dritten die größte Angst ist, dass bei der Geburt etwas mit dem Kind sein könnte. Nr. 1 ist die Gewichtszunahme, was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Mir war das total egal, ok vielleicht schau ich deswegen so aus, wie ich ausschaue?

3. ich bin ein Beautyjunkie: ich liebe es neue Produkte zu testen und auszuprobieren. Arganöl für die Haare, nutze ich schon lange. BB Cream sind so old school, habe ein seit heuer für das Haar, CC Creams habe ich mir schon letztes Jahr organisiert. Ich probiere einfach gerne neue Sachen aus, daher achte ich natürlich ganz anders auf diese Themen und es ist weniger selektiv als aktiv.

#123: Glatt gebügelt

Ich lese ja Frauenzeitschriften, gerne die mit viel Gossip, Mode und interessanten redaktionellen Beiträgen (derer gibt es eh wenige), und es ist mir auch egal ob englisch, deutsch oder österreichisch. In letzter Zeit fällt mir auf, dass Schönheitsoperationen, Gesichtsverbesserungen, Giftspritzen, Durchwalken, Lasern, Ultraschall und Vereisen standardisierte Prozesse werden, frei verfügbar und gut zugänglich für jederfrau und -mann.

Wenn ich mir die Fotos jedoch von den vielen Society 50igern ansehe, dann sehe ich hauptsächlich abschreckende Beispiele. Glattgebügelte Masken, verzerrte Lächeln und zementierte Frisuren, und bilde ich mir das ein und sehen sich all‘ diese Frauen immer ähnlicher. Sogar Helmut Bergers jetziges Gesicht erinnert mich an diese Damen. Ich finde es schade, da natürliche Schönheit verloren geht. Und ich kenne Frauen, die sich hier und dort ein Spritzerl setzen lassen, aber sehr niedrig dosiert und das Strahlen der Augen und Lippen sind immer noch vorhanden. Nur sie sagen selbst, dass sie manchmal sich wünschen, dann doch ein bisl mehr noch da und dort zu machen, weil man merkt, wie leicht und schnell es gehen kann. Ein bisl wie eine Sucht, der sie noch nicht nachgeben.

Ich habe Angst vor Spritzen und zwar wirklich große, somit wäre das sowieso kein Thema für mich. Ich bleibe bei meinen Beautytagen mit Freundinnen, und hoffe darauf irgendwann mal schlecht zu sehen, weil dann ist es eh wurscht!

#122: Arrogant

Ist Einsicht wirklich immer der beste Weg zur Besserung, wie man es langläufig so sagt? Die Aussage: „ich wirke arrogant, bzw. ich komme arrogant rüber.“, sollte zum Nachdenken anregen, vor allem, wenn es darum geht, sich mit der Gemeinschaft – vor allem beruflich, wie auch privat – zu bewegen, und da geht es noch lange nicht um Anpassung oder Eingliederung, und trotzdem sind nachfolgende Erklärungen so hinkend, anschuldigend an alle anderen „außerhalb“ gerichtet.

Selbstüberschätzung und Kasterldenken sind oft Managementfehler erster Klasse. Personenzentrierung mag in Bereichen des Experten- und Spezialistentums funktionieren, aber dort wo Menschen sind menschelt es und es geht vor allem um Respekt, wenn der fehlt, ist der Schritt zur wahrgenommenen Arroganz nicht weit. Und oftmals zieht sich dieser Habitus auch ins private, daher stelle ich dann gerne die Frage danach, wie es die eigenen Freunde wahrnehmen, die Nachbarn … Und da sieht es dann oft sehr traurig aus.