#60: Wuhuuu Girls

Ich schau‘ gerade „How I met your mother“ und frage mich, ob es die Wuhuuu Girls, wie sie in der Serie gezeigt werden, auch bei uns gibt. Die Wuhuuu Girls wuhuuun, wenn sie ein entsprechendes Lied hören, wenn sie Drinks ausgegeben bekommen, sich selbst ausgeben oder in der Gruppe miteinander trinken. Wuhuuut wird, weil getanzt, gesungen, getrunken, peinliche Momente überspielt, peinliche Momente initiiert wird oder einfach nur um zum Wuhuuun.

Gewisse Anleihen zum Gruppenverhalten von uns Frauen habe ich durchaus wiedererkannt. Es ist ein Ausdruck des Loslassens und somit kann Wuhuuun manchmal richtig befreiend sein.

#59: Olympia und so

Wir haben die Wahlkarten zur Volksbefragung bekommen und die Fragen rund um die Nicht-Privatisierung und alternative Energie sind für mich ganz klare „Eh-klar“ Fragen. Warum sollte ich auch dagegen sein, bisherige Versuche der Privatisierung von kommunalen Betrieben (auch international betrachtet) sind mehr oder weniger gescheitert. In Anbetracht der drohenden (bestehenden) Energiekrise kann es kein rationales Argument gegen alternative Energiegewinnung geben.

Aber wie steht es um Olympia und der möglichen Bewerbung an dieser?! Bis jetzt war es rein intuitiv so, dass ich dachte, dass kostet uns WienerInnen so viel, dass es nicht sinnvoll sein kann. Jedoch als Mitglied in einem Ruderverein habe ich jetzt eine Email erhalten, wo darum geworben wird, für eine Bewerbung Olympia 2028 zu stimmen. Hintergrund ist, dass es gerade für Sportarten, wie Rudern, Fechten, Schwimmen … durch eine Bewerbung der Stellenwert in Wien und Österreich gehoben werden könnte. Die Investitionen in die Sport-Infrastruktur kommen nicht nur den Vereinen, sondern auch den Sportlern und der Stadt zu Gute. Aber was wenn wir das gleiche Desaster erleben, wie mit dem Stadthallenbad?!

Also werde ich mir jetzt alle Informationen rund um Olympia besorgen und versuchen mich durchzuarbeiten. By the way zur Parkraumbewirtschaftung, ich wohne in einem Bezirk, wo in der Nebenfahrbahn Platz für Kleinlaster besteht …

#58: müde sein

Darf man sich heute als Frau müde fühlen, ohne gleich von Begriffen, wie Burn Out oder Depression sprechen zu müssen?

Fast inflationär treten neue Erscheinungsformen auf, die uns helfen sollen, ein Etikett auf unseren Seelen- und Gemütszustand zu kleben. Damit erleichtern wir es uns bei der Suche im weiten Netz nach Ursachen und Allheilmittel fündig zu werden, aber auch eine Erklärung abzugeben an diejenigen die es interessiert oder auch nicht.

Ich fühle mich zur Zeit müde und das mit gutem Grund, nicht nur dass mein Schlafbedarf massiv beeinträchtigt wurde, so sind es auch Sorgen um Kinder, Eltern und Kleinigkeiten rund um Job oder Projekte, die den Energiehaushalt belasten … ABER ich weiß auch, dass es wieder anders kommt. Und darin liegt wohl der Unterschied, zu wissen, dass eine Türe sich öffnet, oder auch dass jemand sie für einen öffnen kann.

#57: zerteilen

Was sagt man seiner Tochter, wenn sie nicht, wie ausgemacht, mit ihrem Freund rodeln will, sondern lieber zu Hause ihre Schneeburg aus-, um- und bebaut. Ich will mich nicht zerteilen, weil sie will Zeit mit ihrem Freund verbringen, aber eben nicht rodelnd, sondern eben hier und jetzt an der Schneeburg gemeinsam bauen. Und der Freund will eben rodeln gehen, auch mit ihr, aber eben nicht bei uns zu Hause – samt Anhang.

Zwinge ich sie, ist der Nachmittag für sie, ihren Freund, uns 2 Müttern und Freundinnen gelaufen, weil sie angefressen ist und somit Streiterein vorprogrammiert. Lasse ich sie, ist ihr Freund gekränkt und wir 2 Mütter und Freundinnen haben weder einen gemütlichen Nachmittag mit Plauderei noch einen entspannten Nachmittag, weil sich jeder unabhängig von einander beschwert, jammert oder weint.

Jetzt haben wir einmal beschlossen, dass wir abwarten und schauen wie der Nachmittag noch so verläuft, vielleicht klärt es sich von selbst. Sich zerrissen fühlen, dachte ich, ist ein Gefühl, dass wir vor allem als Erwachsene kennen, wenn wir eben Möglichkeiten gegeneinander abwägen müssen, Prioritäten setzen und Verantwortung übernehmen müssen. Auch Kinder im Alter von 9 wissen, um dieses Gefühl, und ich weiß, wie furchtbar sich das anfühlt.

#56: Umstellen

Ich sitze auf meinem alten Sofa und doch ist alles anders. Zum gefühlt 100sten Mal habe ich das Wohnzimmer umgestellt und immer wieder neu und anders. Ich habe zum Beispiel unsere 3teilige Couch immer wieder aueinandergenommen und aus einer schmalen Couch eine Tiefe gemacht, indem ich ein paar Teile weggelassen habe oder umgedreht und umfunktioniert habe. Diesmal verwende ich überhaupt nur 2 Teile und lasse sie klein, da der Mittelpunkt unseres Wohnzimmers der Esstisch ist, mit unmittelbarer Nähe zur offenen Küche. Dort sitzen wir mit Freunden, essen, trinken und verbringen sehr viel wertvolle Zeit.

Ich liebe es mich und meine direkte Umwelt zu verändern. Ich hatte schon so gut wie jede Haarfarbe, von lang auf kurz von kurz auf lang und sogar vor 3 Jahren meine erste Dauerwelle – mein Friseur Tom hat mich verflucht. Die ganze Wohnung hat schon mehrfache Umstellorgien mitmachen müssen. Dabei geht es mir darum, dass nichts statisch ist. Wir sind in unserem Leben und Verhalten so oft festgefahren, dass es schwer fällt diese Muster zu durchbrechen. Dabei ist es oft nur eine kleine Veränderung des Blickwinkels und man sieht, was möglich wäre.

#55: dem Topf sein Deckel

Passend zum heutigen Tag ein Thema, dass sich zur Zeit in einigen Zeitungen und Zeitschriften wiederfindet, dreht sich um Männer und unsere Erwartungen, angefangen von:
Wollen wir Männer oder Luschen?
Der Mann 2.0?
Was Frauen wollen und Männer leisten (können)?

Ist das wirklich so ein brennendes Thema, dass Medien sich immanent damit beschäftigen müssen, den schon Grönemeyer sang Mitte der 80er über „Wann ist ein Mann ein Mann?“. Oder erzeugen wir selbst unsere inhaltsleere Bedrohung, dass es keine „gscheiten“ Männer mehr da draußen gibt.

Ich denke, wir machen uns nicht mehr die Mühe nach dem zu uns passenden Deckel zu suchen, sondern folgen den Erwartungen, die über uns im Raum schweben oder in der virtuellen Welt von Facebook und Co zu finden sind.

Aber es gibt diese Deckel/Topf Paare, und ich bin froh solche zu kennen. Gestern habe ich erst mit einem Freund gesprochenm der mich fragte, ob ich glaube bzw dass er hofft, dass seine Frau ihn nie verlässt. Weil er weiß, dass er schwierig ist, seine Spleens hat, ist wie er ist. Aber macht es nicht genau das aus, zu wissen, dass hier jemand ist, der einem nimmt, wie man ist.

Und wenn dann noch das Feuer brennt, darf ruhig aufgekocht werden!

#54: der ich-sag’s dir Brief

Ich kenne Frauen, die tun sich schwer beim Ausdrücken ihrer Gefühle, und bei Krisensituationen reden sie dann noch weniger, und somit nutzen sie das geschriebene Wort, um den Partner ihre Gefühle und Verletzungen preiszugeben.

Es ist ein zweischneidiges Schwert, weil es zwar so ist, dass man nicht spontan Dinge sagt, die einem im Nachhinein leid tun, aber doch wieder Aussagen tätigt, die keinen Spielraum für Erklärungen bietet. Sie können nicht so einfach zurückgenommen werden.

Die Drohung im Brief liegt offen am Tisch und hängt wie das Damoklesschwert über der Beziehung, vor allem, wenn die Beziehung mit Rucksäcken der Vergangenheit getragen wird. Und was kann dann wirklich ausgesprochen werden, der Partner muss es nehmen und schauen, wie er damit tut oder nicht.

Für mich wäre das Nichts, ich will meine Grant und Ärger persönlich loswerden, ich will meinem Gegenüber zeigen, wo ich stehe, was ich empfinde und mich nicht hinter einem Blatt Papier verstecken.

#53: verbindend

Vorurteile sind schnell gefasst und noch schneller manifestiert in eigenen Wahrheiten. Als letztens am Tisch neben mir Studenten ihre Ansichten zu Verbindungen und Burschenschaften miteinander teilten, fand ich das mehr als amüsant, da es ein Bild zeichnete, dass wenn es stimmen würde ein sehr degeneriertes Bild unserer Studenten zeichnen würde. Überwuzelt und körperlich untersetzt, schütteres Haar und schwerst konservativ.

Diesen Typus wird es schon geben aber er entspricht nicht dem Standard-Typus. Gestern war ich auf der Rudolfiner Redoute einem Ball für Couleur-Studenten und dabei konnte ich einige interessante Beobachtungen machen.

1. sag‘ nicht Burschenschafter zu Studenten aus Verbindungen, das ist nicht das Gleiche

2. die Ballbesucher sind jung, sind Studenten und sie tragen durchwegs Kapperln (Mütze, ich kenne die korrekte Bezeichnung nicht) und Bänder und vorwiegend männlich – vielleicht interessant für manche Single-Damen

3. die Mützen sind interessant in Form und Farbe, jedoch für Aussenstehende nicht erkennbar, warum, wann, welche Form Relevanz hat oder eben nicht

4. Frauen sind unterrepräsentiert und was ich schade fand, dass viele junge Frauen auch unscheinbar wirkten, farblos und ohne Eindruck

5. aber dann wiederum gab es Charakteren, die dem Vorurteil entgegenwirkten. Frauen mit teilweise rasierten Haar (under-cuts), Männer mit Ohrgehänge an Stelle von Gehänge am Frack oder mit langem Haar

6. die Farbe Rot war die dominierende Farbe (zumindest was die Ballkleider betraf)

Es sind vielleicht teilweise unterschiedliche Ansichten und Perspektiven, aber keine Extreme, wie es sich vielleicht einige vorstellen. Aber ist es nicht auch das Hinterfragen und das Auseinandersetzen mit anderen Positionen, die uns wachsen und lernen lässt?

#52: Bilder im Kopf

Was wenn die eigene Nichte über das Kind ihrer Tante sagt:“Ich würde mir Sorgen machen, ob das Kind nicht gestört ist, aber er gehört ja zur Familie.“ Erschütternd, weil es herabwürdigend ist und zeigt, dass es einfacher ist gegenüber Dritten seine Bedenken zu äußern, als direkt diese anzusprechen.

Warum schaffen es viele Menschen nicht Auffälligkeiten bei Kindern anzusprechen, gerade in der Familie? Zu einem Zeitpunkt, wo noch Gegenmaßnahmen gesetzt werden können. Natürlich wollen wir niemanden verletzen, und wer weiß, vielleicht wächst es sich noch aus. Aber was wenn nicht?

Bilder sind gute Hinweise und können oft Aufschluss über den Gemütszustand von Kindern geben. Wie lachen die Menschen? Wie genau sind sie gemalt? Welche Farben werden verwendet? Wo stehen wichtige Personen?

Durch meine Ausbildung hatte ich die Möglichkeit bei der Begabungsaustestung von Kindern dabei zu sein, sie mussten sich selbst ausmalen und ein Mädchen hat ihren rechten Fuss in grün ausgemalt, weil sie eben manchmal wütend ist und dann mit den Fuss aufstampft und einen Farbtupfer blau gab es auch, da sie sich manchmal auch traurig ist, weil nur glücklich ist kein Mensch. Es war faszinierend und beeindruckend zu sehen, was Farben auslösen können.

Bei einem anderen Kind (damals 7) kenne ich wiederum ein Bild, dass er im Büro der Eltern gemalt hat, grob und alles in rot mit Strichfiguren als Menschen und traurigen Augen und wütenden Mündern. Vor allem das Kind im Bild stand zwischen den Erwachsenen.

Natürlich müssen nicht alle Bilder etwas bedeuten, und manchmal entstehen sie aus einer Stimmung heraus, aber ich denke trotzdem, dass wir als Erwachsene und Eltern viel sensibler mit Warnzeichen umgehen müssen und sollten. Wir laufen in Gefahr Quantität an Möglichkeiten für unsere Kinder mit Qualität an Zeit zu verwechseln.

#51: Aufbrezeln

Das Lustigste an so einem Ball – wie den Opernball – ist eigentlich die Prozedur davor. Das Aufbrezeln, Zurechtmachen und Aufhübschen und wenn man dann noch Freunde im Haus hat, dann ist der Abend schon gewonnen.

Wir haben auch das Glück, dass wir unseren Haus- und Hof-Figaro haben, der zu uns kommt, mit uns lacht und ißt. Dann Öffnen wir eine Flasche trinken gemütlich und essen unser Schnitzerl. Am Besten ein großes Hemd oder eine Bluse anziehen, somit kann man sich schon schminken und auch die Frisur wird nicht zerstört beim anschliessenden Umziehen.

Wir posten die Fotos, telefonieren mit unseren Freunden – DANKE PIA, dass du froh bist, dass ich keine Cellulite auf den Oberarmen habe – und freuen uns auf den vor uns liegenden Abend. Wenn wir dann alle unsere 7 Sachen beisammen haben, was durchaus dauern kann, da ich immer irgendwo etwas liegen lassen und mich danach nicht mehr erinnern kann, wo das war. So wie meinen goldenen Schuh … Aber das sind Kleinigkeiten, die uns nicht aus der Fassung bringen. Letztes Jahr habe ich noch spontan in der letzten halben Stunde bevor wir gegangen sind mal non-chalant das Kleid gewechselt … sehr zum Amüsement der anwesenden Gäste.

Ich bin dankbar für die Freunde, die ich habe, um solche Abende vorab und auch währenddessen beschwingt zu durchleben.