#98: erste Arbeitstage

Ich kann mich noch an meinen ersten Arbeitstag bei A1 erinnern, ich kam in ein Meeting mit Produktmarketing und CRM, Customer Service und Vertrieb und ich war die, die einerseits aus der Werbung kam und im Direkt Marketing alles neu aufstellen sollte. Auf die Bitte, dass ich mich doch bitte vorstellen soll, ein Kollege aus dem Marketing (Business Schwerpunkt) wollte ein bisl „bitchy“ sein, habe ich einen kurzen Abriss über meine berufliche Erfahrungen gegeben – angefangen von der New Economy bis hin zum Agenturleben und als Abschluss habe ich dann noch von meiner Erfahrung mit schwer erziehbaren Kinder berichtet, was meine Kollegen zu einem herzlichen Lacher brachte und mir einen Schulterklopfer, dass ich somit mit „schweren“ Fällen durchaus umgehen kann.

#97: Cappy-Malibu

Heute habe ich ein Kommentar erhalten und alleine der Schlusssatz hat mich so Schmunzeln lassen, da so viele Erinnerungen – vor allem viele Schöne – in mir aufgekommen sind. Vor nicht langer Zeit hat Erika mich nachmittags auf einen Malibu Orange eingeladen. Ich habe – glaube ich – meinen letzten Malibu Ende der 1990er Jahre getrunken. Damals war dieser schwer beliebt bei uns jungen Damen, am besten mit Cappy gespritzt. Daneben gab es Ribiselwein, saurer Apfel und Pfirsichspritzer.

Das sensationelle ist, dass ich zu Hause auch einen Malibu habe, da wir Mädels einmal eine Retro-party mit all‘ diesen Getränken und dem legendären Partyigel, den Fleischlaberln und den Schnitzerln gemacht haben. Natürlich mit Musik der 80er und 90er. Damals habe ich nur den Ribiselwein probiert und war eigentlich sehr enttäuscht, picksüß und nicht trinkbar, jedoch der Malibu war so, wie ich ihn in Erinnerung hatte.

Somit gibt es Erinnerungen und Geschmäcker, die sich auszahlen wiederentdeckt zu werden und andere sollte man positiv in seinem Schächtelchen hinten links lassen, aber ohne es auszuprobieren, weiß man es auch nicht.

#96: vom Nutzen

Ich weiß noch, wie ich in der Entwicklungspsychologie zum Thema Liebe und Beziehung eine Vorlesung hatte, dabei ist mir vor allem in Erinnerung geblieben, dass wenn man in einer Beziehung eine Bilanz beginnt zu erstellen, dass diese Beziehungen nicht lange von Dauer sind, weil es Zeiten gibt, wo man zwangsläufig ins Minus oder Plus rutscht, weil Lebensumstände nicht in einer Geraden verlaufen. Das erschien mir damals wie heute logisch, eine Beziehung und Partnerschaft, die ständig berechnet, was ich wann, wie und wo für jemanden getan habe, ist anstrengend und vor allem nicht wertschätzend.

In meinem kleinen persönlichen Universum funktioniere ich auch gegenüber Freunden, oftmals Bekannten und meiner Familie nach dem Prinzip „geben“ und ich erhalte auch ohne sofortigen Begleichen und Aufrechnen mehr als genug zurück. Es ist mir nur wieder dieses Thema bewusst geworden, weil eine Mama eines Freundes meines Sohnes meinte, dass sie sich so schnell nicht revanchieren kann mit einem Gegenbesuch, und ich nur dachte: „Ist doch gleich!“ Oder nicht? Auch eine Freundin von mir, deren Tochter mit meiner in Ballet geht, meinte, jetzt kommt ihr wieder zu mir, weil wir eh in letzter Zeit so oft bei Euch waren … Ich weiß schon, keiner will jemanden etwas schuldig bleiben, jemanden ausnutzen, nur nehmen, … Aber ich gehe nicht davon aus, weil ich denke, dass wir es heute nicht mehr notwendig haben, jemanden auszunutzen, weil wir froh sind, dass wir Freunde und Menschen um uns haben, die da sind, wenn es eben notwendig ist.

Und natürlich wurde ich auch schon ausgenutzt, aber diese Menschen sind eben nur kurzweilige Begleiter, weil sie sich aus Freundschaften und deren Möglichkeiten selbst herausnehmen.

#95: der Beißer, Reißer und Fleißige

Ich habe letztens die Frage gestellt bekommen, wie man(n)/Frau in einer Teamarbeit am besten sich positionieren soll, da zwar Teamarbeit gefordert wird, aber ständig signalisiert wird sich gegen seinen Teampartner zu behaupten. Problematisch kann es werden, wenn die Erfahrung der Teammitglieder divergiert und somit einer der beiden sagt „das fördert weder die Kommunikation, den Inhalt sondern nur den internen Wettbewerb“.

Somit könnte sich die Frage stellen, ob das Thema, Produkt oder der Auftrag eigentlich locker von einer Person erledigt werden, aber um andere Ziele zu verfolgen, eben Teams zusammengespannt werden, die den gleiche Output liefern aber mit wesentlich höheren Ressourcen.

Was kann das bringen? Mitarbeiterreduktion durch natürlichen Abgang, entweder verbrenne ich die Motivierten, demotiviere ich die Fleißigen und nicht Lauten, fördere die Beißer und Egoisten … Alles nur eine Theorie, die sich aber durch Beobachtung und entsprechenden Beratungen durchaus bestätigt sieht.

Was man tun kann? Versuchen nicht mitzuspielen, sondern sein eigenes Spiel und seine Strategie zu entwickeln, vor allem wenn es keine Gemeinsamkeiten gibt. Sich zu überlegen, was ist mir wichtig, was am Job macht mir Spass. Welchen Personen im Unternehmen kann und will ich vertrauen, Allianzen suchen und Partnerschaften bilden, schlussendlich verbringen wir oftmals gleich viel Zeit im Beruf, wie mit dem Partner.

#94: Haus im See

In den letzten 2 Tagen haben wir – die Mädlsrunde und ich – gefühlte 100 Mal gesagt, dass es uns nie schlechter gehen soll, als jetzt. Dazu muss man sagen, dass wir zu 7t im Haus im See waren, nur Frauen, mit dem Alltag zu Hause dafür mit Prosecco und Schwedenbomben im Handgebäck. Das Haus im See liegt im ungarischen Teil vom Neusiedler See und ist wirklich idyllisch, nur die Zimmer im Nebenhaus sind sehr hellhörig, was weniger für uns ein Problem war, als für die anderen Gäste, die uns im ganzen Haus gehört haben. Dafür sind wir auch um kurz vor halb 6 morgens von der Sonne geweckt worden sowie einem undefinierbaren Gesang (wir nehmen das ja mit Humor).

Großartig war dieser Ausflug jetzt nicht, weil es eine nette Lokation ist, oder das Essen uns so verzaubert hat, sondern weil eine Gruppe von unterschiedlichen Frauen zusammen ist und unkompliziert und unprätentiös den anderen sein läßt, keine Erwartungen etwas verkompliziert und wir gerne viel miteinander lachen und vor allem einander zuhören.

#93: beeindruckt

Die Mediensprecherin des KAV hat mich angerufen und bittet um meine Beobachtungen, um entsprechendes Feedback einzuholen. Sehr nett und entsprechend interessiert, so wie man es hofft, aber nicht erwartet!

#92: Bitte warten

Ich habe heute eine schriftliche Anfrage an den Wiener KAV und an die Mediensprecherin der Stadträtin Wehsely zum Thema Wartezeiten im Wilhelminenspital gesendet. Ich hatte nämlich das zweifelhafte Glück gestern meinen Vater vor 9:30 in die Gefässambulanz (30b) zu führen, da er einen vereinbarten (!) Termin hatte und nach meinem Termin in der Stadt kam ich vor 12 wieder retour, in der naiven Annahme, dass er schon fertig wäre, um eine weitere Stunde bis kurz vor 1 zu warten. Man erhält weder Auskunft darüber, wie lange es dauert, wann man ungefähr dran kommen könnte, geschweige, dass jemand freiwillig mit den anwesenden Personen sprechen will. Mein Vater ist Diabetiker, spritzt Insulin und sollte zu Mittag eine Kleinigkeit zu sich nehmend was unmöglich ist, weil niemand seinen Platz verlassen möchte.

Was aber noch weitaus entwürdigender war, war die Situation von Herrn K. Herr K. ist schwerst gehbehindert, hat zwei Klumpfüsse, saß in einem Rollstuhl weil stehen und gehen naturgemäß anstrengend ist. Und damit es zum Highlight meiner persönlichen Wartezeit wurde, sah ich, wie Herr K. versuchte bei der Schwester herauszufinden, wann er endlich dran käme, weil er ist schon seit !7:30! da. Nicht dass jemand käme, um ihm eine Antwort zu geben. Und als wir um 1 gingen, saß er immer noch dort und schob den Rollstuhl, wie auch die Stunden zuvor im monotonen Rhytmus vor und zurück.

Auch eine alte Dame saß seit 8 in der Ambulanz, da sie auf die Aufnahme wartete, mit einem altersschwachen Köfferchen im Schoß, krampfhaft festhaltend. Wobei sie hatte Glück, sie wurde unbeabsichtigt raus und rein geschoben aus der Ambulanz, weil man nicht wusste, ob und wo sie ein Bett bekäme. Schlussendlich wurde sie aber kurz nach 12 doch noch einem Bett zugewiesen. Ob man sich vielleicht das Mittagessen sparen wollte?

Ich bin neugierig, ob ich eine Antwort erhalte, den auch meine 2te Erfahrng mit dem Spital ist mehr als unzufriedenstellend. Und das obwohl das Wilhelminenspital gerüchteweise eine persönliche Nähe zu unserem Bürgermeister hat.

#91: ein Job ist ein Job ist ein Job

Warum schaffen wir es nicht einen Job, als einen Job, als einen Job ansehen zu können. Gerade uns Frauen trifft oft dieses Problem, wenn wir beruflich uns einerseits verändern wollen, aber nicht können, wollen und auch sollen. Und andererseits wir im Job nicht unerfolgreich sind, entsprechende Positionen innehaben, bestimmte Privilegien geniessen, die uns wissen lassen, dass dieser Job eigentlich doch wirklich in Ordnung ist. Und trotzdem stellt er nicht zufrieden, weil er entweder nicht der Job ist, den man bis zu seiner Pensionierung ausüben kann und will. Man einfach weiß, dass wenn Frau die 45 + (und manchmal auch früher oder später) überschreitet, die Arbeitssituation nicht einfacher wird und schon vorsorglich vorbauen will. Und trotzdem kann jetzt nicht die richtige Zeit sein, um sich beruflich zu verändern. Wie fokussiert man auf eine Aufgabe, um sie als Aufgabe und nicht als Leidenschaft zu sehen?

Wichtig ist mit Sicherheit Prioritäten zu setzen, alles auf einmal umzubrechen, hilft niemanden, nicht dem Partner, den Kindern (wenn da) noch dem jetzigen noch zukünftigen Job. Will ich jetzt für meine Kinder da sein, will ich eine neue Lebensplanung anstreben, will ich einen neuen Partner, will ich , will ich… Ganz ehrlich manchmal hilft schon eine neue Frisur, um etwas für sich in sich zu ändern.

#90: Abnehmen als neuer Beziehungskitt?

Ist es ein neuer Trend, der zu beobachten ist, dass Frauen abnehmen, um ihrer Beziehung einen neuen Status zu verleihen? Ich finde es toll, wenn eine Frau abnimmt, konsequent ein Ziel verfolgt und vor allem auf Kohlenhydrate verzichten kann, und das vor allem unter der Prämisse es für einen selbst zu tun. Meine Freundin G sieht sensationell aus, ihr Programm hat sich gelohnt und läßt sie jünger als ihre 50+ aussehen. Am besten gefiel mir vor allem die Aussage, dass sowohl ihr Mann sie jung hält als auch umgekehrt.

Und es gibt aber auch die Beispiele an Frauen, die in einer nicht zufriedenstellenden Beziehung leben, der Alltag ist anstrengend, die Kinder eine unumgängliche Anstrengung und auch die berufliche Situation unzufriedenstellend. Der eigene Mann sieht gerne anderen Frauen hinterher und hat kaum noch Augen für die eigene Frau, also was sonst tun, als ihm wieder gefallen wollen. Wobei es nicht darum geht ihm zu gefallen, sondern sich selbst zu mögen. Das was man tut, wie man ist und dann natürlich wie man sich fühlt und aussieht. Das neugewonnene Selbstbewußtsein ist oftmals von kurzer Dauer und ein erstes Feuer überdeckt die tatsächlichen Probleme.

Aber das merken beide Seiten oft schnell, weil dem Partner geht es oftmals gar nicht darum, ob die eigene Frau jetzt 10 plus oder minus auf den Rippen hat, sondern, dass die Beziehung wieder so funktioniert, wie eben vor den Kindern, vor den Problemen in der Firma, vor dem wenigen miteinander reden, vor, vor vor …

#89: Die wichtigen Themen im Leben

haben wir heute im Rahmen eines Familienessens diskutiert als wir nämlich in Strebersdorf „Beim Hannes“ saßen um uns einig zu werden, wo wir das beste Surschnitzel bisher gegessen haben. Und sowohl mein Papa als auch ich essen zumeist in einem traditionell österreichischen Gasthaus ein Surschnitzel mit Erdäpfelsalat, daher ist unsere Meinung dazu fundiert und durchaus durch Erfahrungswerte belegt. Und wir haben festgestellt, dass das Surschnitzel, welches wir heute gegessen haben zu den bisher besten gehört, da es ausgezeichnet gesurt war, das Fleisch sehr saftig aber nicht fett und auch die Panade knusprig. Die Portion bestand aus 3 mittelkleinen/großen Schnitzel, somit ist man nicht von einem Riesenschnitzel erschlagen. Dagegen wurden natürlich andere gute und wenige gute Restaurants abgeglichen, wobei das Gasthaus Kopp noch gut abschneiden würde und für uns der Figlmüller zu dünn panieren würde, und somit der Sur-Geschmack eher zweitrangig wäre.
Mit Alufolie ausgestattet haben wir uns die Reste einpacken lassen und waren glücklich, jetzt hätte nur mehr ein Tichy Eismarillenknödel den Tag toppen können, jedoch war uns der Weg in den 10. Bezirk dann doch zu weit.