#57: zerteilen

Was sagt man seiner Tochter, wenn sie nicht, wie ausgemacht, mit ihrem Freund rodeln will, sondern lieber zu Hause ihre Schneeburg aus-, um- und bebaut. Ich will mich nicht zerteilen, weil sie will Zeit mit ihrem Freund verbringen, aber eben nicht rodelnd, sondern eben hier und jetzt an der Schneeburg gemeinsam bauen. Und der Freund will eben rodeln gehen, auch mit ihr, aber eben nicht bei uns zu Hause – samt Anhang.

Zwinge ich sie, ist der Nachmittag für sie, ihren Freund, uns 2 Müttern und Freundinnen gelaufen, weil sie angefressen ist und somit Streiterein vorprogrammiert. Lasse ich sie, ist ihr Freund gekränkt und wir 2 Mütter und Freundinnen haben weder einen gemütlichen Nachmittag mit Plauderei noch einen entspannten Nachmittag, weil sich jeder unabhängig von einander beschwert, jammert oder weint.

Jetzt haben wir einmal beschlossen, dass wir abwarten und schauen wie der Nachmittag noch so verläuft, vielleicht klärt es sich von selbst. Sich zerrissen fühlen, dachte ich, ist ein Gefühl, dass wir vor allem als Erwachsene kennen, wenn wir eben Möglichkeiten gegeneinander abwägen müssen, Prioritäten setzen und Verantwortung übernehmen müssen. Auch Kinder im Alter von 9 wissen, um dieses Gefühl, und ich weiß, wie furchtbar sich das anfühlt.

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