#53: verbindend

Vorurteile sind schnell gefasst und noch schneller manifestiert in eigenen Wahrheiten. Als letztens am Tisch neben mir Studenten ihre Ansichten zu Verbindungen und Burschenschaften miteinander teilten, fand ich das mehr als amüsant, da es ein Bild zeichnete, dass wenn es stimmen würde ein sehr degeneriertes Bild unserer Studenten zeichnen würde. Überwuzelt und körperlich untersetzt, schütteres Haar und schwerst konservativ.

Diesen Typus wird es schon geben aber er entspricht nicht dem Standard-Typus. Gestern war ich auf der Rudolfiner Redoute einem Ball für Couleur-Studenten und dabei konnte ich einige interessante Beobachtungen machen.

1. sag‘ nicht Burschenschafter zu Studenten aus Verbindungen, das ist nicht das Gleiche

2. die Ballbesucher sind jung, sind Studenten und sie tragen durchwegs Kapperln (Mütze, ich kenne die korrekte Bezeichnung nicht) und Bänder und vorwiegend männlich – vielleicht interessant für manche Single-Damen

3. die Mützen sind interessant in Form und Farbe, jedoch für Aussenstehende nicht erkennbar, warum, wann, welche Form Relevanz hat oder eben nicht

4. Frauen sind unterrepräsentiert und was ich schade fand, dass viele junge Frauen auch unscheinbar wirkten, farblos und ohne Eindruck

5. aber dann wiederum gab es Charakteren, die dem Vorurteil entgegenwirkten. Frauen mit teilweise rasierten Haar (under-cuts), Männer mit Ohrgehänge an Stelle von Gehänge am Frack oder mit langem Haar

6. die Farbe Rot war die dominierende Farbe (zumindest was die Ballkleider betraf)

Es sind vielleicht teilweise unterschiedliche Ansichten und Perspektiven, aber keine Extreme, wie es sich vielleicht einige vorstellen. Aber ist es nicht auch das Hinterfragen und das Auseinandersetzen mit anderen Positionen, die uns wachsen und lernen lässt?

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