#9: Bandbreite an Gefühlen

Letztens habe ich mit meiner Freundin J diskutiert, ob man hassen darf oder nicht. Wie gut ist es für einen selbst, negative Gegühle zu haben? Welches Vorbild ist man? Und ist nicht aber notwendig Gefühle in seiner vollen Bandbreite zu zeigen und zu fühlen? Immer wieder kehre ich gedanklich zu ihrer Aussage zurück, dass ich nicht hassen soll, weil es nicht gut wäre für mich. Aber was ist mit verachten und verabscheuen? Sind das Ausprägungen von Hass? Eine Frage führt zur anderen und ich habe keine Antwort darauf.
Was ich weiß, bzw. fühle, ist dass ich Menschen verachte und verabscheue. In meiner Diskussion mit J bin ich soweit gegangen zu sagen, dass ich sie hasse. Und für mich persönlich gibt es auch valide Gründe, begonnen damit wie sie Menschen herablassend behandeln, über Familienmitglieder schlecht reden (spielsüchtiger, verzogener Stiefsohn, verklemmter Neffe, …), Kollegen diskreditieren (der ist Alkoholiker, der betrügt seine Frau, …), und die Liste wäre noch ausbaubar. Mich betrifft/betraf es, weil sie mein Vertrauen benutzt haben, meine Familie bedrohten und skrupellos agierten.
Also habe ich doch das Anrecht auf diese Gefühle? Und dann sehe ich meine Freunde und meine Familie, die da sind, zuhören, verstehen und mich zum Lachen bringen. Und dann denke ich, J hat schon irgendwie ein bisl recht. Diese Menschen sind es gar nicht wert!

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