#82: Un-kultur

Hat heute Kultur noch einen wirtschaftlichen Stellenwert? Förderungen und Subventionen werden in Zeiten der Finanz- und anrollend-scheinenden Wirtschaftskrise zurückgedreht, was zur Folge hat, dass Kunst und Kultur auf die Unterstützung aus der Wirtschaft und von Mäzen angewiesen sind. Jedoch auch die Gelder der Unternehmen werden weniger und Budgetkürzungen sind heute ein gerngesehenes und willkommenes Argument um Sponsorings abzulehnen.

Auch Gesetzeslage rund um Anti-Korruption und das politische Schauspiel der Ausschüsse tun ihr übriges dazu, dass Partnerbeziehungen zwischen Kunst und Wirtschaft immer öfter aufgelöst werden oder nur scheinbar verlängert.
Was heißt das für die Entwicklung und den Fortschritt kultureller und künstlerischer Projekte, Werke und derer Berufsgruppe? Wer kann für Kunst und Kultur eintreten, wenn es Politik nicht mehr kann? In Amerika bestimmen dann einzelne Mäzen, was wann, wo und wie gespielt wird. Analog zu „Wer zahlt, schafft an.“, nur kann das die Vielfalt sein, die wir uns wünschen?!

In Wien gibt es Projekte, die kaum bis keine Unterstützung der Stadt Wien erhalten, jedoch ungleich wertvoll vor allem für Bezirke, Grätzeln und die betroffenen Personen sind. Es sind die engagierten Künstler und Freischaffende, die ihr Geld hier investieren (siehe Vorgartenmarkt) und froh sind, wenn wenigstens eine „rote“ NULL rauskommt. Aber auch bei Projekten bzw. Initiatoren, die bereits höchst erfolgreich österreichisches Kulturgut weit über unsere Grenzen produziert und exportiert haben, gibt es Unterstützung – und nicht immer (aber natürlich oft) sind es die monetären Leistungen, die helfen – und auch hier ist es das Geld von Freunden, Familie und dem Geld unter dem Kopfpolster das zur Realisierung herangezogen wird.

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